Autographen und Buecher

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Sonderangebote - Wissenschaften

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Ein grösseres ästhetisches Werk

Adorno, Theodor W(iesengrund), Philosoph, Soziologe und Komponist (1903-1969).

Masch. Brief mit eigenh. U. Frankfurt am Main, 4. I. 1968. Fol. 1 Seite. Briefkopf. Gelocht. 

€ 418,–

An den Konzertagenten Dirk Nabering, der ihn wohl zu einer Vortragsveranstaltung eingeladen hatte: [...] Der Gedanke an sich sagt mir zu, etwa auch in der Gestalt eines Podiumsgesprächs mit Hans Mayer. Das Datum allerdings bereitet mir ernste Sorgen - ich bin tief in der Niederschrift eines grösseren ästhethischen Werkes [...] und muß versuchen, alles zu vermeiden, was mich von hier wegführt, über das Minimum an Erholung hinaus, dessen ich bei fortschreitendem Alter nun einmal bedarf. Dazu kommt das finanzielle Problem. Ehrlich gesagt, es ist ganz unmöglich, daß ich irgendwelche derartigen Verpflichtungen, die ein erhebliches Maß an Anstrengung und Konzentration mit sich bringen, ohne eine wirklich angemessene Remuneration übernehme. Es geht einfach nicht. Ich müßte, außer Aufenthalt und Reisespesen, mit einem Mindesthonorar von 1000 DM rechnen - weniger würde einem Kapellmeister von Rang ja auch nicht angeboten werden, wenn er für Ihre Gesellschaft ein Konzert dirigieren sollte [...] Unter diesen Umständen ist es wohl am besten, wenn wir eine solche gemeinsame Veranstaltung noch hinauschieben. Ich für meinen Teil wäre sehr froh, wenn sie sich realisiern würde [...]" - Adornos "Ästhetische Theorie" erschien 1970 aus dem Nachlass.

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Strawinsky - "im Zeitalter der Dreigroschenoper"

Bloch, Ernst, Philosoph (1885-1977).

Typoskriptdurchschlag mit eigenh. Korrekturen und U. Ohne Ort und Jahr [Berlin 1929]. Gr.-4°. 2 Seiten auf 2 Blättern. Gelocht. 

€ 1.500,–

Über ein Konzert seines lebenslangen Freundes Otto Klemperer (1885-1973): "Andere Meinung über Klemperers Strawinsky-Abend [...] Die Wahrheit ist seit alter Zeit ein dialogisches Wesen, hat immer durch Frage und Antwort, oft mit verteilten Rollen, ihr Reich gemehrt. Herr [Max] Marschalk [1863-1940] wundert sich zuerst, dass Strawinskys Geschichte von Soldaten überhaupt nochmals aufgeführt wurde, das scheint nicht so merkwürdig im Zeitalter der Dreigroschenoper. Strawinskys Jugendwerk hat doch zuerst diese Richtung gegeben; es ist ein Ulk, so ein frischer, aufrichtiger, ein Schlag mit der linken Hand, der wichtiger sein kann als das Streicheln und Glätten der Rechten. Wenn je hat in unserer Zeit die Improvisation ihr Recht. Und schließlich ist es eine Improvisation von Strawinsky, über den die Akten noch nicht geschlossen sind, weder im positiven noch aber auch im negativen Sinn. Die tolle Lumpenmusik entstand 1918, sie hat das ganze abgerissene Leben von damals in sich. In ihren Löchern und Hohlräumen taucht Landstraße, Grauen, Schenke, Märchen wieder auf, echt, nicht romantisch. Von hier bis zum Marmor des Ödipus Rex ist weiter Weg; man kann begierig sein ihn zu sehen. Und schließlich wiederholt sich Schlimmeres als Strawinsky dreimal in fünf Jahren. Die anderen Fragen sind leichter zu beantworten. Warum der Dirigent einen weissleinenen Arbeitskittel trug? [...] Von vornherein ist hier Respekt selbstverständlich; ein höchst kollegialisches Gefühl und das einzige, mit dem die Kritiker sowohl ihrem eigenen Ernst wie dem des Gegenstandsgerecht wird [...]" - Am 11. Oktober 1929 hatte Otto Klemperer die Aufführung der Strawinsky-Oper "Geschichte vom Soldaten" geleitet. Mit einem Russenkittel bekleidet, dirigierte er das auf die Bühne geholte Orchester. Im Zuschauerraum saßen u. a. Albert Einstein, Eugenio Pacelli, Gustav Stresemann, Bert Brecht und Kurt Weill. Die Begeisterung bei der Premiere war unbeschreiblich. Am nächsten Tag telegrafierte Klemperer dem Komponisten nach Paris: "Beifall kolossal". Doch als einige Tage das Abonnementpublikum die Aufführung sah, wurde sie ausgezischt. - Der Artikel war für die Vossische Zeitung geschrieben worden, blieb aber unveröffentlicht.

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Kunst im Maschinenzeitalter

Bloch, Ernst, Philosoph (1885-1977).

Eigenh. Manuskript. Ohne Ort und Jahr [Tübingen, 1964]. Fol. 9 1/2 Seiten auf 9 Blättern. 

€ 4.800,–

Sehr interessantes Manuskript in Tinte und Kugelschreiber, mit Korrekturen, Einschüben sowie Unterstreichungen in rotem Farbstift: "Rundfunk-Vortrag der 'Kunst im Maschinenzeitalter'": "Wir werden nackt und schutzlos geboren. In seiner Haut allein kann man sich nicht wohlfühlen. Jene muß auch in mehrerem Sinn bekleidet sein. | 1. | Es ist noch nicht gar so lang her, da waren wenigstens die besseren Leute recht warm behaust. Draussen gab es noch stille Strassen, mit Droschken, und die Zimmer sahen gemütlich aus, wie man sagte. Auch noch die Dinge darin wohnten (Deckchen, Etiu), alles gehöht und weich: Plüsch, Portieren [...] Generalnenner ist Unbekanntheit unseres Daseins und ein Ineinander von Flucht und Expedition daraus - auch zum Unterschied vor allen sicherer homogenen Stil-Zeiten, wo Gewänder, Sessel, Häuser, Bilder ganz undualistisch den gleichen Stil zeigten. Nun eben: Umbau der Erde wie noch nie: hier im Maschinenzeitalter, dort in versuchter neuer Expressio von Menschen und Dingen." - Der Vortrag wurde von Ernst Bloch am 26. März 1964 beim Hessischen Rundfunk eingesprochen und am 10. Mai 1964 auch gesendet (frdl. Hinweis von Dr. Frank Degler, Bloch-Archiv Ludwigshafen). - Unser Text bildet eine vielfach anders formulierte, aber in Inhalt und Gliederung ähnliche Vorstufe zu Blochs Vortrag "Über bildende Kunst im Maschinenzeitalter", den er auf einer Abendveranstaltung der "Documenta III" im Sommer 1964 in Kassel sowie aus Anlaß der ersten Ausstellung des Künstlerbundes Rhein-Neckar in Ludwigshafen 1964 gehalten hat. Druck dieses Vortragstextes in "Literarische Aufsätze" (S. 568-77) und in "Ästhetik des Vor-Scheins", Bd. II, hsg. von Gert Ueding, Frankfurt 1974 (S. 160 ff.). - Eigenhändige vollständige Manuskripte von Bloch sind äußerst selten.

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Brentano, Lujo, Nationalökonom (1844-1931).

Eigenh. Brief mit U. Cortina d'Ampezzo, 26. IX. 1892. 8°. 2 Seiten. Doppelblatt. 

€ 440,–

An Maximilian Harden, der ihn um einen Programmartikel gebeten hatte: "[...] Da Sie die Anonymität wenn auch nicht zur Regel machen, so doch gestatten, so bitte ich für diesen und etwa weitere Artikel aus meiner Feder die Anonymität völlig wahren zu wollen. Freilich weiß ich nicht, ob Sie den Artikel aufnehmen können. Einmal scheint er mir als für eine Wochenschrift zu lang geraten, wenn er auch für das, was ich auf dem Herzen habe, viel zu kurz ist. Sodann scheint mir Ihr Blatt, da Sie den Fürsten Bismarck zum Mitarbeiter haben, den Artikel nicht aufnehmen zu können. Denn ich kann mir nicht denken, daß Sie Ihr Blatt lediglich zu einem an sich farblosen Tummelplatz aller Arten von Mitarbeiter machen wollen. Der Artikel aber richtet sich ganz wesentlich gegen die vergangene Bismarcksche Politik und die durch sie erzeugte Gesinnung. Ich nehme Ihnen daher nicht nur nicht übel, wenn sie mir den Artikel zurücksenden, sondern ich bitte Sie geradezu, es zu thun, wenn er ihnen irgendwo nicht zusagt [...]".

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Buber, Martin, Religionsphilosoph (1878-1965).

Eigenh. Brief mit U. Talbiyeh, Jerusalem, 16. II. 1955. Fol. 1 Seite. Luftpost-Faltbrief mit rückseit. eigenh. Adresse.

€ 400,–

An den Theologen und Übersetzer Fridolin Stier (1902-1981) und Fräulein Beck in Tübingen: "[...] Erst jetzt, aus einer langen und schweren Arbeit emportauchend, kann ich in unser beider Namen für die schönen, nützlichen und so sinnreich ausgestatteten Gaben herzlich danken. Meine Frau ist eben von einer Grippe aufgestanden, sonst würde sie auch selber schreiben. Sonst geht es zur Zeit der ganzen Sippschaft gut. Der zweite Band der Schrift ist zum Teil schon abgeliefert, der Rest kommt wohl bis April in die Druckerei. Gegenwärtig lese ich Korrektur des ziemlich umfangreichen Vorworts zur 3. Auflage von Königtum Gottes [1956], indem sie einiges interessieren dürfte [...]" - Beiliegend ein Brief von Erna Krauss an dieselben, dat. 1. VII. 1958 mit einer Einladung "um Martin und Paula Buber zu sehen."

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Bultmann, Rudolf, Theologe (1884-1976).

Eigenh. Briefkarte mit U. Marburg, 1. IX. 1959. 15 x 9,5 cm. 

€ 300,–

An Hans Conzelmann: "[...] Für Ihren - erfreuenden u. zugleich beschämenden - Brief möchte ich Ihnen doch einen persönlichen herzlichen Dank sagen. Verzeihen Sie, daß es in solcher Kürze geschieht. Ich bin sehr im Gedränge, weil ich morgen zur 4 wöchentl. Badekur nach Krozingen bei Freiburg i. Br. reisen muß. Sie würden mich also im Sept. nicht in Marburg treffen. Aber wäre ein Zusammentreffen in Freiburg möglich? [...]". - Rückseitig ein gedruckter Dank für Glückwünsche zum 75. Geburtstag. - Hans Conzelmann (1915-1989) zählt zu den bedeutendsten Schülern Bultmanns, Er war wissenschaftlicher Assistent bei Helmut Thielicke in Tübingen, später Habilitation in Heidelberg, seit 1954 Professor in Zürich, dann Göttingen, wo er den Lehrstuhl für Neues Testament bis zu seiner Emeritierung 1978 innehatte. 1966 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.

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Candolle, Adolphe de, Botaniker (1806-1893).

Eigenh. Brief mit U. Genf, 13. III. 1886. 8°. 1 Seite. Doppelblatt. 

€ 440,–

Französisch an seinen Kollegen Carl Josef Schröter (1855-1939), dem er 190 Franken für die Büste des Naturforschers Oswald Heer (1809-1883) übersendet. Das Geld stamme aus einer Subskription innerhalb der "Société de physique et d'histoire naturelle", die auch im "Journal de Genève" veröffentlicht worden sei, allerdings ohne Erfolg. Die Namen der Spender fänden sich auf einer beigelegten Liste. - Möglicherweise bezieht sich der Brief auf die 1886 entstandene Gipsbüste von Baptist Hoerbst (1850-1919), die heute in der Kunstsammlung von Biel (Bienne) aufbewahrt wird. - Respektblatt mit Sammlervermerk.

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Cantor, Moritz, Mathematiker (1829-1920).

Gedruckter Rundbrief mit eigenh. U. "Dr. M. Cantor" sowie langer eigenh. Nachschrift. Heidelberg, 12. VIII. 1857. Gr.-4°. Zus. 2 1/2 Seiten. Doppelblatt. Bläuliches Papier. Mit eigenh. Adresse. 

€ 825,–

An den Berliner Mathematiker Carl Wilhelm Borchardt, Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Unter einem gedruckten Aufruf zur Mitarbeit an einer von Cantor und drei Kollegen geplanten "Kritischen Zeitschrift für Chemie, Physik und Mathematik" schreibt Cantor an weiter: "[...] Wenn auch Ihre sonstigen rein wissenschaftliche und litterarische Arbeiten Ihre Zeit so sehr in Anspruch nehmen, daß ich wohl weiß, wie viel ich verlange, wenn ich Sie um Ihre Mitwirkung auch bei unserer Zeitschrift bitte, so glaube ich doch mich der Hoffnung hingeben zu dürfen, daß Sie unseren Wunsch erfüllen und uns bei vorkommender Gelegenheit mit einem oder dem anderen Beitrage erfreuen werden. Ich erlaube mir gleichzeitig die Bemerkung, daß es in unserem Plane liegt auch den Zeitschriften unserer Fächer einigen Raum zu widmen und daß wir deshalb versuchen werden mit den wichtigsten derselben in Tauschverkehr zu treten. Ich werde deshalb jedenfalls so frei sein, Ihnen ein Exemplar unseres ersten Heftes zusenden zu lassen und bin hierüber Ihrer geneigten Antwort gewärtig [...]" - Cantor war der erste deutsche Professor für Geschichte der Mathematik in Heidelberg. Cantor war ab 1859 Mitherausgeber der "Zeitschrift für Mathematik und Physik", die er zu einer wichtigen Zeitschrift für Mathematikgeschichte im 19.Jahrhundert ausbaute. - Kleiner Randschaden im Adressblatt.

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Comenius, Johann Amos, Gelehrter und Pädagoge (1692-1670).

Zeitgenössische Briefabschrift. Ohne Ort [Amsterdam], 21./31. XII. 1660. Fol. 1 Seite. Doppelblatt mit Regeste. 

€ 880,–

Neujahrsbrief an einen Freund in lateinischer Sprache mit deutschen Einsprengseln: "[...] Die letsten Siben Bischoff, so die vergangne wochen Consecrirt worden, habend ihrem anfang um solche Collation gegeben, daß 900. Botteln von Seck Claret und ein hundert Botteln Reynischer Weyn außgesoffen worden. Dises ist ein wahrhafte wahrheyt. In Schottland sol alles grußamm dahergehen wie die vorige Parthey, und sol der National Covenant durch den Henker ofentlich verbrandt werden: Ach bettet, bettet und helffet mit rath und that nach [...] erstem vermögen [...] Eine gefahrliche conspiration ist entdeckt der König, sein Bruder, und General Plonk habend sollen hingerichtet werden [...] Helfet betten ô Heilige Brüder! [...]" - Comenius lebte seit August 1656 in Amsterdam. - Über diesen Brief ist in der Forschung nichts bekannt. - Etw. braunfleckig und mit kleinen Löchlein in der Knickfalte.

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Sieben Tage vor seinem Tod über seinen Hund

Einstein, Albert, Physiker und Nobelpreisträger (1879-1955).

Masch. Brief mit eigenh. Korrektur und U. "A. Einstein". Princeton, New Jersey, 11. IV. 1955. Gr.-4°. 1 Seite. Mit blindgepr. Briefkopf und frankiertem Umschlag (dieser leicht gebräunt).


€ 2.400,–

An David Sundheimer in München; geschrieben nur sieben Tage vor Einsteins Tod am 18. April 1955 in Princeton: "[...] Unser Hund ist erst im Alter blind geworden (mit etwa 12 Jahren). Es ist mir nicht bekannt geworden, dass es eine Methode gebe, um die Sehkraft wieder herzustellen. Falls es etwas derartiges gibt, kommt es natürlich ganz darauf an, was die Ursache der Blindheit ist. Ich weiss darüber nicht Bescheid. Mit ausgezeichneter Hochachtung [...]" In der Wendung "dass es eine Methode gebe" ist das Wort "gebe" als eigenhändige Korrektur eingefügt. - Aus Anlass von Einsteins 70. Geburtstag im Jahre 1949 erschienen mehrere Fotos, die ihn im Kreise seiner Familie und mit dem Wire Fox Terrier Chico zeigen. Bekannt ist Einsteins Ausspruch: "The dog is very smart, he feels sorry for me because I receive so much mail; that's why he tries to bite the mailman." - Vorzüglich erhalten.

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Friedinger, Carl, Pädiater (1821-1892).

26 eigenh. Briefe mit U. Wiesbaden, Wien, Villach, Strengberg u. o. O., 1875-1886. 68 1/2 S. Kl.-4°. Doppelblätter.

€ 660,–

Inhaltsreiche und umfangreiche Brieffolge an den österreichischen Politiker u. Entomologen Cajetan Freiherr von Felder (1814-1894) u. a. mit Geburtstags- und Namenstagsglückwünschen sowie Neujahrswünschen. Häufig ergreift Friedinger lobend Partei für Felder und äußert sich zu seiner politischen Arbeit und kritisiert dessen Gegner. - I. o. O., 7. August 1875: "[...] Der Dichter Ludwig Aug. Frankl schreibt mir von Fraunkirchen [...]: Kränkung u. Sorge frißt doch in die Seele wie Rost in den edelsten Stahl wenn noch so leise. Nun aber ist’s gut. Wer aber im Landtage war es, der die Gemeinheit niedertrat?’ [...]." - II. Strengberg, 7. September 1876: "[...] Ich habe [...] gelesen, daß in der Gemeinderaths-Sitzung d. 5. Septbr einige Gemeinderäthe sich wieder sehr unconstitutionel oder vielmehr sehr ungezogen wie man zu sagen pflegt betragen haben. Diese lieben es, regelmäßig jedes halbe Jahr ihren von den Gemeinderäthen selbst gewählten Bürgermeister zu beleidigen u. dadurch öffentliches Scandal zu machen. [...] ich [...] erlaube mir meine größte Erbitterung über die Ihnen jüngst angethane Beleidigung im Wiener Gemeinerathe Ihnen mittelst einem ehrfurchtsvollen Schreiben auszudrücken u. gleichzeitig Sie lebhaft zu beglückwünschen, daß die weitaus größte Zahl der Gemeinderäthe das Kiktorenamt übernom[m]en u. die Scandalmacher Schweigen gemacht hat. Ist [es] nicht eine sehr große Schande für die größte Stadt des Reiches, wenn die Bevölkerung keine besseren Vertreter als solche Scandalmacher sich zu wählen weiß? [...]." - III. o. O., 15. April 1886: [...] Über Ihren mir theuren Wunsch d. 13. beehre ich mich zu Ihrer [...] Kenntniß zu bringen, daß ich nicht im Besitze des gewünschten Protokolles der bewußten vertraulichen Landtags-Sitzung bin. Ich habe niemals Ihre Verteidigungsrede meiner Person zu sehen bekommen. Ich habe sogar diejenigen bezüglichen Papiere, welche in meinen Händen sind, nicht vollständig gelesen. Selbe liegen mit der Aufschrift "Niederträchtigkeits-Affaire" zusammengebunden in meinem Kasten. Ich denke mit Unwillen an jene Elenden zurück, gleichviel, ob selbe bereits die Erde deckt oder ob Sie in Ehren noch unter den Lebenden wandeln, welche Ihr edler, klar sehender Geist unter großer Anstrengung besiegen mußte. Die Phrase: "De mortuis nihil nisi bene" ist mir werthlos. Mir gilt als Grundsatz: Die Wahrheit über Alles. Auch die Todten sollen im Grabe noch die Wahrheit hören, wenn sie im Leben Schurken waren [...]." - Friedinger studierte von 1842-47 an der Universität Wien Medizin und wurde 1848 zum Dr. med., im folgenden Jahr zum Dr. chir. promoviert. Er war Magister der Geburtshilfe und erhielt seine weitere Ausbildung am Allgemeinen Krankenhaus in Wien. 1853 trat er in die staatliche Findelanstalt ein. Dort beschäftigte er sich intensiv mit dem Impfschutzwesen und habilitierte sich 1857 für Pockenschutzimpfung, 1866 für Säuglings- und Armenkrankheiten. Seit 1866 als Direktionsleiter der Findelanstalt tätig, wurde er 1868 in dieser Stellung vom Land Niederösterreich übernommen und wirkte in der nunmehr Niederösterreichischen Landes-Gebär- und Findelanstalt bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1888. Besondere Verdienste erwarb Friedinger sich um die Einführung der Kuhpockenimpfung in Österreich.. - Felder studierte von 1834-38 in Wien Rechtswissenschaften. Er wurde 1841 promoviert und assistierte seit 1843 an der Diplomatenschule Theresianum und wurde 1845 als Gerichtsdolmetscher vereidigt. Seit 1848 Hof- und Gerichtsadvokat, war er 1848-50 Mitglied des Wiener Gemeinderats; 1861 wurde er für die liberale "Mittelpartei" wiedergewählt und übernahm das Amt des Vizebürgermeisters und 1868 das des Bürgermeisters von Wien. Felder, der seit 1861 dem Niederösterreichischen Landtag angehörte, war 1880-84 Landmarschall für Niederösterreich. Er reorganisierte Verwaltung und Finanzwesen, modernisierte die Wasserwirtschaft der Stadt und erreichte repräsentative Baumaßnahmen. Wissenschaftliches Ansehen erwarb er sich als Entomologe und Besitzer einer bedeutenden Schmetterlings- und Käfersammlung. Seit 1860 war er Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. - Alle Briefe mit rotem Stempel "J. K. Riess | Handschriftensammlung" versehen.

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Zahlreiche Unterschriften von Naturwissenschaftlern

Gad, Johannes, Mediziner (1842-1926).

Studienbuch mit 39 eigenh. U. Berlin, 1869. 4°. 9 S. Gebräunt. Faltspuren. 

€ 700,–

Sehr interessantes "Anmelde-Buch" der Königlichen Friedrich Wilhelms- [heute: Humboldt-]Universität zu Berlin für den Medizinstudenten Johannes Gad. Gad wurde am 15. August 1869 in Berlin immatrikuliert und hörte dort bis zum Schluss des Wintersemesters 1873 Vorlesungen bei den besten Lehrern der Universität seiner Zeit. Diese haben die Anmeldung zu ihren Lehrveranstaltungen jeweils durch ihre eigenhändige Unterschrift bestätigt. - Die wichtigsten Eintragungen stammen von dem Anatom Robert Hartmann (1831-1893), dem Botaniker Alexander Braun (1805-1877), dem Physiker Heinrich Wilhelm Dove (1803-1879), dem Chemiker Ernst Robert Schneider (1825-1900), dem Zoologen Wilhelm Peters (1815-1883), dem Professor für Anatomie Karl Reichert (1811-1883), dem Mathematiker Ludwig Thomé (1841-1910), dem Philosoph Friedrich Harms (1816-1880), dem Physiologen Raymond Du Bois (1818-1896), dem Chemiker August Wilhelm Hofmann (1818-1892), dem Pharmakologen Karl Gustav Mitscherlich (1805-1871), dem Mediziner Quinke, dem Mediziner Ludwig Traube (1818-1876), dem Chirurgen Bernhard von Langenbeck (1810-1887), dem Arzt und Pathologen Friedrich von Frerichs (1819-1885), dem Gynäkologen Eduard Martin (1809-1875) und dem Pharmakologen Matthias Liebreich (1839-1908). Teilweise mit mehrfachen Eintragungen der Professoren. - Der Mediziner Johannes Gad studierte seit 1869 Medizin u.a. bei Emil Du Bois-Reymond an der Univ. Berlin (Promotion 1873, Studien über Beziehungen des Blutstroms in der Pfortader zum Blutstrom in der Leberarterie) und wurde dessen Assistent und habilitierte sich 1880 an der Univ. Würzburg. Seit 1884 Abteilungsleiter am Physiologischen Institut der Univ. Berlin, wurde er 1888 a.o. Prof. der Physiologie. 1893/94 richtete er als Gastprofessor das Physiologische Institut der Western-Reserve-University in Cleveland (Ohio, USA) ein und wurde 1895 o. Prof. der Physiologie an der Deutschen Univ. in Prag. Gad war Mitbegründer des "Zentralblatts für Physiologie", Mitherausgeber des "Reallexikons der medizinischen Propädeuti" (1896) und veröffentlichte u.a. ein "Kurzes Lehrbuch der Physiologie des Menschen" (1892, mit Jean François Heymans). 1887 wurde Gad in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen.

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Gay-Lussac, Louis Joseph, Physiker und Chemiker (1778-1850).

Eigenh. Brief mit U. Lussac, 9. XII. 1849. Kl.-4°. 1 Seite. 

€ 385,–

An den Chemiker Golfier-Besseyre, der 1830-48 im "bureau de garantie" Untersuchungen von Gold und Silber angestellt hatte. Dankt für einen Brief, der ihm unter dem Siegel der Verschwiegenheit mitgeteilt hatte, daß M. Bercioux als Inspektor des "bureau de garantie" seinen Abschied nehme. Lussac sollte an den Präfekten Pelouze schreiben: "[...] Malgré ma bonne volonté de vous être utile, vous sentirez facilement que je ne le puis pas encore? En agissant sous l'empire du plus grand secret dont je connaie point la source, je pourraie commetre une grave indiscretion, en prétant à M. Bercioux des intentions qu'il n'a peutêtre pas [...]" - Gay-Lussac entdeckte das nach ihm benannte Gesetz der Ausdehnung von Gasen und schuf die Grundlagen der chemischen Gasanalyse.

 

Hahn, Otto, Chemiker und Nobelpreisträger (1879-1968).

Eigenh. Brief mit U. Göttingen, 20. III. 1959. Kl.-4°. 1 Seite. Auf einer innen bedruckten Klappkarte. 

€ 330,–

Auf der leeren Seite 4 der gedruckten Büttenkarte mit Danksagungen für die Glückwünsche und Geschenke zu seinem 80. Geburtstag. An den Graphiker, Bühnenbildner und Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München Emil Preetorius (1883-1973): "[...] Lassen Sie mich Ihnen herzlich danken für Ihren so sehr lieben Brief zu meinem Geburtstag. Dazu kam nun noch der wundervolle Katalog ihrer berühmten Sammlung [Kunst des Ostens. Sammlung Preetorius. Hrsg. von Elisabeth Michaelis. 1963]. Ich habe das Buch schon ganz kurz angesehen, und ich freue mich sehr, es genauer studieren zu können, wenn meine Zeit ist hoffentlich bald zulässt. Darf ich Sie bitten, auch Herrn Dr. Andreas Lommel sehr schön für die Übersendung zu danken [...]" - Kleiner Fleck bei der Grußformel.

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Kinderwunsch

Hahn, Otto, Chemiker, 1944 Nobelpreisträger (1879-1968).

Eigenh. Brief mit U. "Einen lieben Kuss von Deinem Otto". Ohne Ort [Großes Hauptquartier], 3. I. 1918. 4°. 4 Seiten. Doppelblatt. 

€ 500,–

Sehr persönlicher Brief an Hahns Frau Edith (geborene Junghans), geschrieben an der deutsch-französischen Front während Hahns Tätigkeit in Fritz Habers "Gastruppe", u.a. über den vergeblichen Kinderwunsch der Eheleute: "[...] Deinen lieben Brief  von Sonntag Nacht hab ich heute früh bekommen. Ich sehe daraus, wie traurig Du doch bist, dass Du keinen kl. Otto hast und hätte an diesem Tage so gern bei dir sein mögen, um Dich ein bischen zu beruhigen. Was kannst Du denn dafür? Doch gar nichts. Ich mache mir doch auch keine Vorwürfe; und wer weiss, ob es nicht doch viel mehr an mir liegt, als an Dir. Von unserem Oberstabsarzt hörte ich vor mehreren Tagen, dass unser Oberleutnant Grebe so gerne einen weiteren Sprössling wünscht. Einen tat er seit 3 Jahren oder länger. Das lässt sich auch nicht zwingen, und da ist der Bann nun gebrochen. Ich habe auch in Frankfurt Vater gegenüber eine Bemerkung gemacht; der war auch völlig unbesorgt, auch wenn er ma so redet und kl. Anzüglichkeiten Dir gegenüber gemacht hat. Also denk nicht immer daran, sondern freu Dich doch, wie gut es uns geht [...]. Einen netten Rückblick aus der 'Kölnischen Zeitung' lege ich dir noch bei. Mit den U-Booten ist es ja in letzter Zeit wieder viel besser gegangen [...] wie der Korwettenkapitain Pothamel mit seinen 45000 versenkten Tonnen [...]. Neugierig bin ich, was sie weiter in Brest Litowsk aushecken werden [...]". - Von Januar 1915 bis zum Kriegsende 1918 war Otto Hahn Mitglied der von Fritz Haber geleiteten Spezialeinheit für chemische Kriegsführung. Er erprobte Gasmasken und neue Giftgase, beriet in der Heimat die Industrie bei der Herstellung von Gasmunition und war eine Zeit lang Verbindungsmann der Gastruppe im "Grossen Hauptquartier". Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk wurde am 3. März 1918 in Brest-Litowsk unterzeichnet. Otto und Edith Hahn bekamen 1922 ihren einzigen Sohn Hanno Hahn, den späteren Kunsthistoriker und Architekturforscher.

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Heidegger, Martin, Philosoph (1889-1976).

Eigenh. Brief mit U. "Euer Martin". Freiburg, 29. V. 1946. Kl.-4°. 2 Seiten. 

€ 900,–

An seinen früheren Studienfreund, den Historiker und Bibliothekar Ernst Laslowski (1889-1961) und dessen Frau Lene (geb. Irmler 1904-1986), die er in seinem Haus aufgenommen hatte, nachdem sie aus Schlesien (Breslau) in ihre alte Heimat geflohen waren: "[...] Es ist mir sehr leid, daß wir uns hier nicht mehr sehen, daß ich Euch nicht eigens in Euerer Heimat begrüßen kann. Aber der Hütte wegen müssen wir hinauf [nach Todtnauberg im Schwarzwald]. Auch möchte ich die günstige Zeit für die Arbeit nicht länger hinausschieben. Ich wünsche Dir, daß eine neue gute Sammlung an diesem Schreibtisch zu Dir kommt. Ich denke jetzt zurück an die fernen Tage, da wir uns in Freiburg [um 1912] zuerst begegneten. Vor allem hoffe ich, daß ihr recht bald zu uns hinaufkommt. Nimm in dieser Stube Alles wie Dein Eigenes [...]" Heidegger fügt in der Nachschrift Grüße an, u. a. an Friedrich Oehlkers und Dr. von Mann. Der Brief endet mit vier eigenh. Zeilen mit Grüßen und Wünschen von Elfride Heidegger.

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Heidegger, Martin, Philosoph (1889-1976).

Masch. Brief mit eigenh. U. "M. Heidegger". Freiburg, 2. II. 1950. Qu.-Gr.-8°. 1 Seite. 

€ 715,–

An die Buchhandlung Bouvier in Bonn: "[...] Ich danke für Ihre Anfrage vom 18. I. und für das Interesse an meinen Arbeiten im dortigen Kreis. Es ist mir nur leider zur Zeit nicht möglich, Ihrer Aufforderung zu folgen. Die Einladungen kommen in so grosser Zahl, dass ich zu Absagen gezwungen bin, weil sonst meine eigenen Arbeiten nicht mehr möglich wären [...]" - Papierbedingt leicht gebräunt.

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"Was heißt Denken?"

Heidegger, Martin, Philosoph (1889-1976).

Eigenh. Brief mit U. "Dein Martin". Meßkirch, 5. XI. 1952. Gr.-8°. 2 Seiten. Doppelblatt, einseitig beschriftet. Dünnes, leicht transparentes Papier. 

€ 900,–

An Lene Laslowski (geb. Irmler 1904-1986), die Frau seines früheren Studienfreundes Ernst Laslowski (1889-1961), die offenbar auf einer Fernreise unterwegs war: "[...] Dein lieber Geburtstagsgruß kam genau auf den Tag in der Hütte [in Todtnauberg] an. Ich danke Dir herzlich dafür. Inzwischen wirst Du viel gesehen und gelernt haben u. doch froh sein, wenn die Heimreise naht. Elfride und ich hatten sehr stille u. fruchtbare Hüttenwochen, allerdings bei sehr ungünstigem Wetter. Während des kurzen Aufenthalts Freiburg war Ernst [Laslowski] bei uns. Es war schön, zusammen zu sein. Seit Mitte Oktober bin ich hier, um mit [dem Bruder] Fritz einige Vorlesungsmanuskripte ['Was heißt Denken', 1954] druckfertig zu machen. Um den 20. Nov. herum bin ich wieder in Freiburg und hoffe dann Ernst wieder zu sehen. Wir machen uns wohl von der Welt, in der Du z. Zt. lebst, recht laienhafte Vorstellungen u. dennoch ist es eine Wirklichkeit, die wir in allen Vorgängen hier stündlich spüren [...] Fritz & Liesel lassen herzlich grüßen [...]".

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Heidegger, Martin, Philosoph (1889-1976).

Eigenh. Ansichtskarte mit U. "Euer Martin". Meßkirch, Pfingsten 1953. 1 Seite. Mit Adresse. 

€ 550,–

An seinen früheren Studienfreund, den Historiker und Bibliothekar Ernst Laslowski (1889-1961) und seine Frau Lene: "[...] In herzlichem Gedenken senden wir Euch beiden unsere herzlichsten Pfingstgrüße aus der erinnerungsreichen Heimat [...]" - Mit unterschrieben haben Martin Heideggers Bruder, Schwägerin und Neffe "Fritz Heidegger", "Liesel Heidegger" und "Thomas Heidegger". - Die Bildseite zeigt den Kirchturm der Stadtkirche St. Martin von Meßkirch.

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Helmholtz, Hermann von, Physiker (1821-1894).

Eigenh. Brief mit U. Thun, Hotel Bellevue, 12. IX. 1879. Gr.-8°. 1 Seite. Doppelblatt. 

€ 600,–

An seinen Assistenten, wegen des Chemieprofessors John I. D. Hinds (1847-1921) an der Cumberland University, der ihn um ein Berliner Vorlesungsverzeichnis und um Information über die Studiengebühren gebeten hatte, auf dem Respektblatt von dessen Brief: "[...] möchten Sie vielleicht so gut sein umstehendem Herrn einen Vorlesungscatalog (deutschen) zu senden, und ihm dabei einige kurze Notizen über Anfang des Semesters zu senden. Ersteres kann ich von hier aus nicht thun. Ich habe bisher sehr schönes Wetter in Pontresina gehabt und viel unternehmen können; Anfang dieser Woche ist aber viel Schnee gefallen und bin ich deshalb mit meiner Frau nicht wieder dahin zurückgekehrt. Wir bleiben wenige Tage hier; für etwa vorkommende Fälle werden Sie bei meinen Kindern unsere jeweilige Adresse erfahren können [...].

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Hufeland, Christoph Wilhelm, Arzt (1762-1836).

Eigenh. Brief mit U. Berlin, 27. IV. 1812. 4°. 1 Seite. Mit rückseit. Adresse und Siegelausriss. 

€ 400,–

Empfehlungsschreiben an den Arzt Michael Friedländer (1769-1824) in Paris: "Erlauben Ew Wohlgeb[oren], daß ich Hrn D. Wachter aus Holland, der sich nun wärend seines Aufenthalts auf hiesiger Universität als einen talentvollen jungen Arzt bewiesen hat, Ihrer gütigen Aufnahme und Unterstützung bey seinem Aufenthalt in Paris bestens empfehle [...]" - Einriss hinterlegt.

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Hufeland, Christoph Wilhelm, Mediziner (1762-1836).

Eigenh. Brief mit U. Ohne Ort [Berlin] und Jahr. Qu.-8°. 1 Seite.

€ 500,-

An einen Freund: "Nur zwey Worte, Lieber Freund, um Sie in Warschau zu bewillkommen, und Ihnen unser fortdauerndes Andenken und unser Bedauern bey Ihrer Abreise zu versichern. - Leider sind Ihre Briefe und Geld 8 Tage zu spät gekommen, doch hat Ihnen das 8 Tage unruhiges Erwarten erspart. Jetzt werden Sie sich selbst überzeugt haben, daß Ihr Hr. Vater lebt und auch Ihre übrigen Besorgnisse, wie ich hoffe, gehoben sein .- Lassen Sie uns bald etwas erfreuliches von sich hören. Leben Sie wohl, und seyen Sie der herzlichen Freundschaft versichert von Ihrem Dr. Hufeland." - Hübsch.

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Humboldt, Alexander von, Naturforscher und Geograph (1769-1859).

Eigenh. Brief mit U. "Al Humboldt". Potsdam, 24. I. 1849. Gr.-8°. 1 Seite Doppelblatt. Mit eigenh. Umschlag. 

€ 800,–

An den preußischen Staatsmann und Diplomaten Albert von Pourtalès (1812-1861) in Berlin. Empfehlungsschreiben für den französischen Gelehrten Augustin Pellissier (1819-1894): "[...] Vous voudrez bien me permettre une prière indiscrète. Le parleur de ces lignes, Mr Pélissier Professeur de Philosophie à l'Université de Paris, est venu à Berlin avec son ami Mr Galusqi qui a fait la belle traduction française du second volume de mon Cosmos. Mr Pélissier est un voyageur instruit, spirituel et aimable. Il vient déjà de parcourir l'Egypte [...]" - Pellissier veröffentlichte 1849 einen "Rapport [...] sur l'état de l'instruction publique en Égypte". Der im Brief erwähnte Mitreisende und Übersetzer von Humboldts "Kosmos" war Charles Galusky (1817-1897), der später auch die "Ansichten der Natur" und die "Kleineren Schriften" Humboldts ins Französische übertragen sollte. Pourtalès ging 1850 als preußischer Gesandter nach Konstantinopel, später war er in amtlicher Mission in London tätig, 1859 wurde er als Botschafter nach Paris gesandt, wo 1862 Otto von Bismarck sein Nachfolger wurde. - Reserviert bis 10. Oktober 2012 (Frankfurter Buchmesse).

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Kieser, Dietrich Georg von, Mediziner und Psychiater (1779-1862).

18 eigenh. Briefe mit U. Jena und Weimar, 1821-61. Verschied. Formate. Zus ca. 33 Seiten. Meist Doppelblätter. 

€ 1.200,–

Umfang- und inhaltsreiche hochinteressante Briefsammlung. An die Famile des Günther von von Bünau (1768-1841) in Leipzig und Rudolstadt über Zahlungen, Familiennachrichten, Reisevorbereitungen, eine Generalversammlung, Eisenbahnaktien ("daß die Eisenbahnactie auf 1 7/8% gesunken ist, und da ich meine Actien zu 2% gekauft habe, ist meine Spekulation zu Ende"), Staatspapiere, Hypotheken und Geldanlagen, über Logis im Gartenhaus, über die Studien von von Bünaus Sohn (u. a. bei dem Chemiker Johann Wolfgang Dobereiner: "Somit geht bisher alles gut. R. zeigt den besten Willen, obgleich er kein Sitzfleisch hat"). - Einzelne Briefe mit Siegelresten, dort teils etwas eingerissen. Zwei Briefe mit Randläsuren.

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Kirchhoff, Gustav Robert, Physiker (1824-1887).

Eigenh. Brief mit U. Heidelberg, 7. V. 1869. 8°. 1 Seite. Doppelblatt. 

€ 550,–

An den Herausgeber von "Crelle's Journal für die reine und angewandte Mathematik", den Mathematiker Carl Wilhelm Borchardt (1817-1880) in Berlin mit Dank für die Worte herzlicher Theilnahme: "[...] Der verlust, der mich betroffen hat, ist ein schwerer für mich, für meine 4 Kinder und für meine Schwiegereltern. Im Arme ihrer Mutter ist meine Frau gestorben [...] Die beiden Mädchen [...] will meine Schwiegermutter mit sich nehmen; 2 Knaben, von 11 und 10 Jahren, will ich bei mir behalten [...]".

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Krug, Wilhelm Traugott, Philosoph, Nachfolger Kants in Königsberg (1770-1842).

E. Manuskript mit (eigenh.?) U. Ohne Ort und Jahr [ca. 1820]. 4°. 2 Seiten. Kräftiges Papier. 

€ 800,–

Philosophisches Manuskript einer Abhandlung über Erkenntnisarten, offenbar Bruchstück aus einem größeren Kommentar zu einem (gedruckten?) Text: "Erkenntiß in Rücksicht ihrer natürlichen und wesentlichen Beschaffenheit, um daraus ihre Überzeugungen abzuleiten. Sollen also diese Überzeugungen objektiv gewiß seyn, so müssen die Gründe derselben objektiv zureichend seyn d. h. sie müssen die Vernunft in theoretischer Hinsicht befriedigen, indem sie aus der Natur des Objektes der Überzeugung abgeleitet sind. So ist der Logiker überzeugt, daß jeder Syllogism nur 3 terminos haben dürfe, indem er dies aus der Natur eines Syllogismus beweißt; es ist also objektiv gewiß [...] Objektive Gewißheit ist also nicht bloß durch das Anschauen oder den Eindruck äußerer Gegenstände möglich, sondern auch durch Räsonnement, sobald dasselbe den formalen und materialen Gesetzen der Erkenntniß gemäß ist. ad 6. der historische Beweis gibt darum niemals Gewißheit in strengem Sinne, weil er auf Induktion, Analogie und Zeugniß beruht; dies sind aber nur wahrscheinliche Beweisarten. Denn die Indukzion kann nie vollständig gemacht werden; die Analogie urtheilt nach bloßen Ähnlichkeitsverhältnissen; und Zeugnisse bleiben immer trüglich. Das Bewußtseyn der Möglichkeit des Gegentheils wird also durch den historischen Beweis nur ausgeschlossen. Es ist z. B. möglich, daß Alexander oder Cicero nicht gelebt haben. ad 7: Diese Lehre muß theils in guten Lehrbüchern der Logik, theils in den Schriften über die historische Kunst gesucht werden, z. B. Penzel de arte historica. Lpz. 784, 8°. Besonders lesenswerth sind: 1. Abhandlung über die historische Gewißheit [...]" - Krug ging 1801 als Prof. der Philosophie nach Frankfurt an der Oder, wo er Wilhelmine Zenge, die ehemalige Verlobte Heinrich von Kleists, heiratete und seine anonym veröffentlichten "Briefe über die Perfektibilität der geoffenbarten Religion" (1795) Anstoß erregten. Seit 1805 als Nachfolger Kants in Königsberg, lehrte er 1809-34 an der Univ. Leipzig, zu deren Rektor er 1813 und 1830 gewählt wurde und um deren Reform er sich verdient machte. Durch das Studium der kritischen Schriften Kants geprägt, distanzierte er sich vom Deutschen Idealismus. Er vertrat einen von ihm als Weiterentwicklung der Transzendentalphilosophie Kants aufgefaßten "transzendentalen Synthetizismus". - Leicht gebräunt. - Sehr selten: kein Autograph auf einer deutschen Auktion seit 1950 (vgl. JAP).

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Lepsius, Richard, Ägyptologe (1810-1884).

Eigenh. Brief mit U. Berlin, 15. II. 1848. 8°. 3 Seiten. Doppelblatt. 

€ 330,–

An den Kunsthistoriker August Christian Adolf Zestermann (1807-1869) in Leipzig: "[...] Der Wunsch des Archäologischen Instituts, Sie zu den seinigen zu zählen, ist [...] sehr verständlich, und ich darf mir dabei kein größeres Verdienst zurechnen, als Ihre übrigen Freunde hier. Wir haben uns wiederholt in unseren Archäologischen Versammlungen mit Ihren Basiliken ['Die antiken und die christlichen Basiliken nach ihrer Entstehung, Ausbildung und Beziehung zueinander dargestellt', 1847] beschäftigt; andre Arbeiten darüber sind wieder von zwei Seiten angekündigt und der Gegenstand ist so interessant, daß er so bald nicht wieder zur Ruhe gelangen wird, seit Sie ihn mit so viel eingehender Liebe wieder hervorgezogen und beleuchtet haben. - Es wird unter anderm jetzt aufgestellt, daß die Basiliken meist oder immer gar keine Vorderwand gehabt hätten, sondern nur durch einen Portikus an der schmalen Seite vom Forum getrennt gewesen seien [...]".

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Liebig, Justus von, Chemiker (1803-1873).

Eigenh. Brief mit U. München, 19. VIII. 1861. Gr.-4°. 1 Seite. Mit rückseit. Eingangsvermerk. 

€ 600,–

An die Verlagsbuchhandlung C. F. Winter in Leipzig: "[...] Ich beehre mich Sie zu unterrichten, daß der 119 Band der Annalen [der Chemie und Pharmazie, deren Herausgeber Liebig war] erschienen ist. Derselbe umfaßt 24 Bogen für die mir rth. 27 - f. 6 x 8 gutkommen; ich habe mir erlaubt diesen Betrag durch Herrn Raph[ael] von Erlanger [Bankier; 1806-1878] in Frankfurt mit 370 Thlr. pr. 1. Sept. auf Sie zu entnehmen. Der zweite Band von [Henry Thomas] Buckle's Geschichte [der Civilisation in England] ist in England erschienen, hoffentlich erscheint er auch bald in der deutschen Übersetzung [...]" Der Band erschien in der Übersetzung von Arnold Ruge noch 1861 bei Winter. - Kleine Klebespur außerhalb des Textes. Linke untere Ecke mit kleiner Sammlermarke von Ray Rawlins (1917-?). - Beiliegend ein amerikanisches Stahlstichportrait Liebigs.

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Meitner, Lise, Kernphysikerin und Mitarbeiterin von Otto Hahn (1878-1968).

Visitenkarte mit eigenhändigem Zusatz. Berlin-Dahlem, ohne Jahr (vor 1933). 

€ 300,–

Gedruckt: "Professor Dr. Lise Meitner | Mitglied des Kaiser-Wilhelm-Instituts | für Chemie | Berlin-Dahlem." - Eigenhändiger Zusatz: "als letzten Gruß." - Rostspur einer Klammer.

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Ritter, Carl, Geograph; Mitbegründer der wissenschaftlichen Erdkunde (1779-1859).

Brief mit eigenh. Datierung und U. Berlin, 26. III. 1858. Gr.-4°. 4 Seiten. Doppelblatt. 

€ 800,–

Sehr umfangreicher Brief an einen Bibliothekar der Stockholmer Universitätsbibliothek, dem er das Werk "Bilder aus Äthiopien" des Malers Johann Martin Bernatz (London 1852, Hamburg 1854) zum Ankauf empfiehlt: "[...] Als Vorstand der hiesigen geographischen Gesellschaft habe ich es [...] für eine Pflicht erachtet, im Verein mit mehreren Freunden die Verdienste des anspruchslosen und liebenswürdigen Künstlers, welcher die Ersparnisse einer langen Reihe von Jahren der Herausgabe dieses Werkes geopfert hat, soweit meine geringen Kräfte reichen, zur Geltung zu bringen. Seine Majestät der König von Preußen und die hiesigen Königlichen Ministerien haben unsem Wünschen in erfreulicher Weise entsprochen. Das Werk ist für die hiesige Königliche, wie für die Bibliotheken der Preußischen Universitäten angekauft. - Das Anerkenntniß, welches bedeutende Werke deutscher Schriftsteller und Künstler in Schweden zu finden pflegen, ermuthigt mich, Euer Hochwohlgeboren Vermittlung für gleichen Zweck ergebenst zu erbitten. Ihre Majestäten der König und die Königin von Schweden haben geruht, das Werk für die Königlichen Handbibliotheken anschaffen zu lassen, für das Königliche Museum zu Stockholm ist dasselbe bestellt und wird jetzt dorthin gesendet. In hohem Grade erfreulich würde es sein, wenn das werthvolle Werk auch in der Bibliothek der, Ihrer Fürsorge anvertrauten, Universität Aufname fände [...]" Ritter unterschreibt als "Prof. p. O. | Mitglied der Académie der Wissenschaften in Berlin und Stockholm". - In der Stockholmer Universitätsbibliothek ist die Erstausgabe des Werkes vorhanden. - Einrisse in den Knickfalten.

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Rosenkranz, Johann Karl Friedrich, Philosoph (1805-1879).

Eigenh. Brief mit U. Halle, 12. IV. 1832. 4°. 3 Seiten. Doppelblatt mit Adresse. 

€ 638,–

An den Verlag Brockhaus in Leipzig mit ausführlichen autobiographischen Mitteilungen zur Verwendung im Konversationslexikon: "[...] Ich habe in dem Vorstehenden, natürlich mit der Eitelkeit eines vielschreibenden Autors, nur eine Übersicht meiner Leistungen geben können, wie sie mir erscheinen [...]" - Rosenkranz lehrte in Halle und Königsberg. Er verfasste insgesamt etwa 250 Artikel und 65 Bücher zu verschiedensten geisteswissenschaftlichen Bereichen, darunter eine Gesamtdarstellung Goethes. Rosenkranz ist der einzige zeitgenössische Hegel-Biograph. - Gut erhalten. - Sehr schöner autobiographischer Brief.

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Ernst Jünger - François Perroux

Schmitt, Carl, Staatsrechtler und Philosoph (1888-1985).

Eigenh. Brief mit U. "Carl Schmitt". Plettenberg, 30. XII. 1974. Fol. 3 Seiten. 

€ 600,–

An Julien Freund, in Deutsch mit französischen Einschüben, über Ernst Jünger, dessen Ehefrauen und die Arbeit an einem Artikel über François Perroux: "[...] Ich füge Ihnen einen Abdruck einer 'Silhouette' bei, die die verstorbene Frau Gretha Jünger (geborene von Jeinsen) 1955 geschrieben hat. Zeigen Sie bitte Ihrer Frau dieses - wie ich glaube seltene - Dokument einer Äusserung von einer Frau über die Frau eines Freundes. Ernst Jünger hat mich im letzten Sommer hier in San Casciano besucht, mit seiner zweiten Frau und dem Sohn aus erster Ehe, meinem Patenkind [...]. Ich befinde mich in einem entsetzlichen Termin-Stress: am 15. Januar soll ich das korrigierte Manuskript meines Beitrages zu dem François-Perroux-Cahier des Institut de Sciences Mathématiques et Économiques appliquées (Collège de France) zurückschicken. Es sind 20 Maschinen-Seiten. Die französische Übersetzung [...] scheint mir sehr revisionsbedürftig. Auch habe ich einige handschriftliche Zusätze gemacht [...]. In meiner Not habe ich [Piet] Tommissen gebeten, das von mir korrigierte Manuskript zu lesen und dort (in Brüssel) abschreiben zu lassen, um es druckreif zu machen [...]. Heute verlangen die deutschen Verleger absolut druckreife Manuskripte. Die Drucker (Setzer) strengen sich nicht mehr an. Alles muss mit Computer-Exaktheit funktionieren [...]". - Mit keinem anderen Briefpartner führte Carl Schmitt einen derart langen und intensiven Briefwechsel wie mit Julien Freund (1921-1993). Er sah in dem französischen Politikwissenschaftler seinen genialen Fortsetzer, beide verband eine enge Freundschaft. - Die erwähnten "Silhouetten" von Gretha Jünger erschienen 1955 im Neske-Verlag, Pfullingen. Laut Piet Tommissen erhielt dieser nicht die in Paris hergestellte Übersetzung des Perroux-Beitrages, sondern das deutsche Original mit Carl Schmitts Ergänzungen. - Abgedruckt und kommentiert von Piet Tommissen in "Schmittiana VIII", Berlin 2003, Nr. 68, S. 72 ff.; ders. zum Verhältnis Carl Schmitt - Julien Freund in: Kraus, Souveränitätsprobleme der Neuzeit. Berlin 2010, S. 9ff. - Schmitt ist der wohl umstrittenste deutsche Staatsrechtler des 20. Jahrhunderts. Seine antiparlamentarischen Theorien erlebten in den sechziger Jahren eine europaweite Renaissance durch Extremisten von Rechts und Links.

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Max Weber - Hitler - Theodor Heuss

Schmitt, Carl, Staatsrechtler und Philosoph (1888-1985).

Eigenh. Brief mit U. "Carl Schmitt". Plettenberg, 3. I. 1975. Kl.-4°. 4 Seiten. 

€ 800,–

Interessanter, ausführlicher Brief in Französisch und Deutsch an Julien Freund, über Max Weber, Adolf Hitler, Theodor Heuss und das Ermächtigungsgesetz: "[...] Wolfgang Mommsen hat 1974 zwei Bücher über Max Weber publiziert: 1) eine 2. Auflage seiner Max Weber Monographie von 1959 [...]; 2) eine Sammlung von Aufsätzen über Max Weber in Suhrkamp Taschenbuch / Wissenschaft Nr. 53 [...]. Dieses Buch können Sie sich in Strassburg leicht beschaffen, eventuell lasse ich es Ihnen durch eine deutsche Buchhandlung zusenden. Ich meine, Sie müssten es p. 4 note 1 zitieren. ad Max Weber - Hitler [...] 2) il faut distinguer deux problèmes Max Weber: a) Max Weber 'coupable' comme promachos de la démocratie plébiscitaire; c'est une des réussites de W. Mommsen; je viens de recevoir de Rome une monographie sur ce problème, dirigée contre M. W. et ma personne: Francesco Mercadante, université de Rome, Ed. Giuffrè; la dém. plébiscitaire comme le mal originaire en soi-même. Quelle alles Übels [...] b) Max Weber 'coupable' de revanchisme; voyez la conclusion de mon article pour le cahier Perroux. Weber souffrait un véritable trauma, un choc létal; il a senti l'humiliation de Versailles comme humiliation personelle [...] 4) le complexe d'un alibi. Si vous lisez attentivement ce que W. Mommsen écrit sur Naumann et Theodore Heuss, vous me comprendrez mieux (p. e. p. 234 quand Mommsen dit qu'il n'est pas 'Zufall' que 'Th. Heuss, der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland' etc. Moi, C. S., je me permets la question; était-il donc 'zufällig' qu'il (Th. Heuss) a donné son vote pour Hitler et pour le 'Ermächtungsgesetz' du 24 mars 1933? Qu'est-ce que cela signifie? [...]". - Mit keinem anderen Briefpartner führte Carl Schmitt einen derart langen und intensiven Briefwechsel wie mit Julien Freund (1921-1993). Er sah in dem französischen Politikwissenschaftler seinen genialen Fortsetzer, beide verband eine enge Freundschaft. In vorliegendem Brief geht es um einen Artikel, den Julien Freund für die Zeitschrift "Anthinéa" zum Thema "Fascisme et fascismes" vorbereitete. Das Heft sollte im Juni/Juli 1975 erscheinen, wurde aber nie veröffentlicht. Schmitt und Freund nehmen Bezug auf Wolfgang Mommsens Schriften "Max Weber und die deutsche Politik 1890-1920" (Tübingen 1959) und "Max Weber. Gesellschaft, Politik und Geschichte" (Frankfurt 1974), darin u.a. der Text "Über Naumann und seinen Einfluss auf Heuss". - Abgedruckt (mit Abweichungen) und kommentiert von Piet Tommissen in "Schmittiana VIII", Berlin 2003, Nr. 69, S. 74 ff.; ders. zum Verhältnis Carl Schmitt - Julien Freund in: Kraus, Souveränitätsprobleme der Neuzeit. Berlin 2010, S. 9ff. - Schmitt ist der wohl umstrittenste deutsche Staatsrechtler des 20. Jahrhunderts. Seine antiparlamentarischen Theorien erlebten in den sechziger Jahren eine europaweite Renaissance durch Extremisten von Rechts und Links.

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Sombart, Werner, Soziologe und Volkswirt (1863-1941).

Eigenh. Brief mit U. Berlin-Charlottenburg, 15. VI. 1908. Gr.-8°. 1 Seite. 

€ 330,–

An Maximilian Harden: "[...] nun komme ich doch noch mit meinem Reklameartikel und der Bitte, ihn bei sich aufnehmen zu wollen: die Redaktion des 'Morgen' hat wider all mein Erwarten im letzten Augenblick doch noch die Aufnahme verweigert [...]" - Möglicherweise für seine Schrift "Kunstgewerbe und Kultur" (1908).

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Sommerfeld, Arnold, Physiker (1868-1951).

Masch. Brief mit eigenh. U. München, 13. V. 1935. Fol.1 Seite. Absenderstempel. Gelocht. 

€ 550,–

An den Physiker Karl Mey (1879-1945) als Vorsitzenden der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: "[...] Das holländische Comité für das [Pieter] Zeeman-Jubiläum bittet mich, als Obmann des deutschen Subcomités, zu der Feier am 25. h. nach Amsterdam zu kommen. Ich will das tun, wenn ich die nötigen Devisen erhalten kann. Unsere Akademie hat mir hierfür einen Empfehlungsbrief gegeben; Geld als Reisezuschuss hat sie aber nicht zur Verfügung. Nun fällt mir ein, dass Sie mir vor einem Jahr sagten, Sie hätten Fonds, um eine damals von mir geplante Reise nach Amerika zu unterstützen, die nachher nicht zur Ausführung kam. Können Sie statt dessen die Reise nach Amsterdam subventionieren? Ich würde dann auch die Glückwünsche der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in einer Rede übermitteln. Die Sache wird schätzungsweise 200 M kosten. Ich bin aber auch mit weniger zufrieden und zahle gern aus eigener Tasche dazu [...]" - Eigenh. Bleistiftanmerkung Meys "18. 5. Telegr. beantw. 'Mit Ihrem Vorschlag sehr einverstanden.'"

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Wöhler, Friedrich, Chemiker (1800 -1882).

Eigenh. Postkarte mit U. Göttingen, 20. I. (ca. 1876). 1 Seite. Mit Adresse. 

€ 450,–

An den Archivar Adolf Buff (1838-1901) in München: "Meinen herzlichen Glückwunsch | zu dem sehr erfreulichen Ereigniß. | Wöhler." - Wöhler schuf die Harnstoffsynthese und entdeckte u. a. die Elemente Aluminium, Beryllium und Silizium. - Adolf Buff wurde als ältester Sohn des Physikers und Chemikers Heinrich Buff in Gießen geboren. Auf Einladung von Justus von Liebig ging er nach München, wo er an der dortigen Universität 1868 zum Dr. phil. promoviert wurde. Buff war seit 1876 mit Eugenie Hohenadel verheiratet. Sie hatten einen Sohn. Charlotte Buff, Vorbild der Lotte in Goethes "Die Leiden des jungen Werthers", war seine Großtante. - Gering fleckig.

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