Autographen und Buecher

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Sonderangebote - Kunst

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Bauhaus - Albers, Josef, Maler (1988-1976).

Eigenh. Brief mit U. New Haven, 28. IV. 1965. Quer-Kl.-4°. 1 Seite. Mit eigenh. adressiertem Umschlag.   

€ 350,–

An Eckart Neumann in Frankfurt am Main, wegen seiner Beteiligung an dessen Veröffentlichung "Bauhaus und die Bauhäusler": "[...] Beiliegend zwei kleine 'statements' die Sie gebrauchen können. Wenn nicht beide, dann wäre mir II am wichtigsten vielleicht ohne die 2 letzten Sätze, als Sonderpost etwas mehr [...]" - Neumann, der in den 50er Jahren in Dessau und Ulm studierte hatte, trug seit Mitte der 60er Jahre durch Ausstellungen und Publikationen zur Wiederentdeckung des Bauhauses bei. 1964 stellte er für den Katalog "Bauhaus - Idee - Form - Zweck - Zeit" Erinnerungen der Bauhäusler zusammen, 1971 erschien sein bekanntestes Buch "Bauhaus und die Bauhäusler". - 1920 kam Albers an das Bauhaus in Weimar, wo er am Vorkurs von Johannes Itten teilnahm. Als dieser 1923 das Bauhaus verließ, leitete Albers den Vorkurs, bevor er zum Werkmeister in der Glasmalereiwerkstatt aufstieg. 1925 wurde Albers von Walter Gropius als Jungmeister an das Bauhaus nach Dessau berufen, 1930 wurde er stellvertretender Direktor. Als 1933 das Bauhaus durch die Nationalsozialisten geschlossen wurde und alle Lehrkräfte entlassen wurden, verließ Albers mit seiner Frau Anni Albers, die am Bauhaus gelernt hatte und kommissarisch nach Gunta Stölzl als Werkmeisterin an der Leitung der Weberei beteiligt war, Deutschland und emigrierte in die USA. - Gelocht.

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"the weimar gropius office"

Bauhaus - Bayer, Herbert, Fotograf, Designer und Bauhauslehrer (1900-1985).

Masch. Brief mit eigenh. U. "Herbert". Montecito, California, 2. VII. 1984. Fol. 1 Seite. Gelocht. Mit Umschlag.    

€ 300,–

An den Designer Eckhard Neumann in Frankfurt: "[...] I am not able to give you any information about the lighting fixture in the weimar gropius office. I have not seen the folder which you received from walter allner about my book, but expect the book to be going on the market sometime in august, there have been some negotiations with german publishers, but I only know that prestel verlag is taking on 1,000 volumes for distribution, the dumont-kunstverlag would certainly be an appropriate publisher [...]" - Gemeint ist das von Arthur A. Cohen herausgegebene Buch "Herbert Bayer. The Complete Work" (1984). - Eine Kopie des Antwortbriefes liegt bei.

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Bonatz, Paul, Architekt (1877-1956).

Eigenh. Brief mit U. Stuttgart, 3. XI. 1940. Fol. 1/2 Seite. Briefkopf. Gelocht.    

€ 300,–

An den Bildhauer Schwab: "[...] Sie hatten seinerzeit großes Interesse an unserem Entwurf für das Oberkommando Kriegsmarine in Berlin. Der Entwurf ist inzwischen viel plastischer geworden. Wenn Sie ihn einmal Sonntags oder Montags gegen Mittag ansehen wollen, wird mich Ihr Besuch freuen [...]" - Paul Bonatz war einer der einflussreichen deutschen Architekten und Architekturlehrer des 20. Jahrhunderts. Sein wichtigster Bau, der Stuttgarter Hauptbahnhof (1911-27). - Selten.

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"ein Bild ist ein Kunstwerk und nicht ein Briefmark"

Chirico, Giorgio de, Maler (1888-1978).

Eigenh. Brief mit U. Rom, "Piazza di Spagna 31", 28. III. 1956. 4°. 2 Seiten.    

€ 1.500,–

    An einen Herrn in deutscher Sprache: "[...] Ich sende Ihnen zurück die Photo von dem einzigen Bild welches echt ist. Die drei 'metaphysischen' sind alle drei falsche Bilder, die wahrscheinlich aus Paris kommen. - Ich muss die photos von den falschen Bildern behalten und bitte Sie mir Namen und Adresse schreiben von dem, oder diejenigen die Ihnen die Falsche Bilder angeboten haben. Jetzt ich bleibe hier, bis Juni. Ich habe manche metaphysische Bilder, wenn Sie kaufen wollen; nur ich musss Ihnen sagen dass die Autentik die Ich hinter dass Bild schreibe ist dass Ich das Bild gemalt habe und mein Namen ist von meiner Hand geschrieben. Wenn jemand mir fragt in welchem Jahr ich dass Bild gemalt habe dann antworte ich dass ein Bild ist ein Kunstwerk und nicht ein Briefmark [...]" - Chirico gilt als einer der meistgefälschten Künstler des 20. Jahrhunderts. Er war dafür berühmt, dass er Bilder von sich in Museen regelmässig als Fälschungen beschimpfte. Ab 1911 hatte er seine "pittura metafisica" entwickelt und später mit den Versatzstücken von einst "neometaphysische" Bilder gemalt. So kopierte er auch Erfolgsstücke der frühen Jahre, etwa "Piazza d'Italia", bis zu 400 Mal. Sie seien "sehr gefragt, gut bezahlt, warum sollte ich sie nicht neu malen?", soll er gesagt haben. - Rückseitig kleine Montagespur.

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"wirklich sehr seltsame Münchner Kunstpresse"

Finsterlin, Hermann, Architekturvisionär, Designer, Maler, Dichter, Essayist und Komponist (1887-1973).

2 eigenh. Briefe m. U. "Finsterlin". Seefeld in Tirol, 26. V. bis 4. VII. 1964. Gr.-8°. Zus. 3 Seiten. Mit eigenh. Umschlag.    

€ 600,–

An den Münchener Journalisten Wolfgang von Weber, mit der Bitte um Entschuldigung für die harsche Kritik an Webers Rezension der Ausstellung "60 Jahre Finsterlin. Querschnitt durch sein Schaffen",  die am 8. Mai 1964 in München eröffnet worden war, mit zahlreichen, hier beiliegenden Geschenken zur Wiedergutmachtung: "[...] Ihre fdl. Besprechung war abgesehen von den, neulich erwähnten Fehlurteilen, an denen ich ja selbst die Schuld trug, in der Grundstimmung doch so positiv und wohlwollend, dass ich Ihnen, auch als dem einzigen interessierten Experten der wirklich sehr seltsamen Münchner Kunstpresse, nicht nur mit Worten danken möchte. Da ich es bei aller bewiesenen Sympathie doch etwas schwierig finde, Ihnen mit einer Arbeit Freude zu machen, (was natürlich immer noch nachgeholt werden kann) - darf ich Sie wohl bitten, das beiliegende, neutrale, bescheidene Geschenk freundlich zu empfangen, und meine, vielleicht verständliche Reaction auf die kl. Missverständnisse zu verzeihen [...]". - Im zweiten Brief vom 4. Juli schickt Finsterlin abermals Freundesgaben: "[...] das im [Ausstellungs-]Katalog (den Sie wohl besitzen?) vergessene Vorwort, - auch die eigentlich recht gute Ansprache von Hasinger, - noch eine der besten Rezensionen von früher, und - als vielleicht ganz interessanten Gegenpol zu München ein Echo meines alten Freundes, Astrologen und Malers Steiner aus Californien [...]". - Alle genannten Abschriften, das Vorwort sowie der Katalog einer Berliner Finsterlin-Ausstellung (das im ersten Brief erwähnte "neutrale, bescheidene Geschenk") liegen hier bei. - - Finsterlin war ein Wanderer zwischen den ästhetischen Welten und künstlerischen Stilen, der in seinen, meist nie realisierten, architektonischen Entwürfen sich als seiner Zeit weit voraus erwies. Nach der Begründung einer freien Künstlergruppe in Schwabing wandte er sich um 1918, wohl unter dem Einfluss der Anthroposophie, mythologischen und märchenhaften Themen zu, aus intensiver Nietzsche-Lektüre entstand ein "Zarathustra"-Aquarell. 1919 forderte ihn Walter Gropius auf, in einer Ausstellung die Entwürfe seiner "Traumhäuser" vorzustellen, im selben Jahr wurde er Mitglied der Gläsernen Kette. 1921 entwarf er das "Stilspiel" für Architekten und einen "Baukasten für Zukunfts-Stil", bevor er 1926 nach Stuttgart zog, wo die Kinder die dortige Waldorfschule besuchten. 1930 Vorträge am Bauhaus in Dessau, dann Dekorationen für das Stuttgarter Künstlerfest "Spuk" und die Erste International Kunstausstellung, Wand- und Deckengemälde in Bad Mergentheim, Schömberg und auf Mallorca. Intensive Kontakte zu Erich Mendelsohn, Bruno und Max Taut, Walter Gropius und den Amigos de Gaudí. Finsterlins Plan, das Olympia-Gelände in München 1972 zu gestalten, wurde nicht verwirklicht. - Vgl. Reinhard Döhl, Hermann Finsterlin. Eine Annäherung, Stuttgart 1988.

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Goethe-Kreis - Oeser, Adam Friedrich, Zeichner und Bildhauer, Lehrer Goethes (1717-1799).

Eigenh. Brief mit U. Eutritzsch, ohne Jahr. Schmal-8° (5,5 x 20 cm). Mit rückseitiger Adresse.

€ 300,–

Billett an [den Kaufmann Christoph Gottfried?] Bachmann: "[...] Hätten sie in diesen Ferien Gelegenheit H. [Christoph Heinrich?] Ploß zu sprechen und könnten durch irgend eine Veranlassung, erfahren, ob derselbe, die an ihn geschickte Quittung, über die erkauften Gemälde die 75 Thlr betrug, erhalten hat; ich schickte sie ins Hauß den Dienstag nach der Zahlwoche, und habe gar keine Antwort erhalten, so, daß ich befürchte, daß sie wohl gar in unrechte Hände gekommen und doch finde ichs unschicklich zu mahnen, sie werden es schon machen [...]" - Siegelrest.

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"Ich bin mit Schinkel gross geworden"

Gropius, Walter, Architekt, Mitbegründer und Direktor des Bauhauses in Weimar und Dessau (1883-1969).

Masch. Brief mit eigenh. Korrekturen und U. "Walter Gropius". Cambridge, Harvard University, 4. I. 1938. Fol. 1 Seite. Briefkopf.    

€ 800,–

An den Kunsthistoriker Johannes Sievers, Mitarbeiter an der großen "Schinkel-Lebenswerk"-Ausgabe von Paul Ortwin Rave. Sievers hatte Gropius gebeten, Fotos von drei in seinem Besitz vermuteten Entwürfen Schinkels zu Rundmedaillons zur Verfügung zu stellen. Gropius zeigt sich an dem Projekt interessiert, kann die Bitte aber nicht erfüllen: "[...] Die Aufgabe, der Sie sich unterziehen, ist sehr interessant und wertvoll. Ich bin mit Schinkel gross geworden und bewundere sein Lebenswerk. Als ich bei [Peter] Behrens arbeitete, habe ich mich eingehend mit vielen seiner Arbeiten beschäftigt und ich habe manches von seinem Geist aufgenommen. - Was die Rundmedaillons anbelangt, so kann ich leider nicht helfen [...] ich habe aus der Erbschaft von meinen Eltern keine von diesen Medaillons, die mir freilich sehr wohl bekannt sind. Sie sind an meine Schwester gegangen, wir wollten sie nicht teilen, damit sie zusammenbleiben [...] Ich bin ziemlich sicher, dass diese kobaltblauen Skizzen als Medaillonfüllungen gedacht waren [...] Ich befinde mich hier sehr wohl in einer einflussreichen Position. Schon in dem ersten Jahre meines Hierseins habe ich meinen Wirkungskreis bedeutend erweitern können [...]" - Gropius war 1934 nach England, 1937 in die USA emigriert. - Mit Eintragung des Empfängers sowie kleinen Klammerspuren. - Beiliegend der Durchschlag des Gegenbriefes.

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Gulbransson, Olaf, Zeichner und Graphiker (1873-1958).

Eigenh. Brief mit Bleistiftzeichung (ca. 6 x 11 cm) und U. Ohne Ort und Jahr [Tegernsee]. Fol. 1 Seite. Bleistift.    

€ 450,–

An den Verleger Adolf Spemann in Stuttgart: "[...] Wäre es nicht am Besten - Sie nehmen ein schönen Tag unter den Arm, und kommen hinaus. Aber amende doch vorher anzurufen [...] 'Der Preis' - für Ihren Kopf wäre in gesetstem Fall: 1000 M."

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Heartfield, John (eigentl. Helmut Franz Josef Herzfeld), Maler und Graphiker (1891-1968).

Masch. Brief mit eigenh. U. "John Heartfield". Berlin, 1. VII. 1966. Gr.-8° (20,5 x 15). 1 Seite. Briefkopf. Gelocht.    

€ 480,–

An die Redaktion des "Neuen Deutschland" in Berlin: "Werte Genossen! Ich bitte Sie so freundlich zu sein und meinen Brief an Herrn Hans Krause weiterzuleiten, da ich seine Adresse nicht kenne. Mit  sozialistischem Gruß John Heartfield." - Gemeint ist der Schauspieler, Kabarettist und Schriftsteller Hans Krause (geb. 1924), Gründungsmitglied und zeitweise Direktor des Kabaretts Die Distel. - Selten.

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"cette belle femme, la peinture"

Ingres, Jean-Auguste-Dominique, Maler (1780-1867).

Eigenh. Brief mit U. Paris, 8. III. 1849. Gr.-8°. 6 Seiten auf einem Doppel- und einem Einzelblatt mit gepr. Bordüre.    

€ 7.500,–

Verkauf nicht vor dem 27. Januar 2017 (Stuttgarter Antiquariatsmesse)! - Prachtvoller großer Brief an einen Freund, in dem Ingres u. a. auf die politischen Wirren der Zweiten Republik eingeht. Um nicht verrückt zu werden habe er sich ganz auf die Malerei verlegt. Eben arbeite er an einem Porträt. - Le peintre remercie son ami pour une lettre élogieuse, exprime longuement ses sentiments de "vraie et sincère amitié" envers lui et souhaite que sa santé s'améliore. Il évoque avec horreur la vie politique en cette période troublée de la Deuxième République : "Vous parlerai je à présent de ces diables d'enfer sortis de nos pavés [...] se nourissant de cadavres, planant comme des vautours sur des hommes féroces qui s'égorgent. Un âge de fer; c'est la ce qui a été, et ce qui est encore, voyez les provinces : ici nous respirons un peu, il est vrai, mais ils sont toujours là et épient le moment [...] belle france, comme ils l'ont traitée". Pour ne pas devenir fou, il s'est jetté "dans les bras de cette belle femme, la peinture et elle daigne me consoler et m'aimer". Il évoque encore un portrait en cours, ses rapports avec le duc de Luynes et le château de Dampierre, des amis communs dont Flandrin, ses multiples occupations, la santé de sa "bonne femme", sa propre santé ("je me porte à merveille [...] mon âme est toujours ausi jeune et plus qu'à vingt ans"). - Sehr inhaltsreiches Schreiben. - Verkauf nicht vor dem 27. Januar 2017 (Stuttgarter Antiquariatsmesse)!

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Ecce Homines - Kokoschka in Hamburg

Kokoschka, Oskar, Maler (1886-1980).

Eigenh. beschriftete Karte mit U. Villeneuve, 1956. 6,3 x 10 cm. 1 Seite.    

€ 400,–

"Ihr Oskar Kokoschka Villeneuve, 1956". - Beiliegend ein von Kokoschka eigenh. signiertes Exemplar von "Kunst des Mosaiks. Eine Ausstellung der BP anläßlich der Übergabe des Mosaiks 'Ecce Homines' von Oskar Kokoschka an die Hauptkirche St. Nikolai". - Kokoschka war bei der feierlichen Einweihung des  Altar-Mosaikes am 12. IV. 1974 in Hamburg zugegen. - Beilagen.

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Kubin, Alfred, Graphiker und Schriftsteller (1877-1959).

Eigenh. Brief mit U. Zwickledt, 28. XI. 1944. Gr.-8°. 2 Seiten.    

€ 580,–

An den Lehrer und Sammler Adolf Brusch in Lübbersdorf: "[...] Dank!! Ihre Zusendung des Rauchzeuges hat mich, da es so rasch eintraf, herzlichst erfreut so daß ich meinerseits Ihnen diesmal eine ganz  besondere Freude auch machen möchte: die Lithographie 'Tristan u. Isolde' [Raabe 526] und das farbige Faksimile [Einweisung: dies belegt meine expressionistische Periode] der 'Großen Oper' [Raabe 169]sind letzte Exemplare die ich als Seltenheiten Ihnen schicke - dazu lege ich eine Handzeichnung, den Entwurf zur 'Entführung' [Raabe 141]. Zugleich bitte ich Sie mir bei Gelegenheit die Lithographien Ihrer Kubinsammlung mitzuteilen in ihren Titeln - die Papprolle wünsche ich zurück, ich habe nur etliche Stücke noch und brauch sie - auch ein Widmungsblatt lege ich also für Ihren K[ubin] Band bei - leben Sie wohl [...] P. S. Die Handzeichnung ist Fixiert danach muß sie selbstverständlich zwischen feinem Papier aufbewahrt werden denn empfindlich bleibt sie.".

 

Mit schöner Federzeichnung

Maillol, Aristide, Maler und Bildhauer (1861-1944).

Eigenh. Brief mit Bleistift- und Federzeichnung 8ca. 12,5 x 12,5 cm) sowie U. Marly-sous-Bois, 5. IV. 1905. 8°. 4 Seiten. Doppelblatt. Unter Glas doppelseitig gerahmt.    

€ 7.500,–

Wunderbarer Künstlerbrief an den Architekten und Designer Henry Van de Velde über eine Skulptur für den Musiksalon von Kurt von Mutzenbecher (1866-1938) in Wiesbaden (das Haus wurde im 2. Weltkrieg zerstört). Mutzenbrecher war als kultivierter Kosmopolit und Sammler moderner Kunst mit Eberhard von Bodenhausen und Harry Graf Kessler befreundet. Nachdem Henry Van de Velde bereits die gesamte Innendekoration von Mutzenbrechers Berliner Villa gestaltet hatte, wurde er 1903 beauftragt, auch die Ausstattung einzelner Zimmer im Wiesbadener Wohnsitz zu übernehmen. Van de Velde beauftragte Maurice Denis mit den Wandgemälden und Maillol mit der Kamingestaltung, während er selbst die Möblierung entwarf. Maillol fertigte mehrere Skizzen an, war aber nicht zufrieden damit. Der vorliegende Brief befasst sich mit Materialfragen besonders über den Einsatz von kostpieligem Marmor "azurin mais qui est diablement dur". Überdies schlägt er weicheren Naturstein vor: "au lieu d'une statue accroupie un grand bas relief qui pourrait être ou très plat ou tout a fait en ronde bosse [...] que de la pierre tendre - car ce serait grandeur nature - vous mettrez une glace dessus - je vous demande simplement votre avis car je ne suis décidé a rien encore et [...] vous envoye le croquis definitif [...] mais j'aimerai avoir un mot de vous sur ces questions: 1 Pourrait-on au besoin employer le marbre 2 pourrait-on faire un bas relief 3 La base de la statue pour le croquis ci-dessus ou autre porrait-elle avoir 1 mettre au besoin [...]". Zur Illustration seines Vorschlags fügte er seinem Brief eine Zeichnung mit der Bildunterschrift "voici mon dernier croquis pour pierre dure" ein. Dargestellt ist eine halbliegende Frau, ein Ellenbogen auf dem Boden, ein Knie angehoben, das andere Bein unter sich angewinkelt. Nachdem Van de Velde diesen Vorschlag nicht akzeptierte, schuf Maillol die Skulptur einer hockenden Frau. Indes verwarf Maillol seine hier vorgestellte Idee keineswegs. Er verwendete nämlich den Entwurf für die heute verlorene Monumentalskulptur "Sérénité", die als Gartenschmuck für die Villa Hohenhof von Karl Ernst Osthaus in Hagen diente, welche ebenfalls von Henry Van de Velde ausgestattet wurde. - Provenienz : Henry Van de Velde, sein Sohn Thyl Van de Velde, anschließend Privatsammlung. - Dokumentation liegt bei. - Vgl. zum Umfeld: Carina Schäfer, Theaterintendant mit Faible für die französische Kunst. Die Sammlung Kurt von Mutzenbrecher in Wiesbaden. In: Die Moderne und ihre Sammler. Hrsg. von Andrea Pophanken und Felix Billeter 2001. S. 95-124.

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Menzel, Adolph, Maler (1815-1905).

Eigenh. Brief mit U. "Menzel". Bad Kissingen, 2. IX. 1898. 8°. 2 Seiten. Doppelblatt. Mit eigenh. Umschlag.    

€ 580,–

An den Kunsthändler Hermann Pächter (1839-1902), den Inhaber der Firma Robert Wagner in Berlin, Dessauer Straße 2: "[...] Inliegend was diese Tage an mich gelangte. Die Anfrage aus London dürfte mehr Sie als Verlagsbesitzer interessiren. Der Brief aus München im Fall etwas von mir (von Ihnen aus) dort befindlich wäre [...]" - Menzel reiste am 10. September von Kissingen nach München. Mit Pächter machte Menzel häufig Geschäfte. - Druck: Briefe Nr. 1829. - Schöner Brief.

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Mikl, Josef, Maler (1929-2008).

3 eigenh. Briefe mit U., 2 masch. Briefe mit eigenh. U. (1 mit Federzeichnung), 2 Briefkarten mit eigenh. Beschriftung und U. sowie masch. Postkarte und eigenh. sign. Ausstellungsplakat. Wien und Wolfsburg, 2. V. 1961 bis 2. IX. 1969. Verschied. Formate. Zus. ca. 8 Seiten.    

€ 500,–

An den Galeristen Rudolf Springer. - I. (2. V. 1961): "[...] Wenn Sie Ruhe und Wasser wollen, dann ist das Wasser kalt (Bergseen u.s.w.) Wenn Sie gutes Wasser wollen, so sind immer viele Leute dort (Wörthersee u.s.w.) [...]" Luftpostbrief. - II. (25. XI. 1965 mit Federzeichnung einer Weinflasche): "[...] ich schrieb sofort, nachdem die drei Zeichnungen bei Dir. Glück abgeliefert waren. Er sagte, daß er diese Zeichnungen ganz bestimmt kaufe [...] Das an Euere Adresse gelangte Plakat war mit Absicht widmungslos. Ich bringe ein schönes ohne Schrift aber mit vielen freundlichen Worten im Frühjahr mit. Elias Canetti hat in meiner Ausstellung gelesen, ich war sehr froh darüber [...]" - IIII. (28. XII. 1965) Neujahrswünsche. - IV. (12. I. 1966): "[...] hier ist eine der 3 Schlichterzeichnungen bereits in die Presse gekommen [...]" - V. (23. VI. 1966) Eigenh. beschriftete gedruckte Einladung. - VI. (Wolfsburg, 12. V. 1967) Ebenso: "[...] Wir sind jetzt 6 Wochen hier und bleiben noch 2 Wochen. Vis a vis stöhnt und spuckt das VW Werk [...]" - VII. (7. V. 1967): "[...] Ich habe jetzt in Wolfsburg in der hiesigen Druckereiwerkstatt, die gut eingerichtet ist, viele Lithos gedruckt [...]" - VIII. (2. IX. 1969). - IX. (16. VII. 1966) Signiertes Plakat in Siebdruck (60 x 42 cm) zur Ausstellung in der Städtischen Galerie Lienz.

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Modersohn, Otto, Maler (1865-1943).

Eigenh. Postkarte mit U. Fischerhude, 28. XI. 1925. 1 Seite. Mit Adresse. Oberrand gelocht.    

€ 385,–

An den Geographen Ewald Banse (1883-1953): "[...] Es freut mich sehr, daß Ihnen die Bilder gefallen, im Preise will ich Ihnen möglichst entgegenkommen, auch mit der Bezahlung. Die Bilder können gern dort bis Weihnachten bleiben. Vielleicht sieht sie auch ein Bekannter bei Ihnen [...]" - Modersohn gründete 1889 gemeinsam mit Mackensen die "Worpsweder Malervereinigung".

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Moser, Kolo (Koloman), Graphiker und Kunsthandwerker (1868-1918).

Eigenh. Brief mit U. "Kolo Moser". Wien, 18. IV. 1916. Kl.-4°. 1 Seite. Doppelblatt. Gedruckter Briefkopf.    

€ 400,–

An eine Dame: "[...] Dank noch für Ihre Zeilen von Peyerbach. Meine besten Gedanken begleiten Ihren Ruppert. Ich sende Ihnen beiliegendes mit der Bitte, wenn Sie noch nicht Mitglied - mit jährlich 20 Kr. beizuspringen, da ja die meisten Schüler von dem Stipendium leben - bis jetzt Höchstausmaß 40 Kr. monatlich!!! - ! - Es ist überall derselbe Jammer [...]" - Selten.

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Pankok, Otto, Maler, Zeichner und Bildhauer (1893-1966).

2 eigenh. Briefe mit U. bzw. Paraphe "OP". Ohne Ort [Düsseldorf], 15. IX. und 21. XI. 1957. 4° und Fol. Zus. 2 Seiten.     € 440,–

An den Photographen Anton "Toni" Tripp (1911-1991) in Düsseldorf wegen Photobestellungen von einem Porträt und von Plastiken. - I. "[...] Würden Sie freundlicherweise die obigen Aufnahmen noch mal kopieren? Bei feinem Druck und sehr guten Klischees wird das Schwarz im Hintergrund nämlich zu stark, lieber Hintergrund unbearbeitet, sowie auf der Platte [...]" - II. "[...] Das Foto (Portrait) ist schön, aber durch das Um-die-Ecke-Schielen etwas theatralisch. Vielleicht machen Sie noch mal gelegentlich ein anderes. Ich habe da so eine Idee für das Heft, das die Akademie herausgibt. Von den Plastiken hätte ich noch gerne je einen Abzug [...] Dann wäre ich wieder komplett [...] Es wird Sie vielleicht interessieren, dass der UKW des Westd[eutschen] Rundfunks am 29. Nov. 18.15 eine kleine Zigeunersendung bringt [...]" - Dekorativ.

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Preetorius, Emil, Graphiker und Bühnenbildner (1883-1973).

5 eigenh. Briefe mit U. sowie 12 eigenh. Postkarten mit U. (davon 2 Porträtphotographien). Krottenmühl am Simssee und München, 20. I. 1947 bis16. V. 1960. Verschied. Formate. Zus. ca. 16 Seiten. Mit einigen Umschlägen.    

€ 450,–

In Bleistift an Adolf Spemann, den Inhaber des Engelhorn-Verlags in Stuttgart. - (20. I. 1947): "[...] ich habe im gleichen Juli 44, der Sie auf so furchtbare Weise getroffen hat, alles verloren, Werte in Höhe von 3/4 Million Goldmark - auch Teile meiner Sammlung. Der Hauptteil ist allerdings gerettet, aber zunächst noch meiner Verfügung entzogen. - Vom Theater bin ich ganz ferne, arbeite aber wieder viel buchkünstlerisch - bin dazu theoretisch überaus beansprucht: als Vizepräsident beider Akademien, als Mitglied von Ausschüssen, Vereinigungen, Arbeitsgruppen u. s. w. (Ich war nebstbei einer der ersten Hochschulehrer, die bestätigt worden - trotz Bayreuth u. der großen Anklage von Thomas Mann!) [...]" - Die folgenden Karten und Briefe über Illustrationen zum "Taifun", möglicherweise Joseph Conrads Roman, u. a. - (28. II. 1952): "[...] Es wäre mir eine Freude, Sie bei mir zu sehn im Glanze gross ausgebreiteter östlicher Cimelien. Und gerade bin ich mal (ausnahmsweise) für einen ganzen Monat hier. Dann allerdings rufen die Bühnen von Mailand, Rom, Amsterdam, Berlin u. Wien [...]" - (12. VI. o. J. als Präsident der Bayerischen Akademie der schönen Künste): "[...] Kennen Sie das sehr schöne Klingspor Bändchen, das Tiemann 50/51 über Rudo [Spemann, Typograph; 1905-1947] verfasst hat? [...]" - (16. V. 1960): "[...] Ich bin wie je (trotz meiner baldigen 77 Jahre) vielerseits beansprucht - jetzt zu allem sonstigen zum Präsident der Gesellschaft der Bibliophilen als Nachf. von R. A. Schröder gewählt worden [...]" - Die rückseitig beschrifteten Photographien zeigen den Künstler mit seiner berühmten Ostasiatica-Sammlung. - Meist gelocht.

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Recht früh

Richter, Ludwig, Maler und Graphiker (1803-1884).

Eigenh. Brief mit U. Dresden, 6. VIII. 1837. 4°. 1 Seite.    

€ 700,–

An einen Kunsthändler: "Hochverehrter Herr Doktor | Anbei erhalten Sie die Zeichnung nach Tizian, die wie mir scheint, sehr fleißig und genau gemacht ist. Dem Stahlstecher wird jedenfalls der Kupferstich, in welchem alle Theile größer und deutlicher sind, sehr zu Statten kommen, da in dieser Kleinheit manches verloren geht. Wollen Sie den Kupferstich behalten, so geben Sie mir dafür was Sie wollen, da ich nicht mehr weiß, was ich dafür gegeben habe, selbiger übrigens auch für mich gerade kein besonderes Interesse hat. Der Preis von 5 Dukaten für die Zeichnung ist bei dieser sorgfältigen Ausführung gewiß nicht zuviel, und ich wollte Sie [...] ersuchen, selbige nebst sonstigen Bemerkungen an den Verfertiger derselben, Herrn Maler F. Berthold, Dresden, Neustadt, im blauen Stern, gelangen zu lassen, da ich in ein paar Tagen verreiße [...]".

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Roth, Dieter, Grafiker, Schriftsteller und Aktionskünstler (1930-1998).

Masch. Brief mit eigenh. Zusätzen sowie U. "D. R.". Providence, R. I., USA, 13. I. 1966. Gr.-4°. 1 Seite. Gelbliches Papier mit Absenderstempel.    

€ 380,–

An den Galeristen und Verleger Jes Petersen (1936-2006) in Berlin: "[...] dank fuer brief und probe des gelben zettels! schade dass der zettel schon gedruckt ist ich hatte naemlich gehofft die idee: dass die leute ihre eigenen bilder machen koennen sollte die haupt sache sein [...] aber im grunde macht das nichts! die kerle die das ding kaufen werden schon dran denken dass sie selber damit machen koennen was sie wollen [.] schick mir also die boxen [...] so schnell wie moeglich [.] das gedichtbuch hat verzoegerung erfahren das ging auch bei mir mit dem geld dazu nicht so fluessig [...] DER TITEL SOLL SEIN: HERZASS [...]" - Kleinere Randläsuren. - Mit eigenh. und frankiertem Umschlag. - Beiliegend der gedruckte "gelbe Zettel" mit dem Impressum und Roths eigenh. Zusatz "oder eigene bilder zu schaffen."

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Schablonen-Malkasten

Roth, Dieter, Grafiker, Schriftsteller und Aktionskünstler (1930-1998).

Eigenh. Brief mit U. "D. R.". Reykjavik, 8. I. 1967. Gr.-4°. 1 Seite. Gelbliches Papier. Mit eigenh. Umschlag.    

€ 500,–

An den Berliner Galeristen Jes Petersen (1936-2006): "[...] hör zu: jetzt habe ich mich wieder in island angesiedelt, adresse da oben und ich frage mich, was ist denn mit unserem SCHABLONEN-MALKASTEN los? und ich wundere mich, dass du gar gar garnicht schreibst. tu mir diesen gefallen: schick den Kasten, den ich gemacht habe samt Musterbildern an H. SOHM [...]. das ist ein lieber mann, der hebt alle wichtigeren sachen für mich auf [...] ich verspreche dir, kein anderer verleger bekommt das ding, bevor du förmlich abgesagt hast, d. i.: solange du nicht förmlich aufgibst soll der Kasten bei SOHM liegen und niemand ihn verlegen dürfen! [...]".

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Schadow, Johann Gottfried, Bildhauer und Graphiker (1764-1850).

Eigenh. Brief mit U. "Dein alter Onkel J G Schadow". Berlin, 9. II. 1846. 8°. 1 Seite.

€ 450,–

"cher Neveu | Seh doch mal durch, beigesandten grünen Brief. Darin ist eine Stelle betreffend G[eheimen] R[at Friedrich Leberecht] Trüstedt [Mediziner; 1791-1855]. Wegen meinem Br. [Logenbruder] Hasenclever schrieb ich an Excellence v. Humboldt; am 24. Januar à la Cour, ging Er auf mich zu u. sagte: Sie haben noch keine Antwort, weil ich Ihnen gern ein Resultat mitgetheilt hätte. Die Sache hab ich gleich bei Herrn Minister Eichhorn empfelend angebracht u. ist sie keinesweges vergessen! - Vielleicht intriguirst Du hierüber. Den Brief von Emil [d. i. sein Neffe Emil Wolff in Rom] lasse ich dabei, habe an ihn gestern geschrieben [...]" - Schadow gehörte gehörte der Berliner Loge "Friedrich Wilhelm zur gekrönten Gerechtigkeit" an.

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Die Festung von Meppen

Schlaun, Johann Conrad, Baumeister und Gouverneur von Meppen (1695-1773).

Eigenh. Brief mit U. Münster, 31. V. 1752. 4°. 2 Seiten. Doppelblatt.

€ 2.000,–

"Hochwohlgebohrner Freyherr | Ew. Hochwohlgebohren habe ich hierdurch die einlage schuldigst zu präsentieren die Ehre haben wöllen, indem ein g[nädi]gstes rescript wegen reparierung des Gouvernements zu Meppen ad Admannos ergangen undt ich doch gehrne wohl zum und damit seyn möchte; da ich nun heuth wegen der visitation an H. Ober-Kriegs-Commissario geschrieben undt ich den 6ten Junii mit Gott auff Clemenswerth gehe, so werde alda von die H. Commissarii die antworth erwarten wan selbe soll vorgenohmmen werden, alsdan die Ehre habe Ew. Hochwohlgeb: über den punct der reparierung des Gouvernements ein mehreres zu sprechen und biß darhin mit aller ersinliegen Verehrung harre [...]" - Schlaun, der bedeutendste Architekten des westfälischen Barock, war seit 1715 Ingenieur und Artillerieleutnant. Der neu gewählte Fürstbischof von Paderborn und Münster, Clemens August von Bayern, förderte den begabten jungen Offizier und ernannte ihn 1725 zum Oberbaumeister und 1733 zum Oberlandungenieur. 1735 beauftragte es ih mit dem Bau des Jagdschlosses Clemenswerth. Ab 1745 war Schlaun auch Gouverneur der Stadt Meppen, deren Festungsbauten er reparierte und verbesserte. - Äußerst selten: für uns ist kein eigenhändiger Brief Schlauns nachweisbar.

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"nur im Atelier war's mollig"

Schmidt-Rottluff, Karl, Maler (1884-1976).

Eigenh. Brief mit U. (Bleistift). Berlin, 22. II. 1922 (Poststempel). Fol. (28,5 x 22 cm). 2 Seiten. Mit eigenh. Umschlag und Absenderstempel.    

€ 1.450,–

An den Museumsdirektor und Förderer Schmidt-Rottluffs Friedrich Schreiber-Weigand (1879-1953)in Chemnitz. Zunächst über den befreundeten expressionistischen Schriftsteller Alfred Brust (1891-1934): "[...] Brust's geldliche Verhältnisse sind allerdings flau. Er lebt auf Verlegervorschuss und der ist karg - wie Sie sich denken können - ausserdem hat er 3 Kinder! Es würde mich sehr freuen, wenn der dortige Bibliofilenklub etwas für ihn tun könnte. Ich möchte Sie noch bitten, Herrn Oberst von Pape beiliegendes Schreiben zu geben und ihn zu bitten, die Einzahlung richtig zu stellen. Das Konto wird unter meinem Namen K. Schmidt-Rottluff, Niedstr. 14 Berlin-Friedenau geführt. Bilder konnte ich noch nicht wieder abschicken - ich erwarte seit 2 Monaten Kisten von Hamburg - die Chemnitzer sind begreiflicherweise auch noch nicht da. Den Gang nach Emmaus ebenso die Jünger in Emmaus schicke ich dann mit - soweit ich davon noch Drucke habe. Es freut mich, dass Ihr Grafisches Kabinett reift. Hoffentlich ist Ihre Gattin wieder wohlauf - wir sind froh, dass der heftige Frost nachgelassen hat - es war verdammt ungemütlich in der Stierstr. - nur im Atelier war's mollig. Herzlichste Grüsse an Sie beide - auch von meiner Frau Ihr S-Rottluff". - Die beiden erwähnten Drucke sind Holzschnitte aus der 1918 entstandenen, 9 Blätter umfassenden Mappe "Kristus". - Schöner Künstlerbrief.

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Schwind, Moritz von, Maler und Zeichner (1804-1871).

Eigenh. Brief mit U. München, 20. IV. 1855. Gr.-4°. 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse und Siegel.    

€ 300,–

An Herrmann Wirsing in Frankfurt: "[...] Wenn Euch damit geholfen ist, so schickt in Gottes Namen eure zwanzig Carolin, und irgend ein Trinkgeld, vor allem aber die Durchzeichnung. Es wird wohl ein Zeichen des Altwerdens sein aber ich fange an meine Sachen zu sammeln. Nach den neuesten Beschlüssen geht mein Weg diesmal nicht über Wien sondern möglicher Weise über Paris jedenfalls über Frankfurt, wo ich mich sehr freue einige Tage zuzubringen [...]". - 1847 war Schwind von Frankfurt nach München gezogen; in Paris besuchte er die Kunstaustellung. - Knickfalten. Kleiner Siegelausriß im Adreßblatt. Frankatur ausgeschnitten.

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Sintenis, Renée, Bildhauerin (1888-1965).

Eigenh. Brief mit U. Berlin, 16. V. 1925. Gr.-4°. 1 Seite. Gelocht.     € 330,–

An Heinrich ("Heinz") Simon, Redakteur des Feuilletons der Frankfurter Zeitung (1880-1941), den Sintenis zerknirscht-herzlich um Entschuldigung bittet, weil sie sich länger nicht beim ihm gemeldet hat: "[...] Sie haben Recht, mich auszuschelten, aber treulos bin ich nicht, wirklich nie und nirgends! Es war eine unglückliche Zeit für mich, grade als Sie hier waren. Meine Mutter wurde plötzlich und heftig krank und ich hatte nichts andere im Kopf als diese Sorge [...] Aber bitte nicht böse sein - ich bin ein Opfer meiner Umgebung. Wenn Sie wieder herkommen, bitte seien Sie nicht gekränkt und schmollen Sie nicht, sondern kommen Sie her. Ich freue mich immer sehr! [...]" - Kleine Randschäden.

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Stuck, Franz von, Maler (1863-1928).

3 eigenh. Schriftstücke mit U. München, 9. VIII. 1924 bis 2. V. 1927. Verschied. Formate. Zus 3 Seiten.    

€ 550,-

Zeugnisse für seinen Schüler Joseph Hengge (1890-1970), den "Egger-Lienz des Allgäus", der 1922 Fresken am Alten Rathaus in Passau und 1924 ebensolche in Bad Reichenhall schuf. - I. "[...] Ich bestätige gerne, daß mein Schüler Herr Joseph Hengge sehr wohl befähigt ist, die geplanten Fresken am Rathaus in Reichenhall auszuführen. Ich kann dies umsomehr, als Herr Hengge bereits am Rathaus in Passau eine ähnliche Arbeit zu allgemeiner Zufriedenheit ausgeführt hat [...]" - II. "[...] Herr Hengge war mehrere Semester Komponier-Schüler bei mir. Er hat während dieser Zeit bei mehreren Konkurrenzen der Akademie Preise erhalten. Außerdem hat er mehrere Rathäuser bemalt und besonders viele Kirchen ausgemalt. Beides mit großem Erfolg. Er wäre nach meiner Meinung für die Stelle beim Landesamt für Denkmalspflege sehr geeignet [...]" - Mit amtlicher Bestätigung der Echtheit und Stempeln. Kleine Randschäden. - III. "[...] Ich bestätige gerne, daß ich meinen Schüler Herr Hengge für 300,–praktisch gearbeitet hat, werden die Photographien und Skizzen am besten für seine Geeignetheit sprechen [...]" - Ränder und Knickfalten leicht lädiert.

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Tischbein, Johann Heinrich, der jüngere, Maler und Kupferstecher (1742-1808).

Eigenh. Brief mit U. Kassel, 13. X. 1792. 4°. 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest.    

€ 500,–

An den Kunsthändler Johann Friedrich Frauenholz (1758-1822) in Nürnberg: "[...] Dero Geehrtes Schreiben vom 22. September habe ich richtig erhalten, wie auch das Packet Kupfferstiche samt inliegenden, baaren 27. rh 19. gg d. 5. Oktober zu vollkommener Zufriedenheit richtig empfangen worüber gegenwartiges Ihnen zur Saldo Quittung für 44 rh 10 ggr: dienen wird. Die Kupfferstiche und deren Preiß haben meinen Beyfall, werde auch nicht ermangeln mich bestens zu bestreben mehreren Absatz zu bewürcken. Brief und 6. Catalogen habe ich an das Cramerische Haus richtig abgeliefert. Herr Nahl ist anjetzo hier [...]" - Johann Heinrich Tischbein der Jüngere war der Sohn von Johann Konrad Tischbein (1712-1778) und der ältere Bruder von Johann Heinrich Wilhelm (dem sogenannten Goethe-Tischbein). Ausgebildet wurde er von seinem Onkel Johann Heinrich Tischbein, der als der Ältere oder auch der Kasseler Tischbein geführt wird. Nachdem sich Johann Heinrich der Jüngere einige Zeit in Holland aufgehalten hatte, ließ er sich in Kassel nieder. Sein Onkel hatte dort für den Landgrafen Wilhelm von Hessen-Kassel eine Gemäldegalerie eingerichtet, zu deren Inspector der Neffe 1775 ernannt wurde. Seine Malerei umfasste neben Porträts, wie zum Beispiel dem des Sturm-und-Drang-Dichters Gottfried August Bürger von 1771, vor allem Tier- und Landschaftsdarstellungen. Einen besonderen Namen machte er sich indes durch seine Kupferstiche und Radierungen; 1790 veröffentlichte er eine "Kurtzgefaßte Abhandlung über die Aetzkunst", der 84 Blätter von ihm beigegeben waren. Eine Zeichnung des sogenannten Goethe-Elefanten von Johann Heinrich Tischbein d. J. wurde ebenfalls überliefert. - Leimspuren durch alte Hinterlegung im Falz, leicht fleckig. - Aus der Sammlung Künzel.

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Zille, Heinrich, Zeichner und Graphiker (1858-1929).

4 eigenh. Billets mit U. "H. Zille". Ohne Ort [Berlin], 29. I. 1928 bis 14. I. 1929. Qu.-8°. Zus. 4 Seiten.    

300,-

An das "Ballbüro" bzw. die "Fräuleins J. & G." wegen Freikarten bzw. "Künstlerkarten zu 5 M." für einen Künstlerball. - Auf den Rückseiten der Adreßseiten von Brefumschlägen an Zille: Papierersparnis.

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