Autographen und Buecher

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Sonderangebote - Stammbücher

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Kaufleute in Magdeburg und Bordeaux

Album amicorum -, "Denkmahle der Freundschaft" (Titel). Stammbuch des Justus Friedrich Focke. 

Magdeburg, Bordeaux, Hamburg und Braunschweig, 1783-1792. Qu.-8°. Mit 2 Stickereien (1 mit Netzkappe) sowie farb. Tuschfederzeichnungen (1 ganzseitig, 1 mit einem montierten Scherenschnitt ). 78 Einträge auf 104 Bl. Ldr. d. Zt. mit reicher Goldprägung, Rsch. und Goldschnitt  (berieben und bestoßen).

€ 1.200,–

Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dem Stammbuchhalter um den Kaufmann Justus Friedrich oder Justin Frederic Focke (1768-1855), der ab 1800 in Bordeaux in Erscheinung trat und von 1816-1855 Konsul von Oldenburg war. Darauf lassen nicht nur die zahlreichen Einträge aus Bordeaux, sondern auch die Einträge von Magdeburger Schülern schließen. Geht man, wie in der Literatur, von einem Eintritt in die Magdeburger Handelsschule mit ca. 12 Jahren und einer durchschnittlichen Ausbildungsdauer von 3 Jahren aus, so passt dies zeitlich zu den über 30 Einträgen der Mitschüler, die im Frühjahr 1784 erfolgten. Damals hatte Justus Friedrich Focke seine Ausbildung an der 1778 gegründeten und renommierten Handlungsschule in Magdeburg, der ersten ihrer Art in Deutschland, gerade abgeschlossen. Die Einträge in der Zeit zwischen September 1785 und Oktober 1789 sowie in den Jahren 1791 bis 1792, insgesamt 22, entstanden ausschließlich in Bordeaux, die weiteren Einträge von Ende 1789 bis Ende 1790 erneut in Magdeburg, Hamburg und Braunschweig. Das Fehlen von Einträgen aus Bordeaux in der Zeit Ende 1789 bis 1790 dürfte mit den revolutionären Unruhen zusammenhängen, die im Juli 1789 in Bordeaux einsetzten und bis zum Ende des Terrors im Juli 1794 andauerten. - Erwähnenswert sind: "Bordeaux, 10. 6. 1792  C. D. Miesegaes  aus Bremen, on his departure for Cadiz": Carsten Misegaes (1767-1846) studierte in Göttingen und Jena, war Schriftsteller, Übersetzer und Verfasser der "Chronik der freien Hansestadt Bremen", 1828-1833. - "Magdeburg, 25. 4. 1784  Christian Wilhelm Schultz, Prediger zu St. Johannis": Der Theologe, Oberpfarrer in St. Johannis in Magdeburg, war Verfasser mehrerer homiletischer Schriften.- "Magdeburg, 13. 3. 1784  Christoph Friedrich Hoff, Dein Lehrer“: Hoff (1747-nach 1817) war Lehrer an der Handelsschule von Magdeburg, später dann an der von ihm selbst gegründeten weiteren Handlungsschule in Magdeburg, darüber hinaus Verfasser einer Reihe von Werken zu kaufmännischen Themen. - "Magdeburg, 12. 3. 1784  Louis Cuny": Um 1770 in Magdeburg geboren, war Cuny der Sohn des calvinistischen Glaubensflüchtlings und Magdeburger Seifenfabrikanten Jean Jacques Cuny und Vater des Jean Jacques Cuny (1795-1843) sowie Begründer der Magdeburger Dampfschiffahrts-Compagnie. - "Magdeburg, 2. April 1790  Fr. Carl von Strombeck": Friedrich Karl von Strombeck (1771-1848) war Jurist und vehementer Gegner der Todesstrafe. - "In der Handlungsschule zu Magdeburg, 1783 J. A. Börger  aus Berlin": Der Kaufmann und Bankier war nach der Ausbildung an der Handelsschule in Magdeburg äußerst erfolgreich in Berlin, dort im Jahre 1807 mit einem Kapitalvermögen von 30 - 60 000 Talern verzeichnet. Börger heiratete Louise Charlotte Elisabeth Fromme (1776-1809), die Schwester der Henriette Fromme (1783-1828), der Geliebten des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen (1806 in der Schlacht bei Saalfeld gefallen). Ein wunderschönes Aquarell dieser beiden Schwestern von Johann Friedrich Schadow aus dem Jahr 1804 befindet sich in der Kunstsammlung der Berliner Akademie der Künste. - "Magdeburg, 4. 6. 1784  Daniel Conrad Vollrath Gleim": Gleim (1723-1785), Bruder des Dichters Johann Wilhelm Ludwig Gleim, von dem sich einige Briefe an seinen jüngeren Bruder erhalten haben, war Kaufmann in Magdeburg in der Handlung Focke und Gleim. - "[Hamburg] den 14. 8. 1790  J. F. G. Delbrück  aus Magdeburg": Johann Friedrich Gottlieb Delbrück (1768-1830), Theologe, Pädagoge, Prinzenerzieher, dessen Zöglinge Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I. ihm in Zeitz von Karl Friedrich Schinkel ein Grabmal errichten ließen, das heute noch existiert. Der Eintrag ist zwar ohne Ortsbezeichnung, aber wegen der benachbarten Einträge dürfte vom Entstehungsort Hamburg auszugehen sein. - Stimmungsvoll sind die Einträge aus dem Kreis der Kaufleute in Bordeaux und Hamburg, beispielsweise G. W. Engel aus Straßburg, die Gebrüder Frerking aus Hamburg (beide namentlich vermerkt im Neuen Hamburger und Altonaer Adressbuch 1792) und Gottlob Christian Baltzer (1753-1823), Großvater des holsteinischen Politikers Theodor Lehmann (1824-1862). - Vgl. Hans-Joachim Heerde, Das Publikum der Physik: Lichtenbergs Hörer, 2006, Seite 431; Eva Labouvie, Leben in der Stadt: eine Kultur-und Geschlechtergeschichte Magdeburgs, Böhlau, 2004, S. 260; Jenaische Allgemeine Literatur-Zeitung, Ausgabe 19. 10. 1804, Seite 129/130);  Tamara Cipolla, Friedrich Karl von Strombeck, Leben und Werk, Berlin 2010; Claudia Czok, Das Doppelporträt der Schwestern Fromme von Johann Friedrich Schadow, Schadow-Gesellschaft, 2010;  Rolf Straubel, Kaufleute und Manufakturunternehmer: eine empirische Studie, 1995, Seite 444); zu den Kaufleuten in Bordeaux vgl.insbesondere Klaus Weber, Deutsche Kaufleute im Atlantikhandel, 1680-1830, Unternehmen und Familien in Hamburg, Cadiz und Bordeaux, München, 2004. - Schönes, inhaltsreiches und gut erhaltenes Stammbuch, ein interessantes Dokument zur deutsch-französischen Handelsgeschichte.

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Album amicorum -, Hellgrüne Atlasseiden-Klappkarte mit figürlicher Blindprägung. Prägedruck in Biskuitmanier.

Ohne Ort (Hanau), 1799. 12,5 x 9 cm.    

€ 150,–

Glückwunsch zu Neujahr. - Glücksgöttin in Rosenranke sowie Taubenpaar. Unter der Klappe 8 gereimte Zeilen auf rosa Seide: "Die Anmuth, die auf Ihren Lippen thront, | Die Güte, die in Ihrem Herzen wohnt [...] Des besten, schönsten Mannes sind Sie werth, | Und dieser werde Ihnen heuer noch bescheert." - Rückseitig handschriftliche Widmung für Louise Lehmann von 1798/99. - Vgl. Eggers, Glückwunschkarten, 50 f.

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Album amicorum -, Weiße Atlasseiden-Klappkarte mit figürlicher Blindprägung. Prägedruck in Biskuitmanier.

Ohne Ort (Hanau), um 1800. 17,5 x 12 cm.

€ 200,–

Zwei Göttinen in antikisierendem Gewand mit Blütengirlande und Fruchtkorb sowie Göttin mit Freundschaftsaltar. Unter der ovalen Klappe 10 gereimte Zeilen auf weißer Seide: "Soll ich froh und glücklich leben? | Soll ich mich des Daseins freun? | Theure! o dann mußt Du eben | So vergnügt und heiter seyn! [...]" - Rückseitig kurze handschriftliche Widmung. - Vgl. Eggers, Glückwunschkarten, 50 f. - Sehr seltenes schönes Blatt.

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Hübsch illustriertes Berlin-Brandenburger Stammbuch

Album amicorum -, "Andenken der Freundschaft" (Rückentitel). "Heiligthum der Freundschaft für L. F. Borchmann" (Titel). Stammbuch des Berliner Getreidehändlers Ludwig Friedrich Borchmann (geb. 1783).

Berlin, Rhinow, Grünefeld, Cremmen, Jülitz, Sieversdorff, Börnick, Peitz, Rheinsberg, Spandau etc., 1803-09 (ein Eintrag 1812). Qu.-8° (21,5 x 13,5 cm). Mit gouachiertem Titelblatt (Freundschaftsaltar), 5 schönen ganzseitigen Aquarellen und 2 aquarellierten Vignetten. 47 Einträge und ca. 30 weiße Blätter. Marmoriertes Ldr. d. Zt. mit Rückenschild und Deckelvergoldung "L. F. B." und "1803" sowie dreiseit. Goldschnitt (bestoßen und stärker beschabt).

€ 1.200,–

Großformatiges Stammbuch eines Berliner Kaufmanns, mit Eintragungen seiner großen Verwandtschaft Borchmann (darunter mehrere Brüder, ebenfalls Kaufleute und Fabrikanten), sowie von Freunden, darunter Friedrich Wilhelm Kothe (1792-1848), ab 1815 Militärarzt, später Generalarzt u. Obermedizinalrat in Berlin; Georg Leberecht Andreas Helling (1763-1840), bedeutender, in Berlin als Stadtarmen-Augenarzt praktizierender Augenoperateur; erfand mehrere Instrumente, z. B. ein Röhrchen für Tränenfisteln; Johann Friedrich Prenninger (1746-1814), Theologe und Verfasser u.a. der "Fortschrittlichen Landschulbibliothek oder Handbuch für Schullehrer auf dem Lande" (1789). - Zur Berliner Unternehmerfamilie Borchmann, die auf den Ratszimmermeister Johann Christian Borchmann zurückgeht, vgl. Nadja Stulz-Herrnstadt, Berliner Bürgertum im 18. und 19. Jahrhundert. Berlin 2002, S. 139 ff. - Besonders bemerkenswert sind die blattfüllend und talentiert ausgeführten Aquarelle mit Landschaften und Allegorien mit Motiven des Erinnerns und der Freundschaft: Freundschaftsaltar auf marmoriertem Grund (Titel),  Freundschaftsaltar mit Dorf im Hintergrund, Gärtnerin beim Blumengießen, Monopteros mit aufgehender Sonne, Spinnerin und Zeichnerin, Freundschaftsbrunnen sowie 2 aquarellierte Vignetten (Schädel, Blumen). Dazu eine lose beiliegende Haarlocke. - Kräftiges Büttenpapier. Innen gut erhalten.

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Seiden-Einband

Album amicorum -, "Erinnerung" (gestickter Deckeltitel). Stammbuch des Ludolph Stephani.

Wittenberg, Leipzig, Beucha, Stettin, Berlin, Albrechtshayn u. a., 1808-11. Qu.-8°. Mit Bleistiftzeichnung und Noteneintrag. Mit 65 Eintragungen. Zus. ca. 160 Bl. Brauner, farbig bestickter Seideneinband d. Zt. mit dreiseit. Goldschnitt (gering bestoßen).

€ 1.000,–

Schön erhaltenes Stammbuch. Auf dem Vorderdeckel ein gestickter Freundschaftsaltar, auf dem Rücken und dem Hinterdeckel gestickte Blüten und Blätter. - Eintragungen von Friedrich Gottlob Stephani (Pfarrer zu Beucha; 1760-1811), Henriette Rochlitz (geb. Hansen, verw. Winkler; 1770-1834), Friedrich Daniel Winkler (Kunstsammler; 1760-1809), Wilhelmine Winkler (besuchte Goethe; 1796-1833), Friedrich Adolf Ebert (Bibliograph; 1791-1834), Christoph Friedrich Enke (Theologe; 1752-1839), Eduard Wunder (Philologe; 1800-1969), Carl Gustav Wunder (Mathematiker; 1797-1852), Carl Friedrich Wunder (Theologe; 1760-1824), Carl Gottlieb Vater (Pastor; 1762-1850) u. a. - Nähere Informationen zu den Beiträgern sind verfügbar. - Innen sehr gut erhalten.

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Album amicorum -, "Erinnerung der Freundschaft" (Rückentitel).

Königsberg, Gumbinnen etc., 1816-1820. Qu.-8°. 26 Eintragungen, davon 2 mit Haarlocke und 1 Aquarell. Pp. d. Zt. in Schuber.

€ 300,–

Mit getrockneten Pflanzen.

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Von Oberösterreich nach St. Petersburg

Album amicorum -, "Denkmal der Freundschaft" (Deckeltitel). Stammbuch des Heinrich Prandstetter aus Mauthausen.

Mauthausen (18), Kirchdorf (6), Steyr (5), Linz (6), Wien (5), St.Petersburg (3) u. a., 1817-38. Qu.-8° (20 x 14,5 cm). Sehr reich illustriert (siehe unten). Ca. 100 Bl. mit 60 Eintragungen. Rotes Saffian mit grünen Intarsien, Deckel- und Stehkantenvergoldung sowie dreiseit. Goldschnitt (beschabt und fingerfleckig, Rücken um 1900 neu angesetzt).

€ 1.250,–

Das sehr reich illustrierte Stammbuch enthält 18 teilw. kolor. Kupferstiche und Aquatinten, 2 künstlerische Rötelzeichnungen (Mühlendarstellungen) sowie 7 teilw. ganzseit. Aquarelle mit Freundschaftssymbolen. Die Kupfer zeigen neben Gemäldereproduktionen nach Teniers auch maritime und romantische Phantasieansichten, die neue Börse in St. Petersburg, den Schlosspark in Bruck an der Leitha, die Burg Mödling und das Schloss Sebenstein. Unter den Stechern sind Hieronymus Benedicti (1756-1809) und Giuseppe Dall'Acqua Figlio (1760-1829). Eine ganzseitige federgezeichnete kolor. Karte zeigt als "Ländchen der Erinnerung" den Donaulauf bei Linz und Amstetten mit Eintragung von Erinnerungspunkten. - Die Eintragungen entstanden während Prandstetters Ausbildung zum und der anschließenden Tätigkeit als Kaufmann. Der Eintrag des Vaters, des als Handelsmann in Mauthausen nachweisbaren Michael Prandstetter, läßt den Schluss zu, dass der Stammbuchhalter ab Ende 1821 bis Juli 1824 in St. Petersburg weilte und von dort über Prag nach Österreich zurückkehrte. - Unter den Beiträgern sind zu erwähnen: 1. Anton Poschacher (1789-1847) Lebzelter und Bürgermeister in Mauthausen. - 2. Alexander von Baranoff (1813-1888) russischer General. - 3. Sylvester V. Terpinitz (1796-1870) Kaufmann und Halbbruder des Stammbuchhalters, wanderte 1855 mit seiner Familie nach Ohio aus. - 4. Johann Rombauer (1782-1849), bekannter Maler in St. Petersburg; als Hofmaler des Zaren Alexander I. porträtierte er dessen gesamte Familie in Lebensgröße. - 11 Eintragungen stammen aus der Familie Redtenbacher, einer weitverzweigten und überaus erfolgreichen Kaufmannsfamilie mit Sitzen in Kirchdorf und Steyr. - Bindung etwas gelockert, stellenw. etw. fleckig.

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Mit 64 Wiederhold-Blättern

Album amicorum -, "Dem Andenken der Freundschaft". Stammbuch-Kassette.

Hildesheim (überwiegend), Göttingen, Gronau u. a., 1826-31. Qu.-8°. Mit gestoch. Titelblatt und 64 (1 kolor.) gestoch. Stammbuchblättern, davon 29 mit rückseitigen Eintragungen. Mit Rundum-Goldschnitt. Lose in blaugrüner Hldr.-Einbanddecke mit gestoch. Deckeln (Diana) und grünem gestoch. Schuber (drei Grazien; etw. bestoßen und berieben).

€ 1.000,–

Die bekannten schönen Stammbuchkupfer aus dem Verlag Wiederhold in Göttingen. - Ansichten von Berlin, Blankenburg, Bremen, Brocken, Emmerberg, Frankfurt am Main, Gersau, Giebichenstein, Göttingen (mehrfach), Teufelsbrücke am St. Gotthard, Greyerz, Hamburg, Hannover (mehrfach), Hanstein, Heidelberg, Kassel (mehrfach, eine Gesamtansicht koloriert), Koblenz, Leipzig, London, Lübeck, Mainz, Moritzburg, Nenndorf, Neuwied, Nonnenwerth, Paris, St. Petersburg, Plesse, Pyrmont, Rapperswil, Rheinhausen, Rigi, Rheinfall bei Schaffhausen, Teplitz, Wernigerode, Zittau und Zürich. Weitere Blätter zeigen Porträts und Genreszenen. - Zur genauen bibliographischen Bestimmung der einzelnen Blätter ist heranzuziehen: Rolf Wilhelm Brednich, Denkmale der Freundschaft. Göttinger Stammbuchkupfer - Quellen der Kulturgeschichte, 1997. - Gut erhaltene schöne Sammlung.

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Mit zwei geflochtenen Haarlocken

Album amicorum -, Stammbuchkassette des Friedrich Adolph Kunicke.

Schulpforta, Zeitz, Zittau, Dresden, Weimar, Leipzig, Bonn, Lindau u.a., 1836-1842. Qu.-8°. Mit 2 kolorierten Tuschfederzeichnungen, 1 Wappen und 2 geflochtenen Haarlocken. 63 Einträge auf 66 Bl. Dunkelgrünes Chagrin d. Zt. mit reicher Goldprägung (leicht berieben).

€ 500,–

Reizende und gut erhaltene Stammbuchkassette, mit Tuschfederzeichnungen (Blumenmotiven) und zwei applizierten, geflochtenen Haarlocken. - Der Stammbuchhalter Friedrich Adolph Kunicke (1823-1897) war Mühlenbesitzer in Stadt-Sulza, die meisten Einträge stammen von Freunden, Kollegen und Verwandten und damit zu einem großen Teil aus Familien, die teilweise über Jahrhunderte als Papiermühlenfabrikanten in Erscheinung getreten sind. Das gilt zunächst einmal für den Bruder Gustav Albert Kunicke, der bis 1858 die von seinem Vater Johann Heinrich Christoph Kunicke in der Landesschule Pforta betriebene Papiermühle leitete, aber auch für F. Weisser, Papierfabrikant aus Chodziesen, Eduard Krackau (der 1843 die Papiermühle in Wilthen von seinem Vater August Wilhelm Krakau übernahm), Johannes Wehrfritz und Therese Wehrfritz  aus Clarental/Wellritz (Besitzer der dortigen Papiermühle) sowie für Franz Wilhelm und Ernst Käferstein aus Einsiedel, Papiermacher und Söhne des Fabrikanten Carl August Kaeferstein im böhmischen Einsiedel. - Von besonderer Bedeutung sind die Einträge aus Kunickes Leipziger Zeit. Dazu gehören zunächst einmal die Einträge aus der bedeutenden und äußerst wohlhabenden Papierfabrikantenfamilie Flinsch sowie des weiteren die Gedichte und Zuschriften von Charles Henry Monicke (1801-1860), Autor und Lehrer an der Leipziger Handelsschule. Monicke begründete in Leipzig einen „English Circle“, dem er und der englische Komponist William Sterndale-Bennett (1816-1875) vorstanden. Der vorliegende Eintrag entstand nur wenige Monate nach dem „Christmas Dinner“ im Jahre 1838, das Monicke veranstaltet hatte und an dem u.a. der Direktor der Bürgerschule Johann Karl Vogel, Vater der im Stammbuch vertretenen Elise, Eduard und Julie Vogel, und Felix Mendelssohn-Bartholdy teilnahmen. So berichtet es Heinrich Brockhaus, dem Monicke intensiv Englischunterricht erteilte,  in seinen Tagebüchern. Der Dichter Johann Georg Keil (1781-1857) bat in einem an Friedrich Wilhelm Riemer (1774-1845) gerichteten Brief 1830, Monicke behilflich zu sein, bei Johann Wolfgang von Goethe eingeführt zu werden, über den Ausgang dieser Bitte ist indes nichts bekannt. Monicke verfasste mehrere Sprachlehrbücher und war befreundet mit der schottischen Pianistin Robena Laidlaw (1819-1901), der Robert Schumann seine Fantasiestücke widmete. Interessant auch die Einträge der Geschwister Eduard, Julie und Elise Vogel, die bereits erwähnten Kinder des Johann Karl Vogel. Der Astronom und Afrikaforscher Eduard Vogel (1829-1856) wurde 1856 im Tschad ermordet, Julie Vogel (1827-1913) trat als Herausgeberin und Schriftstellerin hervor, Hermann Carl Vogel ist als Astrophysiker bekannt.

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Album amicorum -, "Album" (Deckeltitel). Stammbuch-Kassete der Nanette Haring.

Hamburg, 1859-61. Qu.-Kl.-8°. Mit 2 kleinen Stickbildern (Blumen). 25 lose Bl. Schwarze blinfdgepr. Lederkassette mit kolor. Kupferstichen als Innendeckel und Kassettenflügel (leichte Altersspuren).

€ 250,–

Dekorative Kassette mit Darstellungen aus Geschichte, Sage und Märchen in Rundmedaillons auf den Kupferstichen im Einband.

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Album amicorum - "Memoriae honori suorum Patronorum, Evergetarum Amicorumque hanc sacram jubet, optat esse Philothecam." Stammbuch des Johann Georg Seidel aus Schlettau in Sachsen. Handschrift auf Papier.

Freiberg, Leipzig, Zwickau, Zschopau, Schlettau u. a., 1698 bis 1761. Qu.-Kl.-8° (9,5 x 16 cm). Ca. 160 Bl. mit 60 Eintragungen und 5 Bildbeigaben. Schwarzes Ldr. d. Zt. mit Deckel- und Rvg., Deckelprägung "I. G. S. | 1698" (bestoßen und beschabt) sowie dreiseit. Goldschnitt.

€ 600,–

Album eines Theologiestudenten, in dem sich seine Lehrer und Mitschüler und- studenten eingetragen haben, darunter die Pastoren Tobias Liebs (1643-1704), Johann Georg Schreger (1668-1750; mit Noten) und ein Esaias Pufendorff. - Geschmückt mit 2 kreisrunden Emblemen in Federzeichnung mit den Motti "Non est mortale quod opto" (Figur mit erhobenem Ring) und "Durabit in Aeternum" (Felsenburg im Meer) sowie einem magischen Dreieck, Noten und Wappen. Ob der Stammbuchhalter mit dem in Bayreuth registrierten gleichnamigen Pfarrer (1679-1760) identisch ist, konnte nicht geklärt werden. - Mehrere Blätter entfernt. Bindung gelockert.

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Album amicorum - Wiederhold, Johann Carl, Verleger und Buchbinder (1743-1826).

Sammlung von 8 Albumkupfern von Heinrich Grape mit rückseitigen Eintragungen aus Hildesheim (1825).  Göttingen, Wiederhold, [vor 1810-20]. 10 x 17 cm.

€ 200,–

I. "Die Teufelsbrücke an der Willhelmshöhe [in Kassel]." Brednich 265. - II. "Die Abderiten [nach Chr. M. Wieland]." Brednich 747. - III. "Die Ruinen von Attingshausen [in der Schweiz]." Brednich 619. - IV. "Murten." Brednich 626. - V. "Greiffensee im Canton Zürich." Brednich 580. - VI. "Das Schloss Wilhelmshöhe [in Kassel]." Vgl. Brednich 238, hier in einer Variante. - VII. "Das Alexisbad am Harz." Brednich 360. - VIII. "Ansicht der neuen London Brücke." Brednich 692. - 2 Beilagen (Albumblätter).

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Album amicorum - Wiederhold, Johann Carl, Verleger und Buchbinder (1743-1826).

"Die Ruinen von Attingshausen [in der Schweiz]." Kupferstich-Albumblatt von Heinrich Grape. Göttingen, Wiederhold, [um 1820]. 10 x 17 cm.

€ 88,–

Brednich 619. - Rückseitig Eintrag (6 Verse) von Jeanette Volger, dat. Hildesheim 22. III. 1825. - Selten.

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Album amicorum - Wiederhold, Johann Carl, Verleger und Buchbinder (1743-1826).

"Murten." Gesamtansicht. Kupferstich-Albumblatt von Heinrich Grape. Göttingen, Wiederhold, [um 1820]. 10 x 17 cm.

€ 88,–

Brednich 626. - Rückseitig Eintrag (4 Verse) von Mathilde Meyer, dat. Hildesheim 18. III. 1825.

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Album amicorum - Wiederhold, Johann Carl, Verleger und Buchbinder (1743-1826).

"Greiffensee im Canton Zürich." Gesamtansicht. Kupferstich-Albumblatt von Heinrich Grape. Göttingen, Wiederhold, [um 1820]. 10 x 17 cm.

€ 110,–

Brednich 580. - Rückseitig Eintrag (4 Verse) von Dorette Cludius, dat. Hildesheim 19. III. 1825. - Selten.

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Album amicorum - Wiederhold, Johann Carl, Verleger und Buchbinder (1743-1826).

"Das Schloss Wilhelmshöhe [in Kassel]." Kupferstich-Albumblatt von Heinrich Grape. Göttingen, Wiederhold, [um 1820]. 10 x 17 cm.

€ 88,–

Vgl. Brednich 238, hier in einer Variante mit mehr Figurenstaffage. - Rückseitig Eintrag (4 Verse) von W. Winneke, dat. Hildesheim 22. III. 1825.

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Album amicorum - Wiederhold, Johann Carl, Verleger und Buchbinder (1743-1826).

"Die Abderiten [nach Chr. M. Wieland]." Kupferstich-Albumblatt von Heinrich Grape. Göttingen, Wiederhold, [um 1820]. 10 x 17 cm.

€ 44,–

Brednich 747. - Straßenkampf um den Schatten eines Esels. - Rückseitig Eintrag (6 Verse) von Louise Wüstefeldt, dat. Hildesheim 22. III. 1825. - Leicht gebräunt.

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Album amicorum - Wiederhold, Johann Carl, Verleger und Buchbinder (1743-1826).

"Das Alexisbad am Harz." Kupferstich-Albumblatt von Heinrich Grape. Göttingen, Wiederhold, [um 1821]. 10 x 17 cm.

€ 99,–

Brednich 360. - Blick auf das Badehaus mit Kapelle. - Rückseitig Eintrag (4 Verse) von St. Wellenkamp, dat. Hildesheim 27. XII. 1824. - Leicht gebräunt.

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Album amicorum - Wiederhold, Johann Carl, Verleger und Buchbinder (1743-1826).

"Ansicht der neuen London Brücke." Kupferstich-Albumblatt von Friedrich Besemann (?). Göttingen, Wiederhold, [nach 1832]. 10 x 17 cm.

€ 77,–

Brednich 692. - Rückseitig Eintrag (4 Verse) von W. Steinert, dat. 26. I. 1860 [!].

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Album poetarum -, "Poesie" (Titel). Handschrift auf Papier.

Ohne Ort und Jahr, [ca. 1850-60]. 8°. 1 Bl., 36 nummerierte Seiten, 9 nn Bl., 60 weiße Bl. Hlwd. d. Zt. (bestoßen und berieben).

€ 55,–

"Liebliches Büchlein, das ich an's liebende Herz gedrücket | Mögest dem Jüngling du nie kommen zur Hand, der nicht liebt!" - Sammlung 66 Gedichtabschriften, meist Liebesgedichten von Kerner, Platen, Heine, Prutz etc.

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