Autographen und Buecher

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Sonderangebote - Literatur

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"satanische Bosheit"

Altenberg, Peter, Schriftsteller (1859-1919).

Eigenh. Brief mit U. "P A". Ohne Ort und Jahr. 8°. 3 Seiten. Doppelblatt.

€ 900,–

Erboster Brief an einen Herrn, von dem er sich betrogen fühlte: "Ich kann es nur als eine satanische Bosheit betrachten, daß Sie mir mein Eigenthum, welches für Sie keinerlei Werth hat, absichtlich vorenthalten!?! Auch habe ich nun durch Zufall erfahren, daß Sie nicht nur mich empfindlich ökonomisch geschädigt haben, sondern daß auch mein guter alter Bruder, den ich auch nur um 5 fl. anzupumpen bisher seit 10 Jahren vermieden habe, gleichsam in die Falle gegangen ist. Denn unter dem Drucke, ich könne mit der geliebten Frau nicht auf Sommeraufenthalt gehen, wenn er Ihnen kein Geld gäbe, brachte er das Opfer. Nun, Sie haben mir ja den Sommeraufenhalt immerhin angenehm u. werthvoll gestaltet u. es braucht meinem armen Bruder um sein Geld, für welches Sie übrigens Ihr Ehrenwort einsetzten, nicht leid zu sein. Wie einen Hund haben Sie u. die Frau mich behandelt. Nein, ärger, schmählicher!!! Von meinem Bruder nahmen Sie das Geld für diesen Sommeraufenthalt u. für diesen Sommeraufenthalt musste ich dann, ich Tölpel, ich Idiot, die ganze Hotel-Rechnung bezahlen!!! Dann später übernahm Herr Polgar das Werk, mich wie einen Hund hinauszupeitschen. Er hat mich wenigstens nicht an Geld geplündert! Anarchisten!!!". - Kleiner Riss in der Knickfalte.

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"He, Joe" in Stuttgart

Beckett, Samuel, Schriftsteller (1906-1989).

Eigh. Briefkarte mit U. "Sam. Beckett". Paris, 14. IV. 1966. Qu.-8°. 1 Seite.

€ 580,–

Französisch an die Rundfunkmitarbeiter Hans-Jochen Schale und Manfred Esser in Stuttgart: "[...] Merci de tout coeur pour votre télégramme. Je suis très touché que vous ayez pensé à moi [...]" - Beckett dankt hier für den Glückwunsch zu seinem 60. Geburtstag am 13. April 1966. Am Abend dieses Tages wurde vom SDR das Fernsehspiel "He, Joe" ausgestrahlt, das Beckett im März 1966 im Stuttgarter SDR-Studio selbst inszeniert hatte (vgl. Spuren 50, Marbach 2000, S. 2 ff., auch mit Hinweis auf Hans-Jochen Schale). - Hübsch.

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Beecher-Stowe, Harriet, Schriftstellerin, ("Onkel Toms Hütte") (1811-1896).

Eigenh. Brief mit U. "HBStowe". Ohne Ort, 9. I. 1858. 10,5 x 14cm.

€ 800,–

An einen Redakteur: "Dear Mr. Philips | I thank you for your letter in reply to mine of Jan[uar]y 2nd. You shall have the story, it is almost ready, & I will send it in in time for publication in the next issue of your magazine. Very truly Yours [...]" - Leicht braunfleckig. - Selten.

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Benn, Gottfried, Schriftsteller (1886-1956).

Eigenh. Brief mit U. Ohne Ort, 18. VIII. 1917 [?]. 8°. 2 Seiten.

€ 2.400,–

An den Erzähler und Lyriker Franz Langheinrich (1864-1945): "[...] vielen Dank für Ihren Anruf, für Ihren Brief. Meine Gedichte schicke ich Ihnen, ehe der Hahn dreimal kräht. Entschuldigen Sie mich, es giebt Zeiten, wo man ohne Energie und Antrieb ist. Was Sie über mein Buch gesagt haben, habe ich von niemandem erfahren können. Haben Sie es notiert? Haben Sie eine Abschrift davon? Ihr Gedicht 'Venus universa' [?] sende ich Ihnen ebenfalls demnächst zurück. Es ist sehr interessant. Mir kommt das Formale, die Verstandholung nicht konform mit dem genialischen Inhalt vor, nicht aus dem Moment der Vision geboren und mit ihr, sondern übernommen [...]" - "Venus universa" ist auch der Titel eines Gedichtes von Richard Dehmel, dessen Werk den jungen Benn beeinflusst hat. Sowohl der Adressat als auch die Datierung sind nicht vollständig klar; Benn datiert "18 - 8 - 7."- Unbekannt und ungedruckt.

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Über Nietzsche

Bertaux, Pierre, Schriftsteller und Germanist (1907-1986).

Typoskript mit eigenh. Überschrift, Korrekturen sowie Namenszug am Kopf. Ohne Ort und Jahr [Sèvres, 1978]. Fol. 22 Seiten auf 22 Blättern.

€ 600,–

Aufsatz über die Kritische Friedrich Nietzsche-Ausgabe, am 27. April 1979 unter dem Titel "Hat das Ungeheuer von Kraft sich selbet vergiftet?" in "Die Zeit" erschienen. - Beiliegen: I. Fotokopie der Fahnenkorrektur. - II. Derselbe. 2 eigenh. Briefe mit U. sowie 3 masch. Briefe mit eigenh. U. Paris und Sèvres, 23. XI. 1975 bis 27. IV. 1979. Fol. Zus. ca. 6 Seiten. - An einen Feuilleton-Redakteur. - "[...] Zu Nietzsche meine ich ja etwas zu sagen zu haben [...] aber noch nicht gesagtes [...]" - Über sein Hölderlin-Buch, an dem er 2 Jahre gearbeitet habe. - Bei der Übersendung des Typoskripts. - Bei Übersendung der Korrekturfahnen und über vorgeschlagene Kürzungen. - Mit Dank für den fertigen Artikel und über die Aufnahme seines Hölderlin-Buches. über das sich Benno von Wiese geärgert haben solle; erwähnt Beissner, Unseld und W. Jens. - III. 4 Umschläge. - Bertaux' wegweisende Kommentare zur Revision der Nietzsche-Rezeption aufgrund des Erscheinens der Kritischen Ausgabe.

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Bierbaum, Otto Julius, Schriftsteller (1865-1910).

Eigenh. vollständiges Gedichtmanuskript (36Zeilen) mit U. Ohne Ort und Jahr [um 1900]. 4°. 1 1/2 Seiten.

€ 528,–

"Parabel. || Herr Lehmann wollt' sich malen la'n, | Hub' drum zu Lenbach z'reden an: | 'Herr Meister, ihr sollt mich konterfein! | Doch solls ein feines Bildnus sein, | Ein Bild voll Schönheit, Geist und Kraft, | Ein Ehrenmal der Lehmannschaft [...] 'Herr Lehmann, euer wohledel Gesicht | Eignet sich zu einem Adonis nicht, | Ihr seid ein guter Lehmann zwar, | Doch ein Apollo nicht eben gar [...]' | Groß sah den Meister Herr Lehmann an, | Dacht bei sich: das ist ein grober Mann. | Ist auch von den Realisten verdorben, - | Der Idealismus ist ausgestorben. | Oh diese Zeiten, diese krassen! | Kein Biedermann kann sich mehr malen lassen.".

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"höchste Ungnade bei meinen Zuschauern"

Birch-Pfeiffer, Charlotte, Schriftstellerin und Theaterleiterin (1800-1868).

Eigenh. Brief mit U. Berlin, 3. I. 1863. 8°. 6 Seiten auf 2 Doppelblättern. Mit blindgepr. Initialen.

€ 450,–

An einen Freund, den Sie für die verspätete Briefantwort wegen ihrer verminderten Sehkraft um Verzeihung bittet. Dennoch habe sie sein Stück gelesen und finde die Idee vortrefflich, aber die Ausführung zu breit. Daraufhin findet sie kritische Worte über dieses Lustspiel. Sodann über das Wiener Theater und den Fall Gustav Hölzel und seinen Opponenten Oppermann: "[...] Mich betreffend, scheine ich in höchste Ungnade bei meinen Zuschauern gefallen zu sein [...] Mit dem Erfolg [...] können Sie, für ein Erstlingsstück sehr zufrieden sein, es wird doch überall gegeben - und freut mich herzlich für Sie, daß es kein Zugstück werden kann, liegt in der Natur des Stoffes, aber machen Sie nur fort [...]" Schließt mit Neujahrswünschen. - Am 13. Juni 1863 feierte Birch-Pfeiffer ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Zu diesem Anlass erschienen dann die ersten Bände ihrer Gesammelten dramatischen Werke. - Schöner und inhaltsreicher, aber schwer lesbarer Brief.

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Böll, Heinrich, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1917-1985).

9 eigenh. Briefe mit U., 4 masch. Briefe mit eigenh. U. sowie 2 eigenh. Postkarten mit U. Verschied. Orte, 1974-81. Verschied. Formate. Zus ca. 16 Seiten. Mit 8 Umschlägen.

€ 2.000,–

Umfangreiche Korrespondenz an einen Redakteur über seine Werke, wegen Rezensionen, einen PEN-Kongress, seinen Sohn René, seinen Diabetes, Reiner Kunze, Nadine Gordimer, Andeas Kovacs, Birgit Pausch, Carl Amery, seine Werkausgabe, die BILD-Zeitung u. v. m. - Mit zahlreichen Beilagen von seiner Sekretärin Renate Grützbach und seinem Sohn René.

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"In welcher Sprache heißt man Schneckenröder?"

Böll, Heinrich, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1917-1985).

Typoskript mit eigenh. Korrekturen sowie eigenh. Begleitbrief mit U. Hürtgenwald, 31. III. 1982. Fol. Zus. 10 Seiten auf 10 Blättern.

€ 900,–

I. Originaltyposkript zu Bölls Kurzgeschichte "In welcher Sprache heißt man Schneckenröder?"; erstmals veröffentlicht in "DIE ZEIT" Nr. 30 vom 23. Juli 1982 auf Seite 29 unter dem Titel "Calvados. Eine Erzählung". Nachdruck: Kölner Ausgabe Bd. 22 (1979-1983). - Heinrich Böll hat seine literarische Laufbahn mit Kurzgeschichten eröffnet, und er ist diesem Genre Zeit seines Lebens treu geblieben. - II. An drei Redakteure, deren gemeinsamem Urteil er seine Kurzgeschichte unterwirft.

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Die Hundeblume

Borchert, Wolfgang, Schriftsteller (1921-1947).

Schriftstück mit eigenh. U. Hamburg, 16. IV. 1947. Fol. 2 Seiten. Gelocht.    

€ 2.000,–

Typoskriptdurchschlag des Verlagsvertrages zwischen dem "Verlag Hamburgische Bücherei" (von dessen Vertreter Bernhard Meyer-Marwitz eigenh. ausgefüllt und unterschrieben) und Wolfgang Borchert über die Sammlung von Erzählungen "Die Hundeblume". - Beiliegend: 2 Quittungen über erhaltene Honorarzahlungen für "Die Hundeblume" (dat. Hamburg, 25. Juni und 1. Dezember 1947), quittiert von Borcherts Vater Fritz Borchert. - Entstanden im Januar 1946 während eines Krankenhausaufenthalts des bereits schwer kranken Schriftstellers ist "Die Hundeblume" Borcherts erste umfangreichere Prosaarbeit. Sie markiert einen einschneidenden Wendepunkt in seinem Werk von den frühen Gedichten zu den Kurzgeschichten aus seinen letzten beiden Lebensjahren. Sie wurde erstmals am 30. April und 4. Mai 1946 in der "Hamburger Freien Presse" veröffentlicht und leitete Borcherts erste Prosasammlung "Die Hundeblume. Erzählungen aus unseren Tagen" (Verlag Hamburgische Bücherei, 1947, S. 11-33)  als Titelgeschichte ein. - Oberrand minimal fleckig. - Sehr selten.

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"healthy as an Alpine cow"

Capote, Truman, Schriftsteller (1924-1984).

Eigenh. farb. Ansichtskarte mit U. "Truman". Verbier (Schweiz), 13. X. 1965. 1 Seite.    

€ 800,–

An seinen Agenten Irving Lazar und dessen Frau in Beverly Hills, Calif.: "The Swiss have just come up with a superman version of [vitamine] B-12. Will bring you some. Did you ever receive a copy of my 'Gatsby' script? Am leading a life quiet + healthy as an Alpine cow [...]" - Paramount lehnte das Drehbuch Capotes für die Verfilmung von F. Scott Fitzgeralds Roman "The Great Gatsby" ab; das Script der Verfilmung von 1974 stammt von Francis Ford Coppola.

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Celan, Paul, Schriftsteller (1920-1970).

Eigenh. Schrifstück mit Namenszug im Text (Bleistift). Ohne Ort und Jahr [Frankfurt, Anfang Juli 1964]. Fol. 1 Seite. Briefpapier der Galerie Löhr. Gelocht.    

€ 980,–

An die Galeristin Dorothea Löhr in Frankfurt am Main, die eine Ausstellung mit Radierungen von Celans Frau Gisèle Celan-Lestrange veranstaltete: "bitte Kestner-Gesellschaft übersandte Radierungen bestätigen und uns Durchschlag schicken an: | Paul Celan | 78 rue de Longchamps | Paris 16e | Tel.: Poincaré 39-63 | Geldbeträge an: | P. Celan | c/o Banque Heine & Cie | 63 rue de la Victoire | Paris 9e." - Beiliegend der Durchschlag eines Briefes von D. Löhr vom 25. VII. 1964 und deren Brief an die Kestner-Gesellschaft (Wieland Schmied) vom 22. VII. 1964.

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Char, René, Schriftsteller (1907-1988).

Eigenh. Brief mit U. Ohne Ort, 25. XI. 1954. Qu.-8°. 1 Seite. Gelocht.    

€ 300,–

Französisch. An den Verleger Max Niedermayer (1905-1968) vom Limes Verlag in Wiesbaden mit Dank für dessen Brief. Im Limes Verlag war 1954 Chars "Irdische Girlande" erschienen. Er habe die 3 Vorzugsexemplare unter den Normalausgaben gefunden, allerdings seien alle im gleichen Papier  verpackt gewesen.

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Christie, Dame Agatha, Schriftstellerin (1890-1976).

Masch. Brief mit eigenh. U. Winterbrook House, Wallingford, Berks., 11. II. 1972. Kl.-4°. 1 Seite. Bläuliches Bütten. Briefkopf.    

€ 400,–

An den polnischen Literaturwissenschaftler Jerzy Kwiatkowski wegen eines Lexikonartikels: "[...] I return your enclosure which seems to me, as far as I can judge, to be very suitable for what you want in your encyclopedia, and certainly would not need to be longer [...]".

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Doderer, Heimito von, Schriftsteller (1896-1966).

Eigenh. Brief mit mit Namenszug "Doderer" im Text. Ohne Ort, 2. VII. 1958. Fol. 1 Seite. Gelb getöntes Papier.    

€ 900,–

In Blau und Rot an die Schauspielerin Tilla Durieux (1880-1971). Doderer ist beglückt über ihre Briefe vom 1. und 17. Juni 1958: "[...] mit Ihrer klaren und festen Schrift, die wahrlich ein würdiges Instrument ist für Ihren hohen und liebenswerten Verstand! Aber es ist Zeit, dass mit der Münchener Reprise der 'Stühle'jetzt Ihre Sommer-Saison zu Ende geht und Sie im Waldeck'schen Pyrmont Ihre Kur gebrauchen und Ruhe genießen. Ihr alter Doderer wird ganz glücklich sein bei der Vorstellung, dass Sie dann und wann einmal den Blick aus den so besonderen und unvergleichlichen Augen in eines seiner Bücher senken [...]" Bestellt "einen herzlichen Gruß an Hans Schweikart!" - Eugène Ionescos Theaterstück "Die Stühle" in der Regie von Hans Schweikart und mit Tilla Durieux in einer Hauptrolle hatte am 11. April 1958 an den Münchner Kammerspielen Premiere gehabt.

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"Bücherschreiben ist ein unrentables Gewerbe"

Dor, Milo [d. i. Milutin Doroslovac], Schriftsteller (1928-2005).

Eigenh. Manuskript mit kleinen Randzeichnungen und U. sowie masch. Begleitbrief mit eigenh. U. Wien, 30. XII. 1984. Gr.-8°. 10 Seiten auf 5 Blättern. Spiralblockrand. Begleitbrief: Fol. 1 Seite.    

€ 440,–

Übersendet "die Handschrift meines Artikels 'Bücherschreiben ist ein unrentables Gewerbe' den ich in diesen Tagen für die monatliche Literaturbeilage der Wiener Zeitung 'Lesezirkel' geschrieben habe. Da er ohnehin gedruckt wird, müssen Sie sich mit meiner schrecklichen Handschrift nicht herumplagen [...]".

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Dumas (fils), Alexandre, Schriftsteller (1824-1895).

Eigenh. Brief mit U. Paris, 98 Avenue de Villiers, ohne Jahr. 8°. 3 Seiten. Doppelblatt.    

€ 385,–

An eine Dame, bei der er sich für ein Fernbleiben entschuldigt: "[...] Au moment ou je recevais votre lettre, j'allais vous écrire pour m'excuser de ne pouvoir rendre à notre ami ce dernier devoir. Je suis pris aujourd'hui par l'essemblée générale des auteurs dramatiques dont je suis un des présidents et il m'est impossible de manquer à cette réunion actuelle. Je n'ai pas besoin de vous dire, Madame, quelle part je prends à ce coup que vous frappe [...]" - Im Falz etw. eingerissen.

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Ebers, Hermann, Maler und Graphiker (1881-1955).    

Aquarellierte Zeichnung, darunter eigenh. Gedicht (10 Zeilen) mit U. Kochel, September 1946. Gr.-4°. 1 Seite.

€ 350,–

Apollon auf dem Parnass, umgeben von den neun tanzenden Musen, im Vordergrund die Szene beobachtend die Maler- und Dichterfreunde Hermann Ebers, Günter Eich (?), Felix Braun und Johannes von Guenther jeweils mit Malerpalette, Federkiel oder Buch. Als Bildunterschrift das eigenh. Gedicht: "Dünn und dick, es wandelt sich | Oft in dick und dünn, |  Rund bist du nun, während ich |  Höllisch mager bin. |  Anders machten dich und mich | Zeiten, die dahin, |  Doch wie es sich früher glich, |  Gleicht sich unser Sinn [...] Kochel im September 1946. Hermann Ebers". - Auf der Rückseite des Albumblattes ein kurzer Eintrag des Schriftstellers John Knittel: "Heute ist der schöne Tag - der Anfang ohne Ende. John Knittel 5. VIII. 49".

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Familiennachrichten

Eich, Günter, Schriftsteller (1907-1972).

Eigenh. Brief mit U., 2 eigenh. Ansichtskarten mit U., 1 masch. Brief mit eigenh. U. Großgmain. Bad Reichenhall, Isola Madre, 8. XI. 1966 bis 27. I. 1971. Verschied. Formate. Zus. ca. 4 1/2 Seiten. Beiliegend 21 Gegenbriefe (Typoskript-Durchschläge) Johannes von Guenthers vom 28. X. 1966 bis 12. VII. 1972.

€ 350,–

An Johannes von Guenther und dessen Frau Jasmin, mit Hinweisen auf den Arbeitsalltag sowie Eichs und Ilse Aichingers Gesundheitszustand, teilweise mit  eigenhändigen Ergänzungen  Aichingers sowie deren beider Kinder Clemens und Mirjam (Mimi) Eich: "[...] Und Dank, Ihr Lieben, für die schönen Geburtstagsbücher! Ich bitte um Generalpardon, Ilse auch, - sie macht eine Kneipp-Kur [...]". Die beiden Familien waren eng befreundet, daher schreibt Ilse Aichinger am 27. I. 1971: "[...] Günter geht es eine Spur besser, er fährt nächste Woche zu Lesungen in die Schweiz, es sind nur wenige, aber etwas besorgt bin ich doch, da er mehr liegen als auf sein soll. Ich hoffe nur, daß es ihn ermutigt und er sich nachher wieder zur Arbeit fähig fühlt [...]", während Günter Eich ergänzt: ""Inzwischen seid umarmt von allen im Haus und besonders von Euerm Günter". Ferner Geburtstagsglückwünsche und Familiennachrichten, etwa über Clemens Eichs Zusammenarbeit mit Rainer Werner Faßbinder, "dem jungen bayerischen Regisseur [...]". - Teilweise gelocht.

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Fontane, Theodor, Schriftsteller (1819-1898).

Eigenh. Brief mit U. Ohne Ort (Berlin), 2. I. 1860. Gr.-8°. 1 Seite.

€ 980,–

An einen Herrn Doktor: "[...] Darf ich mir erlauben Ihnen eine Eintritts-Karte zu den Vorlesungen zu übersenden, mit denen ich am 11ten d. M. in Arnim's Hotel beginnen möchte. Ich erwarte kaum Sie regelmäßig unter meinen Zuhörern zu sehen, würde mich aber aufrichtig freuen, wenn ein erster Versuch Ihnen (und vielleicht auch Ihrer Frau Gemahlin) Muth machen sollte das Wagniß zu wiederholen [...]" - 1860 veröffentlichte Fontane seine frühen Reisewerke "Aus England" und "Jenseits des Tweed". Am 11. Januar 1860 begann er dazu eine Reihe von zehn Vorträgen über England und Schottland in Arnim's Hotel, Unter den Linden, die jeweils Mittwochs bis 14. März 1860 stattfanden; die erste Vorlesung befaßte sich mit "Wighs and Tories", hatte 80 Zuhörer und lief nach Fontane gut ab (Fontane-Chronik, S. 1025). Fontane lud hierfür befreundete Personen (etwa Mathilde von Rohr) persönlich ein. - Etw. fleckig, Ober- und Unterrand alt hinterlegt. - Recht früh.

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Fontane, Theodor, Schriftsteller (1819-1898).

Eigenh. U. "Th. Fontane" sowie Datierung auf einem Albumblatt. Berlin, 17 .II. 1890. Kl.-4°. 1 Seite.

€ 980,–

Schwungvoller Eintrag "Th. Fontane. | Berlin | 17. Februar 90." - Die "Fontane-Chronik" verzeichnet für den 17. Febraur 1890 keinen Besuch und keinen Albumeintrag; Fontane war in diesen Tagen mit dem Verlagsvertrag zu "Stine" befasst. Ein Abend bei Josephine und August von der Heyden, bei dem auch Skarbinas anwesend waren, ist für 9. März 1892 belegt. - Zusammen mit den Eintragungen des Malers Franz Skarbina (1849-1910; Berlin, April 1890) und der Opernsängerin Etelka Gerster (1855-1920, Berlin 1889). - Leicht gebräunt. Knickfalte transparent hinterlegt. Links oben kleine Eckfehlstelle.

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Fouqué, Friedrich Heinrich Karl de la Motte, Schriftsteller (1777-1843).

Eigenh. Brief mit U. "LM Fouqué". Nennhausen, 6. VI. 1821. 4°. 1 Seite. Rückseitig Registraturvermerk.    

€ 600,–

An den Verleger Schlesinger in Berlin: "[...] Ew. Wohlgeboren erhalten anbei wieder einen Abschnitt der Lalla Rookh. Auf dem letztern Bogen hatte der Abschreiber allzuviele Fehler gemacht. Ich ordnete deshalb ein da capo an. Nun paßten aber die Zeilen nicht bis gänzlich zum Schluß der Seite, welches ich bemerke, damit nicht der irrige Begriff eines etwanigen Absatzes daraus entstehe. Der nächste Posttag bringt die Fortsetzung [...]" - Die Übersetzung von Th. Moores "Lalla Rookh" erschienen 1822 bei Schlesinger in Berlin. - Leicht gebräunt. Feuchtigkeitsrand mit kleinen Papierfehlstellen im oberen Rand.

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France, Anatole (d. i. Jacques Anatole Thibault), Schriftsteller und Nobelpreisträger (1844-1924).

5 eigenh. Briefe mit U. St. Cyr sur Loire u. a., 1. IX. 1914 bis 24. XI. 1922. Verschied. Formate. Zus. ca. 8 Seiten. Mit 4 eigenh. Umschlägen.    

€ 750,–

À Monsieur ou Madame Chapelle, concernant notamment l'acquisition du domaine de 'La Béchellerie', où l'écrivain vivra jusqu'à sa mort en 1924. - I. (1. 9. 1914) Il annonce qu'il occupera 'La Béchellerie' et passera chez Me Martini pour lui donner les signatures nécessaires à la régularisation de l'achat. - II. (6. IX. 1914; Nogent-le-Rotrou, à l'en-tête de l'hôtel du Dauphin) Il tente de se rendre à Tours pour y rencontrer Me Martini, mais la circulation est difficile en raison de la guerre. - III. (4. XII. 1915; La Béchellerie) Il félicite Mme Chapelle de soigner les blessés; quant à lui, il est accablé du poids de son inutilité mais garde l'espoir d'une heureuse issue de "cette terrible guerre". - IV. (14. I. 1916; La Béchellerie) Il compte passer la voir à Paris et regrette que son mari ait déjà regagné le camp d'Avord. - V. (24. XI. 1922; La Béchellerie) Il se porte bien mais Ti-co nourrit "des idées tristes et lunatiques"; il va se rendre à Paris et lui envoie un bon à payer : "Les pièces jointes à cette lettre vous instruiront des circonstances qui m'y obligent [...] Nous allons être délivrés des deux grosses notes qu'on nous réclamait fréquemment". -Toutes les lettres avec cachet Philippe van Heurck, acquises en avril 2004 dans une vente Piasa, expert Th. Bodin.

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Friedell, Egon, Schriftsteller (1878-1938).

Eigenh. Brief mit U. Ohne Ort und Jahr [Wien, Herbst 1925]. Gr.-8°. 1 Seite.    

€ 380,–

"Sehr geehrte Administration, ich bitte Sie um eine Bestätigung darüber, welchen Gesamtbetrag ich in der Zeit vom 1. Januar bis zum 1. Juli 1925 für meine Tätigkeit als Schauspieler vom Theater in der Josefstadt empfangen habe. Ich brauche dieses Dokument dringend und umgehend und wäre Ihnen daher für möglichst umgehende Erledigung sehr verbunden. Mit bestem Dank im Voraus [...]" - Friedell war 1924-29 Ensemblemitglied des Josefstädter Theaters: "Mein Mangel an Kritik brachte Reinhardt auf den Gedanken, mich unter die 'Schauspieler des Theaters in der Josefstadt' einzureihen." (1938).

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Gershwin, Ira (d. i. Israel Gershowitz), Bruder und Texter von George Gershwin (1896-1983).

Eigenh. Brief mit U. Beverly Hills, California, 13. I. 1970. Fol. 1 Seite. Mit eigenh. Umschlag.    

€ 308,–

An den Astronomen Peter van de Kamp (1901-1995) in Swarthmore, Pennsylvania, mit einer Einladung zum Gespräch: "[...] I do hope this reaches you in time. I'm behind in my correspondence because of illness [...] and, too, my secretary is on vacation. Should this reach you before or while you still are in this neighborhood, I'll of course be happy to have you drop in on us [...]".

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Goethe-Kreis

Lister, Thomas Henry, Schriftsteller (1800-1842.

Eigenh. Brief mit U. London, 30. VI. 1836. 4°. 4 Seiten. Doppelblatt mit Adresse und Siegelausriss.    

€ 300,–

An Ottilie von Goethe in Weimar mit Erwähnung von deren Schwester sowie über seinen letzten Roman "Arlington" (1832) und seine Biographie Clarendons. - Lister ist der Verfasser des erfolgreichen Gesellschaftsromans "Granby", in dem Goethe zusammen mit Ottilie am 13. und 14. September 1826 einige Kapitel gelesen hat (vgl. Goethes Leben von Tag zu Tag VII, 655 f.). Ab 1836 war Lister "Registrar General for England and Wales".

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Neues von Goethe

Schlosser, Sophie (Sophia) Johanna (geb. Du Fay), Gattin von Fritz Schlosser, Freundin Goethes (1786-1865).

Eigenh. Brief mit U. Stift Neuburg, 30. und 31. X. 1831. 8°. 7 1/2 Seiten. 2 Doppelblätter.    

€ 480,–

An ihren Neffen Alfred Nicolovius in Berlin. Entschuldigt ihr spätes Schreiben und erkundigt sich nach dessen Befinden: "[...] Seit meinem letzten Briefe an Sie hat sich in der Welt manches geändert, oder auch nicht geändert wenn man will, da doch eigentlich nur der durch die französische Revolution [von 1830] frey gewordne Geist der Volkssouverainität, das heißt wilder Gesetz- und Zügellosigkeit immer weiter schreitet, und jedesmal, wenn es auch einmal den Anschein hat, als würde an einem Orte im eine wohlthätige Schranke gesetzt, er schon gleich wieder an einem andren spukt, bis er seine Reise um den Erdkreis wird gemacht, und alle die sich locken lassen, in den Abgrund des Verderbens wird hinunter gezogen haben. - Ich kann es nicht sagen, wie sehr dieses geist- und sinnlose Treiben mir zuwider ist, und wie wenig ich begreife, wie Menschen, die auch nur ein Körnchen Menschenverstand haben, sich so verblenden lassen [...] Es ist in der That eine trostlose Zeit [...] Wir genießen hier einen wunderschönen Herbst [...] Von Weimar hören wir gar nichts mehr; ich kann dieses völlige Verstummen in der That nicht begreifen. Vor einigen Monaten schrieb ich noch einmal an Frau Ottilie, und bat sehr, doch nur mit wenigen Worten etwas über das allseitige Ergehen zu berichten [...] Durch Frau [Marianne von] Willemer aber, die uns vor kurzem hier besucht hat, erfuhr ich, daß sie kürzlich einen Brief von dem alten Herrn [Goethe] erhalten hat, in freundlich heiterm Tone, und keineswegs zunehmende Altersschwäche anzeigend. - Wissen Sie etwas genaueres von diesem Ihnen verehrten Oheim, und den Seinen so bitte ich, es mir mitzutheilen [...]" Erwähnt mehrfach die Cholera-Epedemie 1830. - Der genannte Brief von Goethe an Marianne von Willemer ist wohl der vom 22. September 1831 (Konzept in Weimar, GSA; Ausfertigung in Frankfurt, FDH). - Minimale Randschäden und geringer Tintendurchschlag.

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"der führende weibliche Poet in Frankreich"

Goll, Claire, Schriftstellerin (1891-1977).

Masch. Brief mit eigenh. Nachschrift und U. Paris, 9. III. 1969. Gr.-4°. 1 Seite. Briefkopf.    

€ 418,–

An Hans Steinitz, den damaligen Chefredakteur der deutsch-jüdischen, in New York publizierten Emigrantenzeitung Aufbau; eng beschriftet. In einem der Frühjahrshefte sollte ein Aufsatz über Claire Goll (Titel: Wir lieben Claire Goll ) erscheinen, und Steinitz hatte Goll um die Zusendung von biographischem Material und Informationen gebeten. In diesem Zusammenhang äußert sich Goll über zeitgenössische französische Schriftsteller und Schriftstellerinnen (A. Lanoux, A. de Noailles, M. Noël). Ferner über ihre junge Anhängerschaft in Frankreich, die ihre begeisterte Zuneigung mit Widmungen und Gedichten ausdrückt: "[...] Seit deren [Marie Noëls] Tod, im letzten Jahr, gelte ich als der führende weibliche Poet in Frankreich [...] Diese Verse sind sogar etwas belastend für mich, denn die Gedichte können ob ihres Inhalts sehr gut als Liebesgedichte gedeutet werden. Dabei erwiederte [sic] ich seine Anbetung mit der Distanz der Witwe Goll. Paris klatscht gerne, besonders in Literaturkreisen hat man lose Zungen [...]" - Auf Briefpapier der Société des Amis d'Yvan Goll.

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Greene, Graham, Schriftsteller (1904-1991).

Masch. Brief mit eigenh. U. London, 14. IV. 1937. Gr.-4°. 1 Seite. Briefkopf "Night and Day Magazines Limited".    

€ 308,–

"Dear Mr Warman, I am afraid our staff has already been appointed, and the book page has already been assigned. But if you will send in some specimens of your published work. I shall be glad to read them [...]".

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Harden, Maximilian, Schriftsteller (1861-1927).

Eigenh. Manuskript mit U. "M. H.". Ohne Ort (Berlin), ohne Jahr. 4°. 8 S. Doppelblätter, geheftet.    

€ 440,–

"Gastspielsitten und Unsitten. Discrete Indiscretionen eines Eingeweihten. || Die Naturgeschichte des Theaters kennt zwei in ihrem innersten Wesen total verschiedene Arten von Gastspielen: das vornehmlich an Hoftheatern gedeihende Gastspiel auf Engagement und das über alle wuchernde Gastspiel honoris, resp. honorarii causa. Beide gehören derselben Familie am, haben aber sonst etwa so viel Ähnlichkeit mit einander wie Paradieseswonnen und Fegefeuer, oder um ein actuelles Beispiel zu gebrauchen: wie General Boulanger und Moltke [...]" - Herrlicher sarkastisch-witziger Text Hardens.

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Hesse, Hermann, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1877-1962).

Eigenh. Brief mit mont. Fotopostkarte und U. Ohne Ort und Jahr. Kl.-4°. 1 Seite.    

€ 400,–

An Walter Schadow: "[...] Gern erwarten wir Sie am Sonnabend den 28. um 4 1/2 Uhr zum Thee für eine Stunde. Sie haben dann für die Rückfahrt um 5.45 ein Postauto [...]" - Die obere Briefhälfte mit einer montierten Ansichtskarte vom Calwer Marktplatz. - Seitdem Nora und Walter Schadow im Juni 1934 ein Manuskript von "Piktors Verwandlungen" erworben hatten, verband den Dichter eine lebenslange Brieffreundschaft mit dem Ehepaar. - Ungedruckt. - 27 Briefe von Hesse an Schadow aus den Jahren 1950-1962 liegen in der Schweizerischen Landesbibliothek in Bern. - Vgl. Mileck VIII, F, 1.

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Hesse, Hermann, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1877-1962).

Masch. Brief mit eigenh. U. "H H." (Bleistift). Ohne Ort und Jahr (August 1944). 8°. 1 1/2 Seiten.    

€ 600,–

An Nora Schadow: "[...] Sie haben mir einen wunderbaren Zweig mit drei herbstlichen Blättern gesandt, und dazu einen so schönen Brief, einen Sonntagsbrief, geschrieben, daß ich Ihnen dafür danken muß. Ich tue es, indem ich von den vier Gedichten, die ich in diesem Jahr geschrieben habe, Ihnen die drei abschreibe, die Sie noch nicht kennen. Aus den beiden Augustgedichten sehen Sie, das ich im Hochsommer noch einmal eine kurze, sehr schöne Zeit, bei alten Freunden, gehabt habe. Da klang köstliche Musik im hohen Rokokosaal, und bei Kerzen in offner Halle, dahinter die Gartensommernacht, saßen wir beim Wein, lauter Freunde, zwei meiner Söhne mit ihren Frauen dabei. Nachher freilich begann eine böse Zeit der Sorgen und des Schlechtgehens, in der bin ich noch drin und kann darüber nichts sagen als was in dem Oktobergedicht steht [...]" - Hesse spricht hier von seinem Besuch bei Max und Margrit Wassmer im Schloß Bremgarten im August 1944.

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Hesse, Hermann, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1877-1962).

Masch. Brief mit eigenh. U. "HHesse" (Bleistift). Ohne Ort und Jahr (Montagnola, 1934). Qu.-Gr.-8°. 1 Seite.    

€ 550,–

An Nora Schadow in Kiel: "[...] Ich besitze ein nicht ganz so großes und prächtiges, aber ähnliches Insektenwerk aus der Zeit um 1770. Ich weiß nicht, wo Sie den 'alten Baum' gefunden haben. Ich nehme an, es sei die Erzählung vom gestürzten Judasbaum in Garten meiner früheren Wohnung. Diese Geschichte ist geschehen und geschrieben vor etwa 6 Jahren, vielleicht auch schon etwas länger. Sie erschien damals in einer Zeitung. Später erwarb ein Zweitdruck-Bureau das Recht, diesen Aufsatz, und auch andre, weiter als Nachdruck zu vertreiben. Diese Nachdrucke geschehen zwar mit meiner Erlaubnis, aber ich weiß von den einzelnen Abdrucken nichts. Sie sind übrigens zur Zeit meine einzige kleine Einnahme-Quelle. Wir haben noch immer schöne warme Sonne, strahlende Tage, ich arbeite täglich draußen. Die Nächte sind schon kalt, darum habe ich seit einigen Tagen geheizt, tagsüber wäre es nicht nötig. Das Befinden ist schlecht, viel Gicht und viel Augenschmerzen, oft tagelang ohne Pause [...]".

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"als wäre sie Niemandes Wohnung"

Hesse, Hermann, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1877-1962).

Eigenh. Brief mit masch. Gedichttyposkript. Ohne Ort und Jahr [Montagnola, ca. 1940]. Gr.-8°. 1 Seite. Dünnes Papier.    

€ 400,–

An Walter Schadow in Uetersen: "[...] In der Bitterkeit u. Eiskälte, die mich seit einigen Jahren mehr u. mehr einschnürt, ist mir kein Brief möglich [...]" - Darüber als Typoskript die "Worte des Heng Hsiä (16 Zeilen) mit folgenden letzten Zeilen und der Nachschrift: "An der Pforte meiner Behausung ziemt es sich vorbei zu gehen, als wäre sie Niemandes Wohnung. - Dies steht auf einem Papier an meiner Haustür in Montagnola". - Seitdem Nora und Walter Schadow im Juni 1934 ein Manuskript von "Piktors Verwandlungen" erworben hatten, verband den Dichter eine lebenslange Brieffreundschaft mit dem Ehepaar. - Ungedruckt. - 27 Briefe von Hesse an Schadow aus den Jahren 1950-1962 liegen in der Schweizerischen Landesbibliothek in Bern. - Vgl. Mileck VIII, F, 1.

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Literarischer Erzieher

Hesse, Hermann, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1877-1962).

Masch. Brief mit eigenh. U. "HHesse" (Bleistift). Ohne Ort und Jahr (ca. 1940). Gr.-8°. 1 Seite. Mit Kopfvignette "Nach einem Aquarell von Hermann Hesse".    

€ 450,–

An W. Schadow in Uetersen: "[...] Ich bin aus Baden heimgekehrt, in schlechtem Zustand, der sich nun seit einem Jahr kaum geändert hat. Wer die Hesse'sche Privatschule gründete oder leitete, weiss ich nicht; ein jüngerer Bruder meines Vaters, guter Musiker aber kein Pädagoge, war viele Jahre in Reval Pastor an St. Olai. Sie haben Recht, der Erzieher, und auch der literarische, hat es stets nur mit dem Einzelnen zu tun. Ob das Kollektiv des modernen und kommenden Menschen das ändern und das Individuum nicht mehr kennen wird, darf uns nicht kümmern [...]".

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Hesse, Hermann, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1877-1962).

Masch. Brief mit eigenh. U. "HHesse" (Bleistift). Ohne Ort und Jahr (ca. 1940). Gr.-8°. 2 Seiten. Doppelblatt mit kolor. Kopfvignette "Holzschnitt nach einem Aquarell von Hermann Hesse".    

€ 800,–

An Nora Schadow: "[...] Ihr Gruß vor etwa 4 Wochen fand mich bei der Kur in Baden, erst dieser Tage kam ich wieder heim, bei schlechtem Befinden, namentlich der Augen. Als ich am 16. Dezember heimkam, blühten ums Haus nicht nur einige Rosen, das kommt auch in andern Jahren oft vor, sondern es standen nach hunderte von Kapuzinerkressen in strahlender Blüte. Inzwischen freilich ist Schnee und etwas Frost gekommen. Von Baden aus besuchte ich meinen ältesten Sohn und sah zum erstenmal dessen Töchterchen, die im Mai geboren ist. Ich sah auch meine beiden andern Söhne, sie besuchten mich in Baden. Aber ich war die ganze Zeit halbkrank, und mit eigenen und fremden Sorgen sehr beladen, es kam zu keiner Ruhe [...]" Legt ein Gedicht bei.

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Burckhardt und Fudeus

Hesse, Hermann, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1877-1962).

Masch. Brief mit eigenh. U. "Ihr HHesse" (Bleistift). Ohne Ort und Jahr (ca. 1942). Gr.-8°. 1 Seite.    

€ 650,–

An W. Schadow in Hamburg: "[...] Mit dem unverantwortlichen Urteil jenes Haas über Burckhardt haben Sie mir ein Musterbeispiel von Kritiker- und Journalistenmoral aus dem heutigen Deutschland gesandt. Das einzige Reale, was Haas gegen B. festzustellen hat, ist der kleine Irrtum, dass B. das Wiener Fiakerlied dem Nestroy zuschreibt. Aus diesem winzigen Wissens- oder Gedächtnisfehler bezieht Haas das Recht, alle Aeusserungen Burckhardts anzuzweifeln. In Wirklichkeit hat er nur die überlegene Kultiviertheit eines Autors nicht ertragen können, dessen ganze Art und Haltung der Journalist als Vorwurf empfinden muss. Es steht ähnlich mit dem Geist der ältern Tanten und ehrgeizigen jungen Studienräte an den Gymnasien. Doch ist dies kein speziell deutsches Phänomen und Problem mehr, zumindest in der deutschen Schweiz steht es ebenso. Mit Fudeus habe auch ich eine gewisse Enttäuschung erlebt. Als Gatte einer Jüdin, deren Familie und Freundschaft teils umgebracht teils in alle Welt zerstreut wurde, habe ich in Sachen Emigration etc etwas Erfahrung. So habe ich Herrn F. ausführlich klar zu machen gesucht, wie falsch seine wehleidige Einstellung zu seiner Loge sei. Er hat mir daraufhin nicht mehr geschrieben, es ist viele Wochen her. Und so fürchte ich, er werde dieser Lage nicht gewachsen sein. Es bleibt zu hoffen, dass seine Frau (die mir ganz unbekannt ist) mehr Wirklichkeitssinn habe und ihm durchhelfe [...]".

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Glasperlenspiel

Hesse, Hermann, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1877-1962).

Masch. Brief mit eigenh. U. "HHesse" (Bleistift). Ohne Ort (Montagnola), Februar 1944. 12 x 13,5 cm. 2 Seiten. Weisser Oberrand abgetrennt.   

€ 400,–

An Nora Schadow in Kiel: "[...] ich danke Ihnen schön, auch für die mir zugedachten Beilagen, die aber nicht mitkamen, sondern von der Censur entfernt wurden. Die Lichtlupe, die Sie bei mir vermuten zum Betrachten so hübscher kleiner Kunstwerkchen, ist auch nicht vorhanden; Sie stellen sich mein Leben anders vor als es ist: Mittelpunkt der Sorgen und Beschwerden ist die seit Jahren und Jahrzehnten andauernde tägliche Überanstrengung der Augen, mit tagelang dauernden schweren Krämpfen. Da kann man von neuen Augenanstrengungen sich keine Freuden versprechen. Eine Broschüre aus meinem Zürcher Verlag, die ich Ihnen im Herbst senden lies, scheint auch nicht angelangt zu sein. Im Dezember erschien das Buch, an dem ich die letzten 12 Jahre gearbeitet habe ['Das Glasperlenspiel'], zwei dicke Bände, existiert aber nur für die Schweiz und darf nicht ausgeführt werden. Aber wenigstens ist das Buch nun vorhanden und kann mich überleben. Herrlich ist Ihr Bericht von dem musikalischen Privatissimum für Sie und Ihren Sohn! [...]".

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"Kritik am politischen Elend der Intellektuellen"

Hesse, Hermann, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1877-1962).

Eigenh. Postkarte mit U. Zürich, 28. V. 1945 (Poststempel). 1 1/2 Seiten. Mit eigenh. adressiertem Umschlag.    

€ 380,–

An Walter Schadow in Uetersen: "[...] Es ist nicht alles umsonst gewesen. Ich habe zwar in politischer Hinsicht auch heute meinen Glauben an Deutschland; aber für den Moment ist das Finden einer politischen Lebensform ja noch nicht die Hauptfrage, u. ich freue mich mit Ehrfurcht über die vielen Beispiele von Größe u. Opferbereitschaft. Den gedruckten 'Brief' mögen Sie freundlich aufnehmen, obwohl ich diesmal die Kritik am politischen Elend der Intellektuellen, vor allem meiner Kollegen, nicht unterdrücken konnte. Der Brief will nicht kränken, nur klären [...]" - Hesse nimmt Bezug auf den Separatdruck "Brief an den jungen Deutschen", erschienen in der Neuen Schweizer Rundschau und als Separatdruck im Juni 1945. - Seitdem Nora und Walter Schadow im Juni 1934 ein Manuskript von "Piktors Verwandlungen" erworben hatten, verband den Dichter eine lebenslange Brieffreundschaft mit dem Ehepaar. - Ungedruckt. - 27 Briefe von Hesse an Schadow aus den Jahren 1950-1962 liegen in der Schweizerischen Landesbibliothek in Bern. - Vgl. Mileck VIII, F, 1 und III, 95.

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Hesse, Hermann, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1877-1962).

Eigenh. Brief mit masch. Gedichttyposkript. (Montagnola), (ca. 1946). Gr.-8°. 1 Seite. Dünnes Papier.    

€ 400,–

An Walter Schadow in Hamburg: "[...] Wir beide haben uns an Ihrem Brief gefreut, er kam an einem Vorfrühlingstag, wo bei uns fast überall noch hoher Schnee lag wie noch nie, überm Schnee aber blühten erste Kamelien und flogen Citronenfalter u. Pfauenaugen [...]" - Darüber als Typoskript das Gedicht "Hermann Hesse" von Albert Steen, erstmals erschienen 1946 im "Almanach der Unvergessenen" (Greifenverlag). - Seitdem Nora und Walter Schadow im Juni 1934 ein Manuskript von "Piktors Verwandlungen" erworben hatten, verband den Dichter eine lebenslange Brieffreundschaft mit dem Ehepaar. - Ungedruckt. - 27 Briefe von Hesse an Schadow aus den Jahren 1950-1962 liegen in der Schweizerischen Landesbibliothek in Bern. - Vgl. Mileck VIII, F, 1.

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Hesse, Hermann, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1877-1962).

Eigenh. Brief mit masch. Ergänzung. Montagnola, 9. VII. 1954 (Poststempel). Kl.-4°. 1 Seite. Mit eigenh. adressiertem Umschlag.    

€ 450,–

An Nora Schadow in Pinneberg: "[...] Danke für Ihren lieben Novemberbrief, der war eine schöne Gabe. Ich werde sie bald mit einem Gedicht erwidern, das ich als Glückwunsch drucken lasse. Seit einer Woche umgibt uns dicker Nebel. Das ist in den 33 Jahren meines Tessiner Daseins noch nie geschehen [...]" - Darüber ein masch. Auszug aus dem Glückwunschbrief eines Japaners. - Seitdem Nora und Walter Schadow im Juni 1934 ein Manuskript von "Piktors Verwandlungen" erworben hatten, verband den Dichter eine lebenslange Brieffreundschaft mit dem Ehepaar. - Ungedruckt. - 27 Briefe von Hesse an Schadow aus den Jahren 1950-1962 liegen in der Schweizerischen Landesbibliothek in Bern. - Vgl. Mileck VIII, F, 1.

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Heym, Stefan, Schriftsteller (1913-2001).

Typoskript "Gedenken an Hainar [sic] Kipphardt" mit eigenh. Korrektur und 2 masch. Brief mit eigenh. U. Berlin-Grünau, 28. IV. 1991 und 31. V. 1991. Fol. 9 Seiten.    

€ 400,–

Ausführlicher und sehr persönlicher Nachruf auf Heinar Kipphardt, mit zwei Begleitschreiben an den Herausgeber: I. "[...] ich hatte Pip Kipphardt zugesagt, eine Besprechung über die Kipphardt-Ausgabe zu machen. Immer noch liegen die Bücher auf meinem Nachttisch, und ich komme und komme nicht dazu, sie durchzulesen - es sind ja viele tausend Seiten -, und das müßte man schon tun, um Kipphardt gerecht zu werden. Ich bin da sehr niedergeschlagen, daß ich die Sache immer vor mir herschiebe, und traue mich schon gar nicht, der Pia unter die Augen zu treten, Aber das, was Sie von mir erbitten [...], werde ich versuchen zu schreiben 8...]". II: "[...] Würden Sie bitte die Liebenswürdigkeit haben, eine Kopie davon anzufertigen und diese an Pia Kipphardt zu schicken. Sollte Pia irgendwelche Vorschläge haben, lassen Sie mich das bitte wissen, oder Pia soll mir schreiben [...]". - "Gedenken an Heinar Kipphardt" erschien erstmals im Marbacher Magazin 60/1992 "In der Sache Heinar Kipphardt", bearb. von Uwe Naumann und Michael Töteberg. Beiliegend ein Exemplar der Erstausgabe, eine 6-seitige Broschüre der gleichnamigen Kabinettausstellung im Schiller-Nationalmuseum sowie die Gegenbriefe des Herausgebers.

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Gundolf, d'Annunzio, Rilke

Hofmannsthal, Christiane von, Tochter Hugo von Hofmannsthals (1902-1987).

Eigenh. Brief mit U. "Christiane". Golfhotel Beauvallon par Ste. Maxime Var, 23. XII. 1926. Gr.-4°. 6 Seiten auf 3 Blättern.    

€ 580,–

An Thankmar von Münchhausen (1893-1979), den Freund und Briefpartner Rilkes. Christiane besuchte das Künstlerehepaar Marguerite (geb. Chapin, 1880-1963) und Roffredo Caetani (1871-1961) in dem als Schriftstellerherberge bekannten Luxushotel bei St. Tropez: "[...] Da bin ich also: und morgen ist Weihnachten was ziemlich unvorstellbar ist, bei dieser strahlenden Sonne und Wärme, dem blauen Meer und den grünen Bäumen [...] Den Tag nach Deiner Abreise war mir wieder garnicht gut, ich habe Lili [Waetzoldt, 1886-1978) schnell adieu gesagt, die mir noch einige Details über ihre amour mit [Ernst] Gundolf gegeben hat, es scheint eher grave gewesen zu sein, und sie war schon vor der Elli [Else Kühner] vorhanden, scheint es [...] In St. Raphael holte mich ein Auto und führte mich hierher, wo Marguerite mich zu meiner Freude sofort ins Bett legte. Und aus dem Bett ließ sie mich auch erst mal 3 Tage nicht heraus, was bissl reichlich war, aber wunderschön, die Balkontüre offen, strahlende Sonne den ganzen Tag, eine große blaue Bucht und dahinter Hügel und alte Hafenstädte [...] Marguerite kennt man immer weniger, je mehr man mit ihr zusammen ist. Mit den Kindern ist sie in einer Weise ängstlich wie ich so was überhaupt noch nicht gesehen hab, und auch sie geht nicht vor die Türe und hat Angst vor jedem Lufthauch. Am Liebsten würde sie es auch mir verbieten. Sie hat mir ein bissl von ihrem Leben erzählt, daß sie eine sehr arge Kindheit gehabt hat mit einer Stiefmutter, ohne Eltern, und daß sie bis 21 sehr unglücklich war. - Dann daß der [Gabriele] d'Annunzio sie eine Zeit sehr geliebt hat (vor Roffredo) und daß sie Berge von Briefen von ihm hatte, sie aber auf Roffredos Wunsch alle verbrennen mußte, weil er so eifersüchtig ist auf alles, sogar auf Vergangenes! Was sagst Du? Dann hat sie immerfort ihre Literatursachen, Fargue, Valéry etc. doch ist Fargue derzeit ein bissl unten durch bei ihr, ich weiß nicht warum [...] Marguerite behauptet Dir geschrieben zu haben, ist es wahr, u. auch Rilke geschickt. Sie hörte daß Rilke sehr schwer krank sein soll. Glaubst Du es? Ich bleibe bis Neujahr hier, dann direkt nach Wien [...]" - Marguerite Caetani gab die literarische Zeitschrift "Commerce" heraus. Rilke starb kurz nach unserem Brief am 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux. - Druck: Ein nettes kleines Welttheater, S. 89-91 und Anm. S. 185.

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Die "Münze des 'Literatur'-verkehrs"

Hofmannsthal, Hugo von, Schriftsteller (1874-1929).

Eigenh. Brief mit U. Ohne Ort und Jahr [Rodaun, 20. VI. 1908]. Kl.-4°. 2 Seiten, Doppelblatt.    

€ 600,–

An den Schriftsteller Arthur Schurig (1870-1929): "Sehr geehrter Herr, vielen Dank für die Lespinasse. Ich freue mich sehr, dass Sie unserer Correspondenz gerne und freundlich gedenken. Bewahren Sie mir weiter diese Gesinnung - die mir zu den Dingen gehört deren Wert in der Münze des 'Literatur'-verkehrs gar nicht zu berechnen ist, weil es eben andre Münze ist [...]" - Schurig hatte 1908 die Liebesbriefe der Julie de Lespinasse (1732-1776) für den Georg Müller-Verlag in München übersetzt. - Kleine Randeinrisse.

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Hugo, Victor, Schriftsteller (1802-1885).

Eigenh. Brief mit U. Ohne Ort [Paris], 7. VI. 1849. 8°. 1 Seite. Doppelblatt.    

€ 1.200,–

"Monsieur, | j'ai le regret profond de pas pouvoir assister à la conférence donc vous m'entretenez, mais j'accepte la présidence d'honneur que vous voulez bien m'offrir. Croyez, je vous prie, à ma très sincère cordialité. | Victor Hugo." - Vicor Hugo hielt dann aber doch die Eröffnungsrede beim Friedenskongress "Congrès de la Paix" am 21. August 1849.

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Huxley, Aldous, Schriftsteller (1894-1963).

Eigenh. Brief mit U. Los Angeles, 29. IV. 1963. Fol. 1 Seite. Luftpostbrief mit rückseit. Adresse.    

€ 495,–

An den Germanisten und Übersetzer Otto F. Best (1929-2008), von 1960-68 Cheflektor beim Piper-Verlag: "[...] Thank you for your letter, which I passed on to my wife [Laura; 19011-2007] - who in turn communicated with Mr [Roger W.] Straus [1917-2004], of Farrar & Straus, through whom, I understand, all arrangements for translation rights are being made [...]" - 1963 erschien bei Piper Huxleys Essaysammlung "Literatur und Wissenschaft". - Hübsch.

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Ionesco, Eugène, Schriftsteller (1909-1994).

Eigenh. Brief mit U. Paris, 15. VI. 1960. 8°. 1 Seite. Patentbrief mit rückseitiger Adresse und Absender.    

€ 600,–

An Wolfgang Ignèe: "[...] Je me suis beaucoup absenté de Paris, ces temps-ci. Oui, - vous pouvez traduire cet article [...] mais ne mettez pas ce titre, car il est celui de sécretaire du rédaction et ne correspond pas tout à fait avec le contenu [...] Envoyez-moi s. v. p. le lexte dès qu'il aura paru.".

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Jünger, Ernst, Schriftsteller (1895-1998).

Eigenh. Brief mit U. Wilflingen, 19. III. 1975. Fol. 1 Seite. Briefkopf. Gelocht.    

€ 440,–

An Singer: "[...] Mich hat's jetzt auch erwischt; ich liege mit einer bösen Grippe im Bett. Bin trotzdem unruhig über das Ergebnis Ihrer Operation. Ich hoffe, dass sie gelungen ist und dass Sie mit guten Aussichten zurückkehrten [...]" - Klammerspuren. - Dekorativ.

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Nazis in Bayern?

Kantorowicz, Alfred, Publizist und Literaturwissenschaftler (1899-1979).

Masch. Brief mit eigenh. U. Hamburg, 10. VI. 1971. Fol. 1 Seite. Beiliegend zwei Gegenbriefe (Typoskript-Durchschläge) Johannes von Guenthers und dessen Ehefrau vom 3. VI. 1971 und 14. VI. 1971.    

€ 350,–

Emotionsgeladener Briefwechsel mit Johannes von Guenther, über die Rolle der Bayern im Nationalsozialismus, gesehen aus der Perspektive des nach Deutschland zurückgekehrten Emigranten: "[...] Ohne unzählbare Bayern von Brecht zu Thomas Dehler, von Carola Neher zu Frau von Guenther wäre mein Leben um vieles ärmer. Aber keiner meiner bayrischen Freunde konnte den Aufstieg von Hitler, Himmler, Göring, Streicher in Bayern verhindern, keiner mich vor den Walter Becher, Walter Stain, der bayrischen Justiz, den bayrischen Behörden, die mich zum Outcast gemacht haben, schützen. Wer die Akten des mir von den Sudetenbossen aufgezwungenen zehnjährigen Prozess liest, dieses Sammelsurium von Justizunrecht, Behördenwillkür, Verleumdung, Verdrehung, Fälschung, Unterschlagung amtlicher Zeugnisse, die für mich sprachen, wer diese Hass- und Hetzkampagne von Leuten, die Heil gebrüllt und ihre Karrieren gefördert haben, als sämtliche Mitglieder meiner Familie verschmort, liquidiert, ausgetrieben wurden, zu realisieren vermag, der weiss, dass mein Trauma sehr tiefreichende Wurzeln hat. In den 14 Jahren des Exil, in denen mein Glaube an das bessere Deutschland mir Kraft und Hoffnung gegeben hat, war ich niemals so rechtlos, so ausgeliefert, wie in dem Lande, in dem zuletzt, trotz so vieler ehrbarer, gemütlicher, liebenswerter Bürger doch immer wieder der Geist von Braunau gedeiht und herrscht (wenn auch in der gemilderten Form von Miesbach oder Vilshofen) [...]". - Kantorowicz' Brief war eine Reaktion auf ein Schreiben Frau von Guenthers vom 3. VI. 1971, in dem sie bekannte, sich als "waschechte Baierin" nicht daran erinnern zu können, "dass bei uns zu Hause im Dorf und auch anderso jemand 'judenfeindlich' gewesen sei". Nazi-Parolen seien nur von Leuten geführt worden, "die 'nicht hergehören'" und die "man ein bisschen achselzuckend reden lässt". Denn: "Den Altbaiern liegt das Regieren nicht, also lassen sie sich regieren". Das konnte und wollte Kantorowicz so nicht stehen lassen, schrieb vorliegenden Brief, worauf Johannes von Guenther und seine Frau am 14. VI. 1971 ein Entschuldigungsschreiben verfassten. Die beiden Gegenbriefe liegen im Typoskript-Durchschlag bei. - Alfred Kantorowicz war KPD-Mitglied, floh 1933 vor den Nazis, kämpfte in Spanien gegen das Franco-Regime und war Generalsekretär des "Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller im Exil". 1946 kehrte er nach Ostberlin zurück, wurde Herausgeber der 1949 verbotenen Zeitschrift "Ost und West" und Professor für neue deutsche Literatur an der Humboldt-Universität in Berlin. 1957 kam er einer Verhaftung zuvor, indem er in den Westen ging. Hier musste er sich in einem neunjährigen Prozess bis vor dem Bundesverwaltungsgericht den Flüchtlingsausweis und die damit verbundenen Rentenansprüche erstreiten. Man warf ihm fälschlicherweise vor, als Kommunist in der DDR privilegiert gewesen zu sein.  - Gelocht.

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"Lebt da und dort in der Welt"

Klabund (eigentlich: Alfred Henschke), Schriftsteller (1890-1928).

Eigenh. Brief mit U. Lugano, 1. V. 1924. Gr.-4°. 3 Seiten. Bleistift. Mit eigenh. Umschlag mit Poststempel und Einschreibeaufkleber "Zehlendorf (Wannseebahn)".    

€ 600,–

An den Schriftsteller Albert Sergel (1876-1946) in Berlin-Karlshorst wegen des Beitrags zu dessen Anthologie "Saat und Ernte. Die deutsche Lyrik um 1925 in Selbstauswahlen der Dichter und Dichterinnen; mit kurzen Eigenbiographien und Angabe ihrer Werke" (Berlin 1924): "[...] ich beteilige mich gern an der Anthologie, muß Sie aber, da ich auf Reisen bin, bitten, die Gedichte, die ich Ihnen namhaft mache, aus den betreffenden Büchern, die Sie in Berlin ja leicht erhalten können, selbst sich abschreiben zu lassen. Korrektur auf jeden Fall erbeten [...]" Es folgt eine Liste von 14 Gedichten mit Angabe der Druckorte in Büchern und der Zeilenzahl: "[...] Das sind ungefähr 150 Zeilen. Meine Biographie kann sich auf 1 Zeile beschränken: 'Geboren 1891 in Crossen an der Oder. Lebt da und dort in der Welt.' Falls Sie Bildnisse bringen: meine Büste von Modrow (Davos) anbei [...]" Daneben ein Blatt mit der Überschrift "Klabund | Bibliographie" und Angabe von 15 bis dahin erschienenen Büchern mit Angabe von Verlag und Auflage. - Alles in Bleistift.

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Ein Bild von Thomas Mann

Kolb, Annette, Schriftstellerin (1870-1967).

Eigenh. Brief mit U. New York, "310 W 72d street Ap. 10-C ", 20. IV. 1942. Gr.-4°. 1 Seite.    

€ 330,–

An den Photographen und Musikwissenschaftler Ernst (Ernest) Gottlieb (1903-1961): "[...] Tausend Dank für die herrliche Photographie. Es ist wirklich sehr gütig von Ihnen mich mit ihr zu erfreuen. Ich hoffe die Gelegenheit wird sich bieten, dass ich ihnen eines Tages mündlich dafür danken kann [...]" - Ernst Gottlieb hatte am 24. Februar 1942 Aufnahmen von Thomas Mann gemacht und Anette Kolb Anfang April Abzüge als Geschenk angeboten, worauf sie sich ein Bild ausgesucht hatte ("das schönste Bild das ich noch von ihm gesehen habe", schrieb sie am 6. April an Gottlieb). Ebenfalls 1942 gründeten Gottlieb und Felix Guggenheim die "Pazifische Presse" in Los Angeles. - Annette Kolb musste 1940, schon siebzigjährig und mittellos, nach New York emigrieren. - Knickfalte.

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Kommerell, Max, Literaturhistoriker und Schriftsteller (1902-1944).

Eigenh. Brief mit U. "Max". Frankfurt am Main, Bockenheimer Anlage 13, 20. IV. 1939. Fol. 1 Seite.    

€ 300,–

An die Witwe seines Freundes Ernst: "Liebe Milli, Die schöne Wiedergabe der Zeichnung, die mir von Eurer Wohnung her deutlich im Gedenken ist, habe ich erhalten; sie liegt vor mir, an meinem Arbeitstisch und erinnert mich an den guten, lieben Freund, den ich in Ernst verloren habe - wie manches Wort hätte ich ihm und hätte er mir wohl auch noch gern gesagt. Mein Neffe Siegfried war indessen bei uns; es hat mir von Eurem Söhnchen Heinz erzählt, und ich freue mich, dass auf diese Weise die Verbindung zwischen uns 'Cannstattern' und Dir lebendig bleibt. Besonderes danke ich dir für Dein liebenswürdiges Interesse an meinem dramatischen Versuch. Hoffentlich langweilt er Dich nicht. Wie geht es Dir mit Deinen Kindern, den lebendigen Pfänden, die Dir von deinem lieben Ernst geblieben sind? Ich denke, es lindert manchmal Deinen Schmerz, wenn Du sie um Dich siehst und Dich überzeugst, dass sie gedeihen und dass etwas von Ernst in ihnen weiter wächst und Dich begleitet [...]".

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"die 'Krolow'sche Lösung' der Heise-Kunert'schen Lyrik-Diskussion"

Krolow, Karl, Schriftsteller (1915-1999).

Konvolut von 26 (davon 15 eigh.) Briefen und 1 masch. Postkarte mit eigenh. U. "Karl Krolow" sowie 2 Typoskripten. Darmstadt, 1960-1985. Verschied. Formate. Zus. ca. 26 S. Meist mit dem Umschlag.

€ 500,–

An Rolf Michaelis, Feuilleton-Redakteur der Stuttgarter Zeitung und der Zeit. Oft Begleitschreiben zu Einsendungen von Gedichten oder Essays, aber auch Danksagungen mit Bemerkungen und Gedanken über andere Schriftsteller (Garcia Lorca, Härtling), Bücher, Literaturpreise, Jury-Probleme etc. Beispiel: "[...] heute schicke ich Ihnen die 'Krolow'sche Lösung' der Heise-Kunert'schen Lyrik-Diskussion. Nicht unbedingt ein in Prosa aufgelöstes Gedicht von mir, doch auch nicht sein Gegenteil [...] Ich wollte jedenfalls nur eine kürzere und nicht essayistische Stellungnahme geben. Nach sovielen Aufsätzen zum Metier des Versemachens (auch) eine ironisch-ernsthafte und 'leidende' Reaktion" [18.VIII.1982]. Vor seinem 70. Geburtstag: "[...] Es wird dann, diese eine Woche lang, hier und in Hannover (und überhaupt in den 'Medien') offiziell mit mir 'umgegangen', wenn ich so sagen soll. Das ist natürlich erfreulich, zugleich anstrengend, und vorher bin ich - für meine Verhältnisse - überbesetzt. Daher meine Befürchtungen, durchzuhalten (spr. nicht durchzuhalten). Es ist manchmal Irritation / Verwirrung dabei. Aber die hat auch mit anderem zu tun, nicht unbedingt Literarischem" [26.I.1985]. - Die beiden Typoskripte sind betitelt "Geträumtes Da-sein. 'Von der niemand gehörenden Einsamkeit' - Prosagedichte von Alice Koch" und (zur Lyrik-Diskussion) "Donnerworte und Gedichte".

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Die wunderbaren Jahre

Kunze, Reiner, Schriftsteller (geb. 1933).

25 Autographen: 2 eigenh. Briefe mit U., 8 masch. Briefe mit eigenh. U. 12 eigenh. Brief- und Postkarten mit U. sowie 3 Separatdrucke mit eigenh. Beschriftung und U. Erlau-Obernzell bei Passau, 1979-90. Verschied. Formate. Zus. ca. 25 Seiten. Mit 9 eigenh. Umschlägen.    

€ 800,–

An Wolfgang Ignée. - (27. I. 1979): "[...] Von uns kann ich Ihnen nur berichten, daß wir uns hier eingelebt haben, uns wohl fühlen und zurechtfinden (zumindest meinen meinen wir, daß dem so sei). Wir sind dankbar für jeden Tag. Wider Erwarten war das vergangene Jahr wahrscheinlich das produktivste in meinem bisherigen Leben. 1.) Drehbuch zu dem Kinofilm 'Die wunderbaren Jahre' - Drehfassung. Thema und einzelne Motive wie im Prosaband. Als Ganzes eine eigenständige Arbeit, durchgehende Handlung etc. [...] 3.) Erste neue Gedichte, die ganz vom Hier inspiriert sind (das ist meine größte Selbstüberraschung). Sie halte ich streng zurück, bis ich sie in einem verantwortbaren Kontext vorlegen kann (Gedichtband). Das wird noch sehr lange dauern. Aber - und das ist für mich das Wichtigste - ich kann hier schreiben. 4.) Nur ein Farbtupfer: Das Kätzchen (Zweizeiler für Kinder, Bilder von Horst Sauerbruch)[...]" - (21. IV. 1980): "[...] Der Regisseur fühlt sich überhaupt nicht, da er sich nie als solcher gefühlt hat [...] Für das, was im Film gezeigt wird, also für den Wahrheitsgehalt, stehe ich gerade [...] Ich beginne, wieder still vor mich hinzuarbeiten. (Still. Stur. Stumm. In Bezug auf das Phänomen Publicity [...]" - (11. V. 1982): "[...] in meinem Hiersein ist es selten geworden, daß eine Zeitung nicht Herrn Kant das letzte Wort läßt, wenn er sich in dieser Weise äußert [...]" - (22. XII. 1982): "[...] einmal muß Schluß sein. Ich habe im Dezember noch den Evangelischen Kommentaren ein Interview gegeben, und nun bin ich bereit, einen Kopfstand mit hundert Kniebeugen in der Luft zu machen, wenn ich mich damit von weiteren Wiederholungen freikaufen kann. Ausgetreten [aus dem VS] bin ich mit dem Vorsatz, es so zu tun, daß möglichst nur ich selbst es bemerke (deshalb keine Begründung in meinem Brief an den Verband; ich wollte gehen - und fertig) [...] Resümee: Ich bin ausgetreten, weil ich davon überzeugt war, daß ich in diesem Verband nichts verändern kann (und daß es auch nicht meiner Mentalität entspricht, ans politische Rednerpult zu treten) [...]" - (14. VI. 1984): "[...] Ich arbeite an einem Manuskript, das im Herbst 86 erscheinen soll (wenn der Verlag es mögen sollte). Sobald ich aus diesem Manuskript Gedichte an die Öffentlichkeit gebe, wird es mir eine große Freude sein, Ihnen einige zu zeigen [...]" - (17. IX. 1984): "[...] am 30. 9. erhalte ich in Wangen den Eichendorff-Literaturpreis. Dabei werde ich eine winzige Rede halten [...] An dieser Rede habe ich einigermaßen gearbeitet; denn wenn man schon genötigt ist, den Mund aufzutun, so sollte man auch etwas zu sagen versuchen [...] Daran, daß man den Text hinterher auch in einer Zeitung drucken könnte, hatte ich allerdings nicht gedacht [...]" - (29. XI. 1985): "[...] Mein neuer Gedichtband - die Arbeit der letzten vier Jahre - ist schon gesetzt, wird aber erst im August 86 erscheinen, da S. Fischer im kommenden Jahr ja nur zweimal ausliefert [...]".

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Lagerlöf, Selma, Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin (1858-1940).

Eigenh. Brief mit U. Marbacka, 17. IV. 1925. 4°. 2 Seiten. Doppelblatt.    

€ 400,–

An den Schriftsteller und Lektor des Ullstein-Verlages Max Krell mit Dank für eine Honorarzahlung von 900 Mark: "[...] Mein Bild habe ich die Ehre, hiermit zu übersenden. Aber entschuldigen Sie, daß ich keinen Gruß an den Leser sende! Ich bin alt, und in meiner Jugend war so etwas nicht üblich. Das Buch mußte damals für sich selbst sprechen, und ich kann mich an etwas Andres nicht gewöhnen [ ...]".

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Landauer, Gustav, Schriftsteller und Philosoph (1870-1919).

Eigenh. Brief mit U. Hermsdorf, 28. XII. 1907. 4°. 2 Seiten. Büttenpapier.    

€ 330,–

An den Schriftsteller und Theaterkritiker Julius Bab (1880-1955): "[...] Was wir in den 'Gesprächen' von Oscar Wilde übersetzt haben, liegt ja seit Jahren in verschiedenen deutschen Übersetzungen vor (z. B. 'Fingerzeige', 'Intentionen'); ausserdem gab es schon vorher eine billige englische Ausgabe à la Tauchnitz, die schon vor den Übersetzungen so weit bekannt war, daß z. B. eine sehr interessante Aufsatzreihe, die Julius Hart vor Jahren im 'Tag' über das Verhältnis von Kunst und Kritik schrieb, wie ich überzeugt bin, auf diese Einflüsse zurückgeht. Und so glaube ich freilich auch, daß Ihre Bemerkung S. 65 über Hekuba von einem scharf zugespitzen Wort Wildes (Unsere Ausgabe S. 17 und noch einmal S. 48) abstammen könnte. | Indessen kann ich mich irren, und die Übereinstimmung kann zufällig sein; die Hauptsache war mir, Sie auf diese Essays Wildes, die Ihnen so nah gehen müssen, erneut hinzuweisen. Ich kann mich darin irren, weil das Wort 'Was ich ihm (oder: mir? oder: uns?) Hekuba? bei uns in Deutschland in sprichwörtlicher Anwendung zur Zeit geläufiger ist als in England. Diese neue Anwendung stammt gar nicht aus aesthetischen Betrachtungen, sondern aus der Politik, nämlich aus einer Reichstagsrede Bismarcks, der von irgend etwas, ich glaube von Bulgarien sagte, es sei ihm Hekuba; und so kam es, daß im Zeitungs- und Kaffeehausdeutsch 'Hekuba' eine Zeit lang so viel wie 'Wurst' bdedeutete. | Auf Ihr neues Stück bin ich also trotz dieses A. L -, der es in jeder Hinsicht zu sein scheint, sehr begierig; und auf die Aufführung des 'Andern' freue ich mich [...] Das Heft 'Kritik der Kritik' mit unserer Sprachkunstdiskussion erscheint wohl überhaupt nicht? [...]" - Ungedruckt.

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Lasker-Schüler, Else, Schriftstellerin (1869-1945).

Eigenh. Postkarte mit U. "Prz Tiba.". Berlin, 26. I. 1914 (Poststempel). 1 Seite. Mit Adresse und Postvermerken zur Nachforschung wegen der farschen Adresse (Börsch wohnte nicht in der "Goethestraße 18" sondern in der Mommsenstr. 18.    

€ 900,–

An den Studenten und Schriftsteller Rudolf Börsch (1895-1915) in Berlin-Charlottenburg: "Muß 5 Uhr ins Hôtel. Fürstin ist plötzlich vorüberreisend da. Bitte Depesche. Seien Sie [gestrichen: punkt] 2 Uhr wenn möglich bei mir. Warte bis 4 Uhr. [dreifach unterstrichen:] Neues! Gruß Prz Tiba." - Mit der "Fürstin" ist ihre Gönnerin Pauline Fürstin zu Wied (geb. von Württemberg; 1877-1965) gemeint (vgl. Bauschinger 156 f.). Am 24. Januar war in der "Aktion" die erste Folge von Lassker-Schülers "Briefen und Bildern" erschienen. - In der kritischen Ausgabe nicht gedruckt. - Reserviert bis zum 19. Oktober 2016 (Frankfurter Buchmesse).

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"Yucatan or Jamaica or somewhere"

Lawrence, David Herbert, Schriftsteller (1885-1930).

Eigenh. Brief mit U. "D. H. Lawrence". Oaxaca, 31. I. 1925. Gr.-4°. 1 Seite.    

€ 1.800,–

An den britischen Vize-Konsul Constantine Rickards in Mexico City, dem er seine Abreise ankündigt: "[...] Thank you for this letter forwarded. - We leave here next week - arrive in Mexico City about Thursday, I suppose. Then look for a ship. - I wish there was such a thing in the world as a good Cargo boat that might take my wife & me & loiter with us to Yucatan or Jamaica or somewhere. I'm not very anxious to arrive in England till spring comes. - But I suppose nice Cargo boats have disappeared off the face of the waters. Do you know anything about them? All very quiet in Oaxaca: Very pleasant: But I feel now like moving again. Would like to smell the sea, too. Hasta luego [...]" - D. H. Lawrence und seine Frau Frieda (geb. von Richthofen) waren am 9. November 1924 in dem ca. 400 km südlich von Mexico City gelegenen Oaxaca angekommen. Sie waren mit der Bahn von Taos, New Mexico (wo Lawrence 3 Jahre lang Gast seiner Verehrerin Mabel Dodge Luhan war) über Mexico City gereist. In Oaxaca bezogen sie ein Zimmer im Hotel Francia nahe der Plaza. Der an Tuberkulose erkrankte Autor verbrachte gerne die Winter im milden mexikanischen Klima und er schätzte den ursprünglichen Charakter von Oaxaca. Hier schrieb er die endgültige Fassung von "The Plumed Serpent" (Die gefiederte Schlange), einem in Mexico spielenden Roman, sowie sein Reisebuch "Mornings in Mexico". Im Januar 1925 erkrankte Lawrence ernsthaft, was ihn zur Weiterreise und Rückkehr zwang. - Vgl. Ross Parmenter, Lawrence in Oaxaca. A Quest for the Novelist in Mexico, Salt Lake City 1984. - Gut erhalten.

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Jugendbrief

Lenau (Niembsch von Strehlenau), Nikolaus, Schriftsteller (1802-1850).

Eigenh. Brief mit U. "Dein Niembsch". Wien, 17. XI. 1827. 4°. 1 1/2 Seiten.    

€ 1.400,–

Als Medizinstudent an seinen Jugendfreund Friedrich Kleyle (in Ungarisch-Altenburg), einen Vetter Sophie Löwenthals: "[...] Mein Hals ward, statt besser, ärger. Besonders auf der linken Seite hab' ich einen bedeutenden Schmerz. Ich mußte also durch einen Andern mich erkundigen, und habe erfahren, daß Dein Bruder ohne Erlaubnis von der Regierung wol als außerordentlicher, keineswegs aber als ordentlicher Schüler werde frequentieren können; daß die Regierung übrigens, wenn man gute Zeugniße vorlege, keine Schwierigkeit mache. Ich zweifle also nicht, Dein Bruder werde aufgenommen, nur glaub' ich, daß die Dazwischenkunft Deines Oncle's, wenn gleich nicht nöthig, doch von guter Wirksamkeit wäre. Willst Du es aber ohne den Letzteren durchsetzen, so komm immerhin mit Deinem Bruder hieher, und verwende Dich für ihn [...] Vorläufig soll aber Dein Bruder jedenfalls sich als außerordentlichen Zuhörer mit dem Bemerken einschreiben lassen, daß er nur auf den Bescheid der Regierung warte, um in einen ordentlichen verwandelt zu werden. Ich bin höchlich erfreut, daß Du Dich in einer so schönen Angelegenheit, dergleichen die ist, zur Veredlung eines Menschen beizutragen, an mich gewendet, und Deinen [Bruder] meiner Freundschaft entgegenführst. Er muß gut seyn, weil Du ihn so liebst, und ich werde ihn mit offnen Armen empfangen [...]" - Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke und Briefe, Band V, Nr. 61. Insel-Ausgabe (1971), Nr. 53.

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Löns, Hermann, Dichter und Naturschützer (1866-1914).

Eigenh. Ansichtskarte (Lichtdruck: Hannover, Waterlooplatz) mit U. "HLs". Hannover, 7. III. 1914. 1 Seite. Mit Adresse.    

€ 500,–

Aus dem Todesjahr des Dichters an Willy Mayr in Darmstadt: "Lieber Herr Mayr, Ostern werde ich wohl in Detmold sein und Frl. S., die schön grüßen läßt, zu Hause. | Das Flugblatt kannte ich. Ich habe 100 Stück davon vorbereitet. | Der Geburtstag war sehr niedlich. Große Damenkaffeetafel. | Heute und morgen muß ich Culör schwingen. Nordwestdeutscher V-C. Tag. Zugleich tagt hier der NWD. L.-C. Schöne Grüße, auch von Frl. S. [...]" - Mit "Frl. S." ist vermutlich Löns' letzte Geliebte, seine Haushälterin Ernestine Sassenberg (geb. 1890) gemeint; mit der Verbindung C. wohl die "Cimbria". - Gut erhalten, Karte gelaufen. - Selten.

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Mahler-Werfel, Alma, Schriftstellerin und Muse (1879-1964).

Eigenh. Brief mit U. Beverly Hills, Calif., ohne Jahr [ca. 1950]. Gr.-8°. 2 Seiten.    

€ 600,–

An ihre Freundin, die Pensionswirtin Grete Cirio in Rom: "[...] nun bin ich wieder heil zurück aber ich sehne mich nach der Ferne! Ich will im Frühsommer wieder nach Europa! So schön hier auch Alles ist ... es ist ausgekannt! Heute noch eine kleine Nachbitte. Die American-Express-Herrschaften haben eine Menge Briefe von mir [...] bei sich - und sie sollen sie mir nachschicken an meine Adresse! Ihre Rosen waren schon bis N. Y.! - Ich kann sie Ihnen nicht danken, weil ich keine Privatadresse habe! [...]".

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Als Archivarin des Vaters

Mann, Erika, Schriftstellerin; älteste Tochter von Thomas Mann (1905-1969).

Masch. Brief mit eigenh. U. Kilchberg am Zürichsee, 25. V. 1967. 8°. 1 Seite. Bläuliches Büttenpapier. Mit Umschlag.    

€ 700,–

An den Thomas-Mann-Sammler Hans Waldmüller in Darmstadt mit Dank für dessen Brief vom 4. Mai 1967: "[...] Dass ich handgeschriebene Briefe an Ludwig Lewisohn bereits 'erfasst' haben könnte, die sich in Ihrer Sammlung befinden, ist wohl ausgeschlossen. Und selbst diktierte Briefe aus Ihrer Collection dürften mir nicht vor Augen gekommen sein. Nun besteht zwar bis auf weiteres nicht die Absicht, zusätzliche T.M.-Briefe zu veröffentlichen, doch sammelt das hiesige Archiv alles, was es nur irgend kriegen kann. Und wollten Sie dieser guten und nützlichen Institution Photokopien Ihrer Photokopien zukommen lassen, so wollten wir alle Ihnen dafür sehr verbunden sein. Ich weiss nicht, in wessen Händen die Originale sich befinden. Gegen die Existenz von Photokopien im Archiv könnte aber kein Besitzer etwas Vernünftiges einzuwenden haben. Die Schätze des Archivs dienen ausschliesslich den Forschern, ohne unsere Einwilligung darf nichts dort Befindliches publiziert werden, und wir würden für diesen Spezialfall selbst die zitatweise Veröffentlichung untersagen. Selbstverständlich übernähme das Archiv die 'anfallenden' Kosten [...]" - Beiliegend drei paraphierte Briefdurchschläge von Hans Waldmüller an Erika Mann vom 4. Mai, 5. Juni und 17. September 1967, welche von der Korrespondenz Manns mit Lewisohn handeln.

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Auf dem Höhepunkt seines Erfolges

Mann, Heinrich, Schriftsteller (1871-1950).

Eigenh. Brief mit U. Paris, 6. VI. 1931. Kl.-4°. 1 Seite. Hotelpapier. Gelocht.    

€ 600,–

An die Schriftstellerin Antonina Vallentin-Luchaire (1893-1957) in Paris: "[...] ich habe ihre Nachsicht zu erbitten, aber glauben Sie mir, dass ich in Paris in wenigen Tagen mehr gesellschaftliche Anstrengungen zu liefern hatte, als in Berlin das ganze Jahr. Alles, was ich an Zeit und Kraft hatte, nahm der Kongress in Anspruch. Ich hätte so gern eine ruhige Stunde mit ihnen und ihrem Gatten [Julien Luchaire] verbracht. Bitte, geben Sie mir dann bald in Berlin die Gelegenheit [...]" - 1931 wurde Heinrich Mann zum Vorsitzenden der Sektion Dichtkunst bei der Preußischen Akademie der Künste gewählt. In Berlin feierte er seinen  60. Geburtstag mit Reden von Gottfried Benn, Lion Feuchtwanger, Adolf Grimme, Max Liebermann und Thomas Mann. Im Juni nahm er an einem internationalen Schriftstellerkongress in Paris teil, sprach mit Aristide Briand und hielt eine Rede im Admiralspalast zur deutsch-französischen Verständigung.

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"Seine letzte Krankheit"

Mann, Katia, geb. Pringsheim, Ehefrau Thomas Manns (1883-1980).

Eigenh. Brief mit U. Kilchberg, 4. II. 1956. Gr.-8°. 1 Seite. Trauerrand.    

€ 500,–

An den Sammler Hans Waldmüller (hier irrtümlich als "Waldmann" adressiert): "[...] Ihr Brief vom 4. Juni 1955 gehörte zu denen, für die der Verewigte seiner Danksagung ein persönliches Wort hinzufügen wollte. Seine letzte Krankheit folgte so rasch auf den Geburtstag, dass es dazu nicht mehr kam. Ich schicke Ihnen heute eine Danksagung, die er wenigstens noch persönlich signiert hat [liegt nicht bei]; das beiliegende Bild konnte leider nicht mehr unterzeichnet werden [...]" - Thomas Mann war am 12. August 1955, nach seinem 80. Geburtstag am 6. Juni, verstorben. - Beiliegend der Durchschlag des Gegenbriefes vom 4. Juni 1955.

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Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).

Eigenh. Briefkarte mit U. Küsnacht bei Zürich, 8. IV. 1934. Qu.-Kl.-8°. 2 Seiten.    

€ 1.250,–

An die Malerin und Dichterin Else Meidner (Gattin von Ludwig Meidner; 1901-1987), die 1934 in Breslau eine maschinenschriftlich vervielfältigte Arbeit "Zu Thomas Mann: Geschichten Jaakobs" herausgegeben hatte: "[...] mit großer Verzögerung (ich sehe, Ihre Zeilen sind vom 7. März datiert) ist Ihre Sendung in meine Hände gelangt, und ich beeile mich umso mehr, Ihnen zu danken für Ihre schöne Vertiefung in mein Werk und die eindrucksvolle Fürsprache, die Sie ihm gewährt haben. Es ist heute ja nicht leicht, die Menschen zu befriedigen, denen mit dem Gewöhnlichen weniger als je gedient ist. Aber der Künstler hat auch wieder seinen Vorteil von der zarten Aufgeschlossenheit, die das Leiden erzeugt, und ich muß sehr froh sein, mit meinem zu ganz anderer Zeit unternommenen Buch auf einen Augenblick besonderer Empfänglichkeit für seine Bilder und Ideen zu treffen [...]" - Die Briefkarte noch mit dem gedruckten Briefkopf "München [...] Poschingerstr. 1", hier jedoch eigenh. korrigiert in die erste Adresse nach der Emigration aus Deutschland. - Reg. 34/78.

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Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).

Masch. Brief mit eigenh. U. Noordwijk, 27. VIII. 1947. Kl.-Fol. 1 Seite. Mit Umschlag.     € 750,–

An den Studienrat M. G. Stokvis in Leiden, von einem kurzen Erholungsaufenthalt in Noordwijk, mit dem das Ehepaar Mann seine erste Europareise seit dem Krieg beschloss; einen Besuch Deutschlands hatte Mann vermieden: "[...] ich [...] danke bestens für Ihr Gedenken. Es wird mir aber leider unmöglich sein, Sie zu sehen, da wir schon übermorgen früh zur Rückreise auf der 'Westerdam' hier aufbrechen, und bis dahin jede Minute besetzt ist [...]".

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"Versuch über Tschechow"

Mann, Thomas, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1875-1955).

Eigenh. Brief mit U. Hotel Waldhaus Sils-Maria, Engadine, 31. VII. 1954. Kl.-4°. 1 Seite auf Doppelblatt, mit gedrucktem Briefkopf und eigenh. adressiertem Umschlag.     € 1.400,–

An Lore Rümelin (1915-1998) in Bonn, übersendet durch Einschreiben das Manuskript "Versuch über Tschechow": "[...] Dank für Ihre Karte und Ihre Bereitwilligkeit! Das Manuskript geht eingeschrieben an Sie ab. Machen Sie, bitte, 4 Durchschläge davon! Ich fürchte, es ist nicht sehr leserlich geschrieben. Schon darum muß ich Ihnen für die Abschrift alle Zeit zugestehen, die Sie eben brauchen. Mit Köln hat es seine Richtigkeit. Wir würden uns außerordentlich freuen, Sie dort begrüßen zu können. [...]" - Thomas Mann weilte vom 24. bis 25. August 1954 in Köln, wo er u.a. aus dem "Felix Krull" las und seinen Jugendfreund Ernst Bertram wiedertraf. Lore Rümelin-Wibel (1915-1998), Frau des deutschen Kulturattachés beim deutschen Generalkonsulat in Zürich, später Bern und Bonn, stammte aus Lübeck und kam auf Vermittlung von Gottfried Bermann-Fischer zu Thomas Mann. Sie fertigte die Manuskriptabschriften der späteren Werke an, u.a. für "Felix Krull", "Versuch über Schiller" und "Versuch über Tschechow". - Reg 54/245; Heine-S. 532. - Vgl. Klaus Täubert, Zum 80. Geburtstag [von L. Rümelin] am 28. September. In: Europäische Ideen, Heft 90 (1994), S. 12-15.

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"Großes Ketzerbrevier"

Mehring, Walter, Schriftsteller (1896-1981).

4 eigenh. Briefe mit U. München, " Hotel Carlton", 5. XI. 1973 bis 26. II. 1974. Fol. und Qu.-4°. 7 Seiten auf 7 Blättern. Hotelpapier. Gelocht.     € 600,–

An den Journalisten Gerhard Mahr über sein "Großes Ketzerbrevier", das 1974 bei Herbig/Langen-Müller erschien). - I. "[...] Nochmals meinen Dank für die laudatio - Die Verse: Hier steht ein Mann ... hatte ich ursprünglich für eine 'Selbstanzeige' ( - Europäische Nächte, - 1925 - ) im 'Tagebuch' (Berlin) abgefasst - ohne weitere Ambitionen = Den bedauernswerten Langen-Müllerlektor reut es noch weiter, meine Poeme redigieren zu müssen. ('Wir wollen doch nur Ihr Bestes') [...]" - II. Der "Ketzerbrevierschmöker" solle nach Mitteilungen des Verlages im Januar 1974 erscheinen: "[...] Aus einem Schreiben von Herrn Dr. Herbert Fleissner: '... haben wir uns vor Jahresfrist entschlossen, den Sammelband in den Verlag zu nehmen, obwohl wir wussten, daß in der heutigen literarischen Landschaft nur eine ... kleine Leserschaft für Ihre Texte zu finden ist' = = = (zu meiner Klage bei Ihrem Besuch in Zürich, 'man lasse mich nicht schreiben, was ich wolle ...) [...] garnicht wäre besser gewesen! Erst hatte er - [der Lektor Heinz] Puknus - die Texte um dreiviertel gekürzt, die Verse 'bis zur Sublimierung nur der noch besten' 'eliminiert' - Die 'Sprachformulierungen Dudengerecht' korrigiert - zuletzt, in den Fahnen, den Aufbau der 'Lyrischen Fuge' abgeändert = (den Titelblatt-Entwurf des Verlags-'Gestaltungskünstlers' = 'im jetzt modernen Jugend-stil', mir nie gezeigt - nicht vor der nun endgültigen Reproduktion = sie passt zum Ketzerbrevier, wie die Magie des Doktors Faustus auf ein deutsches Gretchen =) als sein persönliches Verdienst - u. a. - bucht Herr Puknus, das Erscheinen eines langen Aufsatzes von Gerhard Mahr in der 'Weltwoche' ... Nun hat diese und die übrige Welt - weiss Gott! Mao! Nixon ...! ärgere (Petroleum)=sorgen = ganz und gar zu schweigen von den intimen eines Texters = = Für jede Anteilnahme an der Förderung meiner Schriften bin ich dankbar = ebenso auch an der Beantwortung Ihrer Interviewfragen ('Wovon leben Sie und wie?') [...] Ganz einig bin ich mit Kurt Heynike's Diktum, das 'expressionistische Zeitalter mit all seinen Ausdrucksformen ist noch keineswegs abgeschlossen' [...]" - III. "[...] aus Gesundheitsrücksichten ist es mir unmöglich, einen Aufsatz zu schreiben - zumal der Lektor des Langen-Müller-Verlags mir durch Hineinpfuschen in mein (Ketzerbrevier)buch neue Schwierigkeiten bereitet hat = Helfen würde man mir, wenn an wesentlichen Stellen über mich geschrieben würde [...]" Plant einen Aufsatz über August Stramm für die "Horen." - IV. "[...] Es tut mir leid, daß ich keine Gelegenheit finde - in keiner Zeitung, Zeitschrift = mich (das Buch) zu erklären = zu plaidieren ... siehe den Schluss der Kunst der lyrischen Fuge ('Die Triebfeder aller Kunst ist die Provokation' - Delacroix, Tagebücher) Das war: 'Der Blaue Reiter' = = = Das 'Futuristische Manifest' = Walden's Sturm = und sollte das Ketzerbrevier sein! [...]" - Vgl. Gerhard Mahr, Mehrings Mahnung. Ketzerbrevier oder: Modernes von gestern. In: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 17. März 1974. - Leichte Altersspuren.

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Meister, Ernst, Schriftsteller (1911-1979).

Eigenh. Manuskript mit U. Ohne Ort und Jahr. Fol. 6 Seiten auf 4 Blättern. Kugelschreiber und schwarzer Filzstift.

    € 480,–

Essay über einen Text von Gabriele Wohmann (1932-2015), mit der Meister seit 1967 befreundet war, bis die Freundschaft 1970 im Streit um das Buch "Ernste Absicht" auseinanderging. - Schwer lesbar. - Sehr selten.

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Meyer, Conrad Ferdinand, Schriftsteller (1825-1898).

Eigenh. beschriftete Visitenkarte. Kilchberg, ohne Jahr. Qu.-16° (6,2 x 10 cm). 1 Seite.    

€ 550,–

Druck: "Dr. Conrad Ferdinand Meyer-Ziegler | Kilchberg bei Zürich." - Au der Rückseite: "Herzliche Erwiederung Ihrer 1 Jan. Wünsche! und 1 neues Jahr wie das alte! Ich kann mich des Jahres nicht erwehren gegen Gott u. Menschen voran für die Freunde! Gutes Ihnen u. Ihrem Hause!".

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Miller, Henry, Schriftsteller (1891-1980).

Porträtphotographie (Arthur Knight, Petaluma, Calif.) mit eigh. Widmung und U. auf der Rückseite. Ohne Ort [Hamburg?], 17. V. 1957. Ca. 24 x 19,5 cm.    

€ 528,–

"For Prof. Henny Wolff with warm greetings. Henry Miller 5/17/57." - Henny Wolff (1896-1965) war Sopranistin und lehrte 1950-64 Sologesang an der Musikhochschule Hamburg. - Die schöne großformatige Aufnahme zeigt Miller im Brustbild mit kariertem Hemd, die linke Hand am Kinn. - Der Photograph Arthur W. Knight (1937-2012) machte sich später auch als Schriftsteller einen Namen. - Auf der Bildseite eine wegen des dunklen Hintergrundes kaum lesbare zweite Widmung "Henny Wolff | Henry Miller | 7/15/57." - Linke obere Ecke geknickt.

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Morgenstern, Christian, Schriftsteller (1871-1914).

Eigenh. Gedichtmanuskript  "Sieh, des Herbstes Geisteshelle (12 Zeilen). Ohne Ort, Ohne Jahr. 4°. 1 Seite.

€ 1.450,–

"Sieh, des Herbstes Geisteshelle | Klärt und adelt das [durchgestrichen] die Gelände | Erdenbreiten, Himmelswände | kost dieselbe  lautre Welle. | O du glücksversunken Säumen, | eh' die Sonnenfarben sterben! | O du letztes Liebeswerben | aus den unbegriffnen Räumen. | Dass mir so die Seele leuchte, | wann ich einst des Winters werde! | Und in meines Auges Feuchte | spiegelt sich der Schmelz der Erde." - Sehr schöne und sorgfältige Niederschrift des recht späten Gedichtes, dem Morgenstern keinen Titel gab, hier von fremder Hand mit "Früh-Herbst" betitelt. - Abgedruckt in der Stuttgarter Ausgabe, Band 2, S. 71. - Beiliegend eine Porträtpostkarte mit gedruckter Signatur Morgensterns und ein masch. Brief von seiner Ehefrau Margaretha Morgenstern (geb. Gosebruch von Liechtenstern).

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Niebelschütz, Wolf von, Schriftsteller (1913-1960).

Eigenh. Brief mit U. "Wolf". Hösel, 2. XI. 1952. Kl.-8°. 2 Seiten. Büttenpapier mit blindgeprägtem Wappen.    

€ 770,–

An die Schauspielerin Paula Denk (1908-1978), die in Ibsens "Nora" am Düsseldorfer Schauspielhaus unter Gustaf Gründgens aufgetreten war: " [...] Sie werden gestern unsere Blumen, unsern Anruf und überhaupt ein Zeichen des Dankes vermisst haben; aber da wir selber gerade in einem Zimmer voller Blumen leben, sehen wir zu genau vor uns, wie schnell sie sterben, und wie schnell aus der Freude Wehmut wird. Da wollten wir Ihnen lieber einen dauerhafteren Kelch zu Füssen legen, und das braucht ein paar Tage. Wenn dann ihre Chrysanthemen- Rosen-Gebirge verwelkt sind, strahlt unser kleines Angebinde um so heller und braucht die Konkurrenz nicht zu fürchten. Was Sie als Nora uns gaben, überstieg die Erwartungen, obwohl sie hoch gespannt waren. Wir drückten auch fest alle Daumen, die wir besitzen. Schöne und beklemmende Momente gaben Sie uns, Anschauung von grosser Kunst und Wahrheit. Und jetzt möchten wir eine Tragödie sehen mit Paula Denk in der Hauptrolle, eine moderne Tragödie mit so reichen Zwischentönen wie gestern. Unersättlich, wie? Ja, wir sind unersättlich: wir möchten auch bald wieder mit Ihnen zusammen sein; denn an solchen Abenden vor der Rampe kommt es einem ganz märchenhaft und unglaublich hervor, dass man Ihnen ein wenig Nahe steht. Ilschen lässt von Herzen grüssen - schreiben kann sie nicht, da sie seit vielen Stunden ihren wütenden Zahnschmerz in Cognac ertränkt [...]".

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Polgar, Alfred, Schriftsteller (1873-1955).

Eigenh. Brief mit U. Wien, 13. VII. 1929. Gr.-8°. 1 Seite. Doppelblatt.    

€ 495,–

Möglicherweise an Leo Slezak: "Lieber, verehrter Herr S: Vielen Dank für Ihre freundl. Mitteilungen! Wir werden es also so machen, daß Liserl [Elise Loewy, geb. Müller, seine Braut, die er Oktober 1929 heiratete] Ende kommender Woche nach München reist (ich kann erst 2, 3 Tage später) und sich mit Ihnen in Verbindung setzt. Vielleicht haben Sie dann wirklich die Güte ihr in Rottach suchen zu helfen. Nochmals schönsten Dank für Ihre l. Mühe und auf Wiedersehen! [...]" - Datumsstempel, Knickfalten. - Selten.

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Raabe, Wilhelm, Schriftsteller (1831-1910).

Eigenh. Brief mit U. Braunschweig, 15. VI. 1908. 8°. 1 Seite. Doppelblatt. Mit eigenh. Umschlag.    

€ 300,–

An den Leipziger Medizinstudenten Freiherrn von Schrenck, dem er zur bevorstehenden Hochzeit gratuliert, das Paar zu sich einlädt und dem er Photographien übersendet. - Hübsch.

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"Ich halte mich konsequent von allen Sammelbüchern, Anthologien fern"

Rilke, Rainer Maria, Schriftsteller (1875 -1926).

Eigenh. Brief mit U. Bad Rippoldsau im Schwarzwald, 10. IX. 1909. 8°. 2 Seiten. Doppelblatt. Mit Briefumschlag, Frankatur und schönem Siegelabdruck.    

€ 2.400,–

An den Philosophiestudenten Moritz Morgenthal in Heidelberg (Gaisbergstrasse 27): "[...] entschuldigen Sie den großen Abstand, den ich genommen habe, Ihr aufmerksames Schreiben von 27. August zu beantworten. Ein Kuraufenthalt, der mich zu Briefen kaum kommen läßt, ist die Ursache meiner Verspätung. Was Ihre freundliche Aufforderung angeht, so bedauere ich sehr, Ihr nicht nachgeben zu können. Ich halte mich konsequent von allen Sammelbüchern, Anthologien u.s.w. fern; aber selbst wenn ich in Ihrem sympathischen Fall eine Ausnahme machen wollte: ich habe nichts, Ihnen anzubieten [...]" - Moritz Morgenthal gab ab 1909 "Die Akademische Gemeinschaft Heidelberg" heraus (vgl. die von ihm 1919 hrsg. Festschrift) und hatte Rilke wohl zur Mitarbeit eingeladen. Vgl. Norbert Giovannini, Lehrer, Pazifist, jüdischer Emigrant. Ein Hinweis auf Moritz Morgenthal und seine Familie, in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt 1/1996; Ders., Aus den Tagebüchern von Moritz Morgenthal, ebenda 5/2000. - Rilke war am 1. September 1909 kuzentschlossen von Paris aus über Straßburg in den Schwarzwald gereist. Er hatte den Bauernfeld-Preis erhalten, dessen Dotierung ihm erlaubte, in Bad Rippoldsau eine medizinische Kur zu beginnen. Am 17. September ging er über Paris nach Avignon. - Wohlerhalten.

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Rilke, Rainer Maria, Schriftsteller (1875-1926).

Eigenh. Brief mit U. "Ihr Rilke". Bad Rippoldsau, 6. VII. ohne Jahr [1913]. Kl.-4°. 1/2 Seite.    

€ 1.400,–

An den Arzt und Schriftsteller Hugo Salus in Prag, dem er "nochmals herzlichen Dank" ausspricht: "[...] Ich stehe ganz unter dem Eindruck der endgültig guten Nachricht (die eben auch schon in einem Schreiben der 'Gesellschaft' eintrifft) und drücke Ihnen für Wort und That warm die Hand [...]" - Gemeint ist wohl die 1891 gegründete "Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kultur und Literatur in Böhmen", bei der Rilke Unterstützung fand. Die Initiative hierzu ging ab 1907 von August Sauer aus.

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"für parodistisches ganz unbefähigt"

Ringelnatz, Joachim, Schriftsteller und Maler (1883-1934).

Masch. Brief mit eigenh. U. "Ringelnatz". München, 26. VIII. 1926. Gr.-4°. 1 Seite. Gelocht. Absenderstempel.    

€ 440,–

An Walter Zadek, damals Redakteur beim Berliner Tageblatt: "[...] Ich habe den Kitsch nicht vergessen, aber es gelingt mir nichts. Ich bin wohl überhaupt für parodistisches ganz unbefähigt. Rechnen Sie lieber nicht mit einem Beitrag von mir für dieses und das andere Thema 'Künstlerische Doppelbegabungen' [...]" - Mit kleineren hinterlegten Randeinrissen.

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"ziemlich ratlos"

Roth, Joseph, Schriftsteller (1894-1939).

Eigenh. Brief mit U. Paris, 8. X. 1931. 8° (21,2 x 13,5 cm). 1 Seite. Liniertes Papier.    

€ 5.800,–

An seinen Verleger Fritz Helmut Landshoff vom Gustav Kiepenheuer Verlag, über finanzielle Schwierigkeiten während der Arbeit am "Radetzkymarsch": "[...] entschuldigen Sie die Zumutung, die ich an Ihre Liebenswürdigkeit und Geduld stelle. Aber [Walter] Landauer hat mir die Versicherung gegeben, daß ich mich an Sie wenden darf, ohne Sie böse zu machen. - Soeben habe ich etwa 145 Mark erhalten. Ich hätte sie gestern, laut abgemachtem Termin, bekommen sollen. Sind das nun: der Rest der steckengebliebenen 250, oder eine Anzahlung auf die 250 dieser Woche und habe ich also noch 100 Mark oder noch ganze 250 zu erwarten? Denn Sie wissen, daß 250 auf der Post verloren gegangen waren, daß Landauer mir 100 also derer [?] à conto geschickt hat und daß ich außerdem 250 diese Woche zu bekommen hatte. Darf ich Sie bitten, mir darauf zu antworten, für den Fall, daß Sie es nicht bereits in einem Brief erklärt hätten, der dann also unterwegs wäre? Ferner sind am Mittwoch, den 14. 500 fällig. Das hieße, daß ich sie an diesem Tage zu erhalten hätte, nicht, daß sie an diesem Tage abzusenden wären. Für die Eventualität, daß  durch irgendeine der Verfügungen Geldsendungen an eine Person unmöglich wären, bitte ich die Sendungen zu teilen: für mich und Benno Reifenberg, 5. place du Panthéon, Paris V. Ich wäre Ihnen für eine freundliche genaue Antwort sehr dankbar; wie ich überhaupt so ohne Auskunft aus D[eu]tschl[an]d und über Ihr geschäftliches Befinden ziemlich ratlos bin. Ihr persönliches hoffe ich durch die Politik nicht tangiert. Ein Wort darüber (und über Kesten) würde mich sehr freuen. Entschuldigen Sie bitte! [...]" - Joseph Roth war Anfang der Dreissiger Jahre freier Mitarbeiter der Frankfurter Zeitung und anderer Periodica und pendelte zwischen Deutschland und Paris. Parallel dazu schrieb er an seinem Hauptwerk "Radetzkymarsch". Trotz der vielfältigen Arbeiten war seine finanzielle Lage zeitlebens prekär, besonders im Herbst und Winter 1931 während der engen Bindung an Andrea Manga Bell, die zwei schulpflichtige Kinder zu versorgen hatte. Fritz Landshoff, Walter Landauer und Hermann Kesten waren die bestimmenden Personen im Gustav Kiepenheuer Verlag. Nach der Schließung des Verlages emigrierten sie 1933 nach Holland bzw. Frankreich. Zuvor erschien bei Kiepenheuer 1932 die erste Buchausgabe des "Radetzkymarsch". Benno Reifenberg war Pariser Korrespondent der Frankfurter Zeitung, die "Radetzkymarsch" von April bis Juli 1932 als Vorabdruck veröffentlichte. - Ungedruckt; nicht in der Briefausgabe von Kesten (1970). - Vgl. Sternburg, J. Roth, S. 357-60 und 387-90. - Minimale Randläsuren und Knickfalten. - Selten.

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Sacher-Masoch, Leopold von, Schriftsteller (1836-1895).

Eigenh. Albumblatt mit U. sowie eigenh. Begleitbrief mit U. Leipzig, 30. III. 1883. 8°. Zus. 3 Seiten. Doppelblätter. Der Brief mit Kopf "Auf der Höhe".    

€ 308,–

"'Trau' dem Mann nicht, der nicht haßet, | Fürchte daß er auch nicht liebt.' | Montenegrinisches Volkslied. 1600 [...]" - Begleitbrief an ein Fräulein: "[...] Wie können Sie nur einen Augenblick meinen, daß so liebe Zeilen, wie die Ihren in den Papierkorb wandern. Dieselben haben mich im Gegentheil erfreut und es ist mir lieb daß ich Ihnen sofort durch Übersendung des gewünschten Autographs beweisen kann, daß dies keine Redensart ist. Möge sie das Leben nie je rauh berühren und wenn es je geschehen sollte, dann bewahren Sie sich diesen Sinn für Poesie, für das Wahre und Schöne, der aus Ihren Zeilen spricht, er wird sie stets trösten und mit ihrem Geschick versöhnen [...]" - Kleine Montagespuren.

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Der Durchbruch

Sachs, Nelly, Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin (1891-1970).

Eigenh. Briefkarte mit U. Stockholm, 5. I. 1967. Qu.-Kl.-8°. 2 Seiten. Mit eigenh. Umschlag. Gelocht.    

€ 480,–

An den Journalisten und Schriftsteller Hans Eberhard Friedrich (1907-1980): "[...] Ihr lieber Brief mit der Beilage hat mich tief ergriffen und ich danke Ihnen von Herzen dafür. Ja Sie haben Recht 'Und niemand weiß weiter' [1957] war wirklich der Durchbruch und daß die Anregung an den wagemutigen [Hamburger Verlag] Ellermann von Ihnen kam, freut mich doppelt. Nun frage ich ob Sie den Sonderdruck 'Die Suchende' schon bekommen haben, sonst sende ich von meinen eigenen Exemplaren [...]" - Friedrich war 1965-67 Feuilletonchef der "Welt".

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Sand, George (d. i. Aurore Dupin de Dudevant), Schriftstellerin (1804-1876).

Eigenh. Brief mit U. Ohne Ort [Nohant], 24. III. 1842. Kl.-4°. 2 Seiten. Doppelblatt mit blindgepr. Initialen "G S".    

€ 1.200,–

Unveröffentlichter Brief an Ernestine-Gabrielle-Sabine-Zénaïde duchesse de La Rochefoucauld-Liancourt, geb. de Chapt de Rastignac (1799-1875). Die sozial engagierte George Sand bittet um einen Platz im "hospice des Ménages" für das Arbeiterpaar Louis und Louise Marcel. Louis Marcel war der Schwiegervater des Zimmermanns Agricol Perdiguier (1805-1875), einer wichtigen Figur innerhalb der französischen Arbeiterbewegung "Compagnonnage", die George Sand zu ihrem Roman "Le Compagnon du Tour de France" inspirierte und der selbst "Le Livre du Compagnonnage" (1838) verfasst hat. Louis Marcel hatte sich als Fuhrmann bei der Arbeit ein Bein gebrochen: "Madame, Permettez-moi de vous rappeler que vous avez été bien charmante pour moi lorsque j'ai eu l’honneur de vous rencontrer deux ou trois fois, il y a déjà bien des années. J'ai conservé ce souvenir avec douceur, et je l'invoque aujourd'hui, non comme un titre auprès de vous, mais comme un encouragement qui  m'enhardit à vous demander une grâce. Monsieur Le Duc de Liancourt a une grande prépondérance dans l'administration des hospices. Un honnête et respectable couple de vieux artisans (Le mari et la femme) voudraient entrer, en payant, aux ménages. Mais il y a déjà longtems qu'ils font des démarches pour être admis, et en attendant le succès, (incertain peut-être), ils sont forcés de puiser chaque jour, dans ce petit fond d'économies, qui leur suffirait pour être admis aux ménages mais qui ne peut être augmenté ni recomplété par leur travail. Ils sont infirmes. Tandis qu'ils peuvent encore assurer le repos de leur vieillesse, ayez donc la bonté de vous intéresser à eux, et d'obtenir de monsieur le Duc qu'il les protège. Je suis sûre que je  n'aurai pas frappé en vain à votre coeur, et qu'en faveur du motif qui légitime toutes les hardiesses, vous me pardonnerez généreusement celle de ma démarche auprès de vous. Agréez Madame, l'expression de mes sentimens respectueux George Sand." - Schöner, unveröffentlichter Brief. (Lieber Thierry, vielen Dank für die große Hilfe).

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Schaukal, Richard, Schriftsteller (1874-1942).

Eigenh. Manuskript mit U. Ohne Ort und Jahr [Wien, 1908]. Gr.-4°. 7 Seiten auf 7 Bl. (Manuskript). - Gr.-8°. 3 Seiten (Bibliographie).    

€ 528,–

Schönes autobiographisches Manuskript über seine schriftstellerischen Arbeiten: "Mit dem Herbst des Jahres 1904 hatte sich eine neue Epoche meines Schaffens eingleitet. Die 'Ausgewählten Gedichte' (1892-1904) waren erschienen [...]".

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"pure Pornographie"

Schickele, René, Schriftsteller (1883-1940).

Eigenh. Brief mit U. Berlin, ohne Jahr [1904]. 8°. 2 Seiten.    

€ 374,–

An Maximilian Harden: "[...] ich schicke Ihnen die neueste Nummer des neuen Magazins [für Literatur, Kunst und soziales Leben], die wir Ihnen hinterrücks gewidmet haben [...] Wollen Sie bitte den Beweis unserer Treue und Bewunderung darin sehen, dass wir Ihnen die gewiss unzulängliche Nummer des (noch gewisser) unvollkommenen Magazins gewidmet haben. Ich habe versucht, den alten Schinken 'Magazin für Literatur' in die Luft zu hauen, auf dass er den antiquarischen Duft verliere - das geht nicht so schnell und der erste Effekt war eine Anklage wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften. Da habe ich nun eine persönliche Bitte an Sie. Es handelt sich um den Leitartikel ' Die Geschlechtlichen' [zum Frauenkongress, von Schickele] aus Heft 1 des Neuen Magazins, der soll die pure Pornographie sein [...] Sie würden mir helfen [...] wenn Sie mir einige handschriftliche Zeilen schicken wollten, aus denen hervorginge, dass der Artikel Ihrer Ansicht nach weder unzüchtig noch gemein ist [...]" - Schickele übersiedelte im Frühjahr 1904 zusammen mit seinem Freund Otto Flake nach Berlin und gab noch im gleichen Jahr "Das neue Magazin" heraus. - Pergaminpapier; etwas fleckig und wasserwellig.

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Schiller - Gleichen-Russwurm (geb. von Schiller), Emilie von, Schriftstellerin (1804-1872).

2 eigenh. Briefe mit U. "Emilie v Gleichen geb. v Schiller". Greifenstein ob Bonnland, 12. I. 1863 und 26. I. 1865. Gr.-8°. Zus. 7 Seiten. 2 Doppelblätter.

€ 480,–

An eine Dame in Dresden mit Bedauern über einen Unfall durch den lebensgefährlichen Sturz über den "Eimer der Scheuerfrau" sowie mit Dank für schöne Fotografien: "[...] Zum 9. Mai bin ich von König Ludwig nach München zur Enthüllung seines Schillerstandbildes geladen [...] Herrn Hofrath Pabst, mir von der Schillerfeier Dresdens in lebhafter Erinnerung durch seine sinnigen Worte erwidere ich herzlichst die freundlichen Grüße [...]" Das genannte Denkmal wurde von König Ludwig I. in Auftrag gegeben, von Max von Widnmann entworfen und am 9. Mai 1863 am Maximiliansplatz aufgestellt und enthüllt. - Wegen der Rücksendung von Druckschriften und mit Gesundheitswünschen beim "Gebrauch der Bäder". - Schillers jüngste Tochter Emilie heiratete 1828 den kgl. bayr. Kammerherrn Freiherr Heinrich Adalbert von Gleichen-Rußwurm. Auf Schloß Greifenstein bei Hammelburg (Unterfranken) wurde das Schillersche Familienarchiv gepflegt und die Erinnerung an den Dichter wachgehalten. Emilie trug, auch als Herausgeberin, viel zur Kenntnis ihres Vaters bei.

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Schiller - Junot, Caroline Luise Friederike (geb. Schiller), älteste Tochter und drittes Kind des Dichters Friedrich Schiller und seiner Ehefrau Charlotte (1799-1850).

Eigenh. Brief mit U. "Caroline Junot geb. von Schiller". Ohne Ort [Würzburg], ohne Jahr [ca. 1845]. Qu.-Gr.-8°. 2 Seiten.    

€ 480,–

An ihre Stieftochter Emilie Pauline (1825-1848). Diese heiratete am 16. September 1847 in Jena den dänischen Gelehrten Dr. Karl Christian Otto, genannt Reventlow: "[...] Der Bote den ich gestern bestellt hatte kam nicht und ich schicke nun deshalb das Paket mit Laura's Mantel durch die Post [...]" Sie erlaubt den Töchtern nicht, ohne ihre Begleitung einen Ball zu besuchen: "ich bitte Dich recht inständig, gebt diesen Ball auf. Ich komme nun bald hinüber, dann wollen wie uns weiter aussprechen. Dein guter Otto wird nun wohl seine Vorlesungen wieder fortsetzen im Januar? Gestern hat Louis einen Brief [...] erhalten, mit der Nachschrift daß der Fürst von Bückeburg ihm eine Pendule zum Andenken schicken würde zum Dank für seine Bemühung [...]" - Caroline heiratete 1838 den verwitweten aus Rudolstein stammenden Berghauptmann Franz Karl Immanuel Junot (1785-1846). Der erwähnte Stiefsohn Friedrich Ludwig Franz (Louis; 1821-1897) war Architekt, Geheimer Baurat und ab 1846 Baukondukteur mit Sitz und Stimme im Fürstlichen Bauamt Rudolstadt. - Minimal beschnitten.

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Schlegel, August Wilhelm von, Schriftsteller und Kritiker (1767-1845).

Eigenh. Billett mit Namenszug im Text. Ohne Ort und Jahr [Bonn, ca. 1835]. 6 x 9 cm. Karton.    

€ 330,–

"Professor von Schlegel beehrt sich Herrn Dr. Bobrik auf Donnerstag d. 19. November um zwei Uhr ergebenst einzuladen. U. A. w. g." - Für den Philosphen Eduard Bobrik (1802-1870). - Beiliegend: I. Ähnliches Billett, jedoch von Schreiberhand. - II. Gestoch. Visitenkarte auf Glanzkarton "Professor A. W. von Schlegel". Ca. 4 x 7 cm.

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"Deutsches Museum"

Schlegel, Friedrich von, Schriftsteller (1772-1829).

Eigenh. Schriftstück mit dreimaligem Namenszug "Hrn. v. Schlegel") im Text. Wien, 17. XI. 1815. Qu.-4°. 1 Seite.    

€ 750,–

Wohl für Johann Gottlieb Heubner, der 1813 den Verlag Camesina in Wien übernommen hatte, vorbereitete Quittung: "Ich bescheinige hiedurch, daß ich Hrn. v. Schlegel in Betreff unsrer Abrechnung über das Deutsche Museum vom Jahre 1813 noch über 344 fl. Conventionsgeld Rechnung abzulegen schuldig bin, welche Rechnung ich nebst meiner GegenRechnung aus dem Ueberschuß von der Abrechnung des Jahres 1812, und an seitdem gehabten Auslagen an Porto u. s. w. wie auch an gelieferten Büchern, baldmöglichst ausfertigen und Hrn. v. Schlegel übersenden werde. Was Hrn. v. Schlegel etwa an obbenannter Summe nach Abzug meiner Gegenrechnung noch zu Gute kommen sollte, verspreche ich spätestens bis zur kommenden Leipziger Jubilate Messe 1816 zu berichtigen [...]" - Die von Schlegel herausgegebene einflußreiche Zeitschrift "Deutsches Museum" erschien 1812-13 in vier Bänden bei Camesina in Wien.

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Schnitzler, Arthur, Schriftsteller (1862-1931).

Masch. Brief mit eigenh. U. "Art Schnitzler" (Bleistift). Wien, 8. VI. 1931. 4°. 1 Seite. Mit Briefkopf.    

€ 308,–

An den Publizisten Franz Goldstein ("Frango") in Kattowitz. Er habe unverzüglich in Goldsteins Sinne "an Viktor Hahn geschrieben, den ich übrigens persönlich nur ganz oberflächlich kenne. Ich glaube, dass ich ihm ein einziges Mal begegnet bin. Ich brauche Ihnen nicht erst zu sagen, dass ich mit wirklicher Ueberzeugung für Sie eingetreten bin [...]" - Victor Hahn (geb. 1869), Redakteur der "Nationalzeitung" und Herausgeber des "Acht-Uhr-Abendblattes" in Berlin, trat auch als Dramatiker in Erscheinung. - Leichte Altersspuren.

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Strauß, David Friedrich, Philosoph und Theologe (1808-1874).

Eigenh. Brief mit U. Ludwigsburg, 11. VII. 1873. Kl.-4°. 1 Seite.    

€ 350,–

"Die K. öffentliche Bibl. | möchte ich um gefällige Zusendung der beiliegend bescheinigten Bücher, so weit sie vorhanden und disponibel, ergebenst ersuchen. Hochachtungsvoll zeichnet | D. F. Strauß." - Leicht gebräunt.

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Strindberg, August, Schriftsteller (1849-1912).

Eigenh. Brief mit U. Holte, 24. II. 1889. Gr.-8°. 1 Seite. Doppelblatt. Liniiertes Papier.    

€ 980,–

An den Pastor und Lehrer Frederik Wandall (1849-1917) in Prestö. Antwort auf eine Anfrage nach geplanten Stücken von Strindbergs experimentellem Theater in Kopenhagen, wo aus Zensurgründen seine Stücke, etwa "Fräulein Julie", aufgeführt wurden. Der Brief ist in Holte geschrieben, wo Strindberg in der Villa des Bühnenbildners Waldemar Gyllichs (1836-1895) das Frühjahr 1889 verlebt hat. - Till pastor Frederik Wandall (1849-1917) hjäppräst och lärare i Prestø kirke. Brevet är svar på en förfrågan om planerade uppsättningar av pjäser på Strindbergs Skandinaviska försöksteater i Köpenhamn. Brevet är skrivet i Holte där Strindberg bodde i teaterdekoratören Waldemar Gyllichs villa våren 1889.

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Thoma, Ludwig, Schriftsteller (1867-1921).

Eigenh. Brief mit U. "L. Thoma". München, 7. XI. 1904. Gr.-8°. 1 Seite. Briefkopf "Albert Langen Verlag [...] Simplicissimus".    

€ 385,–

Aus seiner Zeit als Redakteur des "Simplicissimus": "Sehr geehrte Herren, vielleicht interessiert Ihre Leser die nebenstehende Notiz. Mit besten Grüßen [...]" - Die erwähnte Notiz liegt nicht mehr bei.

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Tieck, Ludwig, Schriftsteller (1773-1853).

Eigenh. Brief mit U. Berlin, 8. II. 1845. 4°. 1 Seite.    

€ 600,–

Als Berater der Königlichen Schauspiele in Berlin an den Dirigenten und Komponisten Wilhelm Taubert, der die Bühnenmusik zu seinem "Blaubart" geschrieben hatte, der am 1. Februar uraufgeführt worde war: "[...] Ich bin so frei, bei Ihnen anzufragen, da ich den Text des Blaubart bedeutend abgekürzt habe, ob es Ihnen nicht möglich ist, auch die Musik etwas zu beschränken: da das Stück beim Aufführen fast 4 Stunden gespielt hat, welches ich bei vielfachem Vorlesen immer in zwei Stunden geendigt habe, so daß es eigentlich kürzer ist, als viele Schauspiele. Könnte das Erste Lied im 4. Akt nicht wegbleiben, oder abgekürzt werden? [...] Auch vielleicht manche melodramatische Stellen nur gesprochen werden? Ich überlasse Alles Ihrem Ermessen, da freilich das Stück auch länger spielt, weil Manche von den Herren zu langsam sprechen, und zu viele Pausen machen [...]" - Dünnes Papier.

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Wedekind, Frank, Schriftsteller (1864-1918).

Eigenh. Postkarte mit U. Ohne Ort (Berlin), 10. X. 1907. 8°. 2 Seiten. Mit Adresse.    

€ 528,–

An Carl Heine (1861-1927), den Oberspielleiter am Deutschen Theater in Berlin: "[...] Eben aus der Schweiz zurückgekehrt finde ich Ihre freundlichen Zeilen vor. Mit großer Freude habe ich inzwischen von all Ihren Erfolgen gelesen. Daß wir uns das letzte Mal nicht sahen that mir sehr leid. Allerhand Störungen trugen die Schuld, daß ich mich nicht bei Ihnen meldete, darunter der Skandal den [Maximilian] Harden verursachte als wir uns zum letzten Male sahen. Um so mehr freue ich mich auf unser nächstes Wiedersehn. Die Karte von Arno Holz verstehe ich nicht. Ich habe ihm zwei Briefe in freundlicher Weise beantwortet. Er kam aber immer wieder auf das Gleiche zurück [...]" - Druck (mit Abweichungen): Gesammelte Briefe (Hrsg. von Fritz Strich), Nr. 303. - Papierbedingt leicht gebräunt.

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Weiße, Christian Felix, Schriftsteller und Kreissteuereinnehmer (1726-1804).

Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 7. VIII. 1772. 4°. 2 Seiten. Doppelblatt mit Adresse.    

€ 1.200,–

An "Monsieur Lippert, Professeur des Antiquités de l'Academie de etc. à Dresde", den Maler Philipp Daniel Lippert (1702-1785) in Dresden, mit der Bitte, ihm sein Bildnis zur Kupferstichreproduktion zu übersenden: "[...] Ich wünschte sehr Ihr Bildniß vor meine Bibliothek [der schönen Wissenschaften und der freyen Künste] setzen zu lassen, und den Freunden der Kunst dadurch den Vortheil zu verschaffen, den Mann nach seinen edlen Zügen kennen zu lernen, den sie gewiß, auch unbekannt hochschätzen und verehren müssen. Wollen Sie wohl die Güte haben und uns, Ihr von Grafen [d. i. Anton Graff] verfertigtes Bild auf einige Wochen anvertrauen? Es soll kein Geschmiere werden, sondern H[err Kupferstecher Johann Friedrich] Bause oder [Christian Gottlieb] Geyser soll es unter den Augen des Malers stechen? - Wollen Sie es thun, so dürfen sie es nur wohl emballiret an die Dyckische Handlung übersenden: es soll ihm durchaus kein Schade geschehen: Finden Sie aber, liebster Freund, irgend eine Bedenklichkeit dabey, so schlagen Sie mir es mit der Freymüthigkeit und Offenherzigkeit ab, mit der ich die Bitte gewaget habe: solche alte Freunde, wie wir sind, bedürfen keiner Zurückhaltung [...]" - Weiße gab von 1765 an die konservative "Neue Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen Künste" (Leipzig, Johann Gottfried Dyck'sche Buchhandlung) heraus. Dort erschien als Frontispiz zum 14.Band (Erstes Stück, 1773) Lipperts Porträt nach Anton Graff (1736-1813) gestochen von Christian Gottlieb Geyser (1742-1803). - Sehr selten.

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Wells, Herbert George (H. G.), Schriftsteller (1866-1946).

Eigenh. Ansichtskarte mit U. Easton Glebe, Dunmow, ohne Jahr (ca. 1920). Ca. 8,5 x 11 cm. 1 Seite.    

€ 528,–

"Warmest thanks for your works which  attained me when I return to Provence. I know I shall read them with great interest [...]" Bildseite mit Ansicht des Hauses "The Barn and Garden, Easton Glebe, Dunmow", wo Wells lebte. - Wells, der auch ein Haus in der Nähe von Grasse bewohnte, ist ein Pionier der Science-Fiction-Literatur. Wells, der auch Historiker und Soziologe war, hatte seine größten Erfolge mit den beiden Science-Fiction-Romanen "Der Krieg der Welten" und "Die Zeitmaschine". - Wells thanks for the "works" which he shall "read with great interest".

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Wilder, Thornton, Schriftsteller und Pulitzer-Preisträger (1897-1975).

Eigenh. Brief mit U. New Haven, Connecticut, 1. VIII. 1957. Gr.-8°. 1 Seite. Gelocht. Mit eigenh. Umschlag.    

€ 418,–

An Fritz Seifert in Hameln, den rührigen Inhaber der dortigen "Bücherstube", die regelmässig Dichter- und Vortragsabende veranstaltete: "[...] Many thanks for your kind letter and invitation. I wish, indeed, I could visit your famous and beautiful 'Rattenfängerstadt' - and the other cities which have written to me in such friendly terms - but my doctors have urged me on this trip to reduce my activities as far as possible. I shall not to be able to make more than two addresses [...]" - 1957 erhielt Wilder den Friedenspreis des deutschen Buchhandels in Frankfurt und machte deshalb eine Deutschlandreise. - Beiliegend ein masch. Brief von der Schwester Isabel Wilder, dat. 12. XII. 1962: Thornton Wilder sei zur Erholung in Arizona und unternehme keine Reisen mehr. - Klammerspur am Oberrand.

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"Welt zu Welt"

Wolfskehl, Karl, Schriftsteller (1869-1948).

Masch. Brief mit eigenh. U. "KWolfskehl". München, Gabelsbergerstr. 49 II, 13. II. 1930. Qu.-Gr.-8°. 1 Seite, Mit Umschlag.    

€ 750,–

An den Maler, Schriftsteller und Komponisten Karl Georg Hemmerich (1892-1979) in Vevey, Schweiz, wohin dieser bereits 1928 emigriert war: "[...] Ihr Widerhall auf meinen 'Überlieferungs'-Ruf hat mich sehr stark angerührt. Nicht Sie sprechen darin zu mir, sondern Welt zu Welt. Freilich sind Sie ein Verkünder der Ihrigen wie ich wenige kenne. Über die meine - wahr, falsch, Ausgangspunkt, Tiefenpunkt, Ziel, Absicht und all das stünde ausserhalb meiner Betrachtung als unerweislich, blut- oder schaubedingt - spreche ich zu Ihnen sobald ich Zeit habe. Es wird mir nicht leicht sein, aber sehr lieb, hierin mich Ihnen ganz zu offenbaren. Und es ist mir wichtig genug, über den Anlass hinaus, ja noch über unsere Freundschaft hinaus [...]" - Wolfkehl wohnte seit Mai 1929 in der Münchner Gabelsbergerstraße 49/II bei dem Medizinalrat Dr. H. Sartorius, prakt. Arzt und Bahnarzt. - Oberhalb des Namenszuges Einriß im Papier durch Strich mit Füllfederhalter.

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"die Edle Rosenzunft"

Zesen, Philipp von, Schriftsteller (1619-1689).

Eigenh. Albumblatt mit U. "Der Färtige". Ohne Ort [Amsterdam?], 31. VIII. 1682 ("den 31 ärntmohndes im 1682 jahre"). Qu.-8°. 1 Seite.    

€ 4.000,–

Widmungsgedicht für der Herforder Dichter und Philologe Heinrich Foppe (1643-1716), der fünf Jahre zuvor als "Der Kreuzverliebte" in die Hamburger "Rosenzunft oder teutschgesinnten Genossenschaft", einen Ableger der "Fruchtbringenden Gesellschaft" aufgenommen worden war: "Auf des | Herrn Kreutzverliebten | Zunftnahmen, Zunftzeichen und Zunftspruch. || Dem Kreutzverliebten wir die Rosenkrohne reichen; | dem Kreutzverliebten giebt das weisse Kreutz zum Zeichen | die Edle Rosenzunft. Sein Wort in Jesus heist: | weil Er in Jesus sich zu leben stähts befleist. | Wohl dem, der also lebt! Wohl dem, der also liebet! | Wohl dem, dem auf sein Kreutz die Krohne Jesus giebet! | eil- und reise-färtig verfärtige dieses | Der Färtige." - Philipp von Zesen führte ein rast- und ruheloses Leben. Er gilt als der erste deutsche Schriftsteller, der ausschließlich von literarischen Erträgnissen lebte. Er war als "Der Wohlsetzende" Mitglied der "Fruchtbringenden Gesellschaft" und als "Der Färtige" Gründer der "Rosenzunft oder teutschgesinnten Genossenschaft" in Hamburg. - Am Unterrand Spuren alter Heftung. - Von allergrößter Seltenheit.

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Zweig, Stefan, Schriftsteller (1881-1942).

Masch. Brief mit eigenh. U. Wien VIII, Kochgasse 8, 30. V. 1914. Gr.-4°. 1/2 Seite. Mit Monogramm nach E. M. Lilien. Gelocht.   

€ 600,–

Einer älteren Notiz zufolge an Richard Frankfurter in Berlin über die "Contes dramatiques": "Sehr geehrte Herren! Ich sende Ihnen gern ein paar kurze Worte in dieser empörenden Angelegenheit und bitte Sie, Herrn Paul Wiegler von mir aufs herzlichste zu grüssen [...]".

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