Autographen und Buecher

 

"Die übersandten Blätter sind mir von unendlichem Werth; denn da mir die sinnliche Anschauung durchaus unentbehrlich ist, so werden mir vorzügliche Menschen durch ihre Handschrift auf eine magische Weise vergegenwärtigt."

 

Johann Wolfgang von Goethe





"Felicita!"

Handschriften von der Weimarer Klassik bis zur Arbeiterbewegung. Katalog 186

Friedrich Schiller . Matthias Claudius . Gaetano Donizetti . Salomon Gessner . Serge Prokofieff . Jean Cocteau . Anna Freud .  Max Brod . Franz Liszt . Dorothea Schlegel . Blaise Cendrars . Else Lasker-Schüler . Thomas Mann . Puccini . Heinrich Lersch . Sigismund Ritter von Neukomm . Friedrich Ludwig Schröder und das Freimaurertum  ...

Die Zeiten des Stürmens und Drängens sind vorüber, Friedrich Schiller leidet unter Rheumatismus und den „steinernen Hoftreppen“ in Weimar. Gestürmt und gedrängt wird gut hundert Jahre später an den Hochöfen des Ruhrgebietes: Heinrich Lersch gießt in Gladbach 3000 Kilogramm schwere „Kessel für Sowjet-Rußland“ und träumt von „Utopia, Dich bau ich aus: von dem Sündensold, der sonst dem Ausbeuter zuflösse!“

So ändern sich die Zeiten. Donizetti jubelt über vier Notentakte: „felicita! felicita! felicita!“. Matthias Claudius weiß: "die Ehre ist höher denn schlechte Liebe". Und was macht Franz Liszt? Er hat immer noch die Haare schön.

"Felicitá!" Autographen und Manuskripte. Katalog 186. Tutzing, Dezember 2018. 36 Seiten. 77 Nummern

Download  Bestellung


Zu (k)alt für amouröse Abenteuer

Ein sehr seltener, inhaltsreicher und typischer Brief Giacomo Casanovas

Casanova, Giacomo, Abenteurer, Schriftsteller und Bibliothekar (1725-1798). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Dux in Böhmen, 3. (I). 1791. Klein-4°. 3 Seiten. Doppelblatt. Wasserzeichen "Pro Patria".

12.500,- Euro

Bestellung

An den Grafen Antonio Ottavio Collalto: "Eccellenza mio Vener(atissimo)mo P(ad)rone. Le rendo umilissime grazie della lettera che consegno al Sigr. Abb. della Lena. Ella permetta che, malgrado le riforme delle mode, io seguiti la vecchia augurando a V. E. in questo nuovo anno tutte le grazie che desidera da Dio distributor d'ogni bene. Piovino sopra a lei, e sopra tutta l'inclita sua famiglia tutte le benedizioni celesti. Sono otto giorni, che qui l'orrido freddo comincio: io sto nella mia stanza ben calda a conversare co'libri, ed a leggere sulle gazzette le nuove correnti. Volevano jer sera che andassi per forza ad un ballo pieno di belle ragazze, ma resistei a tutte le tentazioni, poiche voglio mantenermi in vita piu che posso, e non aver la vergogna morendo di sapere che ho fatto Io sproposito di accelerarmi la morte. Abbiamo dunque sempre cura, Eccellentissimo signore, di conservarci in salute. La moglie dell' Ecc:me Zaguri sta in una stanza all'oscuro per ricuperare la vista: il rimedio e unico. Sono quarant'anni che feci la conoscenza a Cremona con una cittadina, che ricevette una lettera dal marito che stava da due anni assente: la povera donna disperata mi confido ch'era gravida: pensai la notte, e le dissi il giorno dietro che non potea far altro che fingersi attaccata dalla grande Oftalmia, e che cosi stando all'oscuro il marito non la vedra, ed aspettera a dire che avra ricuperata la vista quando avra partorito. Cio pero non fa al proposito, ed io non ho narrato a V. E. questa istorietta che per farla ridere. E dunque morto I'eloquentissimo Foscari? Uomo grande e profondo. II degno figlio, che sara bailo alla sua volta, differi la sua partenza da Pietroburgo a cagione della moglie pazza furiosa. Che disgrazia per quel degno cavaliere! Ora il Serenissimo veneto Collegio (se ardisco dirlo) sta male in grandi uomini. Non v'e piu il S. E. Proc. Morosini, non v'e piu il defunto Foscari, non vi sara più il K. Iustinian. Dio conservi la Repubblica. Vi sono de giovani, che promettono, ma ci vogliono anni. Le rendo grazie di queste notizie quantunque infauste. Pensi sempre a me con indulgenza, e mi conservi la preziosa sua grazia. Sono con profondo ossequio (...) Servitore Casanova."

Zusammenfassung: Casanova dankt zunächst für einen Brief Collaltos und übermittelt Neujahrswünsche. Dann berichtet er über die Kälte auf Schloss Dux, die ihn zwinge, in seinem Zimmer Bücher und Zeitungen zu studieren. Um seine Gesundheit nicht zu gefährden, sei er nicht einmal auf einen Ball voller schöner Mädchen gegangen. Zur Erheiterung Collaltos erzählt er die vierzig Jahre zurückliegende pikante typische Casanova-Anekdote von einer cremoneser Dame, der er geraten hatte, die Folgen ihres Seitensprungs vor ihrem Ehemann zu verheimlichen: sie solle eine Augenkrankheit vortäuschen, für deren Heilung sie sich in einem dunklen Raum aufhalten müsse, so daß der Gatte die Schwangerschaft nicht bemerkte und sie sie heimlich entbinden konnte. Dann beklagt er den Tod des beredsamen Francesco Foscari und dass die Republik Venedig nicht gut mit ihren großen Männern umgehe. Gott möge Venedig schützen.

1784 hatte Casanova in Wien den Grafen Joseph Karl von Waldstein getroffen, der ihm 1785 das Angebot machte, nach seinem abenteuerlichen Leben als Bibliothekar auf Schloss Dux in Böhmen zu arbeiten. 1790 begann er mit der Niederschrift seiner Memoiren, wobei er sich auf Aufzeichnungen und Briefe stützte. 1793 beendete er die erste Fassung, die er dann bis zu seinem Tod am 4. Juni 1798 überarbeitete. - Pietro I. Antonio Zaguri (1733-1806) war venezianischer Patrizier und Senator, Freund und ab 1772 Briefpartner von Casanova. Der Schriftsteller Francesco Foscari (1704-1790) war als venezianischer Diplomat u. a. in St. Petersburg tätig. Francesco II. Lorenzo Morosini (1714-1793) war seit 1755 Prokurator von San Marco und venezianischer Diplomat. Zaguri und Morosini finden oft Erwähnung in Casanovas Autobiographie.

Literatur: Druck: Lettere del Casanova al Collalto. In: Carteggi casanoviani, Bd. I (1916), S. 60 ff., Nr. 24. - Abb. im Kat. II Mondo di Giacomo Casanova. Venedig 1998. S. 43 und 245, Nr. 366 (Slg. B. Rothgangel, Vimercate).

English translation upon request.


Seltene Autographen und preiswerte Sonderangebote

ab sofort in unserem Online-Shop

Hier entlang, bitte!

Wir danken dem Weltanschauungsobjekt, der Grille und vor allem Karsten Gnettner und dem Trio Nautico für die wunderbare Musik zum Video.


25. bis 27. Januar 2019

58. Stuttgarter Antiquariatsmesse

Wer nicht bis an den Starnberger See reisen möchte (Besuche nach vorheriger Anmeldung sind gern gesehen), trifft uns auf vielen Antiquariatsmessen, zum Beispiel in Stuttgart oder Frankfurt, oder auf dem Antiquariatstag in Regensburg. Dort zeigen wir eine Auswahl seltener und bemerkenswerter Autographen von Künstlern, Literaten, Musikern, Philosophen, Wissenschaftlern, Politikern und weiteren Personen von kulturhistorischer Bedeutung.

9. März 2019

2. Regensburger Antiquariatstag

Halten Sie Ausschau nach unserem "Weltanschauungsobjekt"!





Adresse

  Eberhard Köstler
Autographen & Bücher oHG
Traubinger Straße 5 (Postanschrift)
Kirchenstraße 8 (Ladenanschrift)
82327 Tutzing

  +49 (0)8158 . 3658
  +49 (0)8158 . 3666

  info(at)autographs.de
vanbenthem(at)autographs.de

  www.autographs.de

Kontakt

Inhaber:
Eberhard Köstler und Dr. Barbara van Benthem

USt.-Nr.: DE 3012 10036
HRA 104084

Copyright 2016

Impressum





    

Mitglied im Verband Deutscher Antiquare e.V. und in der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB).