Autographen und Buecher

 

"Die übersandten Blätter sind mir von unendlichem Werth; denn da mir die sinnliche Anschauung durchaus unentbehrlich ist, so werden mir vorzügliche Menschen durch ihre Handschrift auf eine magische Weise vergegenwärtigt."

 

Johann Wolfgang von Goethe





Seltene Autographen und preiswerte Sonderangebote

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"Entschuldigen Sie den Bleistift"

Briefe und Manuskripte 

Clara Schumann, Joseph Roth, Ödön von Horváth, Arnold Schönberg, Igor Stravinsky, Edvard Grieg, Franz Liszt, Rudolf Steiner, Heimito von Doderer, Adolph Menzel, Wilhelm Busch, Nelly Sachs, Else Lasker-Schüler, Marie Curie, Lou Andreas-Salomé, Volkamers Druckprivileg für die "Nürnbergischen Hesperiden" ...

"Nur für den Fall, dass der eine, nicht unterschriebene Scheck, den ich durch die Bank laufen lasse, am 15. August 1937 noch nicht eingelöst, bzw. ausgezahlt werden sollte, schicken Sie mir
am 15. August noch zehn Dollar. Einverstanden?" Joseph Roths Geldnot im Exil spricht aus jeder Zeile dieses Briefes, den er, auch dafür entschuldigt er sich, mit Bleistift schreibt. Clara Schumann wiederum kann sich 1870, auf dem Weg nach Hamburg, "doch nicht mit dem Gedanken, allein zu reisen befreunden".  Gut 150 Jahre zuvor erteilte Kaiser Joseph I. dem Johann Christoph Volkamer in einer Urkunde die Erlaubnis, die berühmten "Nürnbergischen Hesperides" abzudrucken. Unser Katalog bietet mit 88 Autographen bedeutender Künstler, Musiker und Literaten einen Streifzug durch fast 300 Jahre Kulturgeschichte.

"Entschuldigen Sie den Bleistift" - Briefe und Manuskripte. Katalog 180. Tutzing, Juli 2018. 36 Seiten. Illustriert.

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Ein Meilenstein auf dem Weg ins Spätwerk

Das Manuskript eines der außergewöhnlichsten und bewegendsten Gedichte Rainer Maria Rilkes

Rainer Maria Rilke (1875-1926). Eigenh. Gedichtmanuskript (20 Zeilen) ohne U. Ohne Ort und Jahr [München, 9. XI. 1915. 8°. 1 Seite. 

€ 15000,-

Eines der außergewöhnlichsten und bewegendsten Gedichte Rilkes: "Der Tod. || Da steht der Tod, ein bläulicher Absud | in einer Tasse ohne Untersatz [...] O Sternenfall, von einer Brücke einmal eingesehn - : | Dich nicht vergessen. Stehn!" - Die sehr schöne Niederschrift war vermutlich für den Münchener Schauspieler Albert Steinrück gedacht, den Rilke in der Rolle des "Woyzeck" bewundert hatte. Am 9. November 1915 schrieb Rilke an Eva Cassirer: "'Ich kann Ihnen die Abschrift eines merkwürdigen Gedichtes beilegen, das mir heute, völlig unvermuthet, gelungen ist ... (Übrigens schenk ichs, einem plötzlichen Impuls nachgebend, dem Schauspieler Steinrück.)." Ursprünglich hatte Rilke das Gedicht in das "blaue Buch" der Fürstin Marie von Thurn und Taxis (1855-1934) eingeschrieben, gedruckt erschien es im "Insel- Almanach auf das Jahr 1919". - Mit eindrucksvoller Metaphorik thematisiert Rilke den Freitod, der "bläuliche Absud" deutet auf eine Vergiftung mit Zyankali hin. Das Gedicht wurde unter dem Eindruck der zahlreichen Todesnachrichten aus dem ersten Jahr des Ersten Weltkrieges niedergeschrieben (kurze Zeit darauf wurde Rilke selbst gemustert und für tauglich befunden), darüber hinaus zeigt es deutliche Parallelen zum Werk Leo Tolstois. Am Tag vor der Niederschrift heißt es am 8. November in der Rilke-Chronik: "Langer Brief über den 'Malte' an Lotte Hepner. Rilke rät ihr, Tolstois Erzählung 'Der Tod des Iwan Iljitsch' zu lesen [...] Über den Tod heißt es im Zusammenhang mit Tolstoi: 'deshalb konnte dieser Mensch so tief, so fassungslos erschrecken, wenn er gewahrte, daß es irgendwo den puren Tod gab, die Flasche voll Tod oder diese häßliche Tasse mit dem abgebrochenen Henkel und der sinnlosen Aufschrift 'Glaube, Liebe, Hoffnung', aus der einer Bitternis des unverdünnten Todes zu trinken gezwungen war ..." (S. 513). Aber das Gedicht besticht nicht nur wegen der beklemmend in Szene gesetzten Todesthematik: "Rilkes Abkehr von der impressionistischen Klang- und Stimmungskunst ist [hier] offenkundig vollzogen. Die Hinwendung zu einer Art Symbolismus führt zu expressiver Bildlichkeit und gewagter Stilistik [...] Fast dadaistisch wirkt der freilich ernstgemeinte weithergeholte, aller Konvention widerstreitende Reim 'Gelall | O Sternenfall'. Devianz und Verfremdung [...] deuten sich an. Das Gedicht ist 'einer der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg ins Spätwerk' " - Zuletzt 1968 versteigert bei Stargardt Auktion 585, Nr. 239. - Vgl. Schnack, Rilke-Chronik, 2009, S. 513; Beda Allemann, 1961, S. 79; ausführlicher Kommentar in Hans Hiebel, Das Spektrum der modernen Poesie, Bd. I, 2005, S. 208-12. 

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25. bis 27. Januar 2019

58. Stuttgarter Antiquariatsmesse

Wer nicht bis an den Starnberger See reisen möchte (Besuche nach vorheriger Anmeldung sind gern gesehen), trifft uns auf vielen Antiquariatsmessen, zum Beispiel in Stuttgart oder Frankfurt, oder auf dem Antiquariatstag in Regensburg. Dort zeigen wir eine Auswahl seltener und bemerkenswerter Autographen von Künstlern, Literaten, Musikern, Philosophen, Wissenschaftlern, Politikern und weiteren Personen von kulturhistorischer Bedeutung.

Halten Sie Ausschau nach unserem "Weltanschauungsobjekt"!





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