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"Ich liebe es, Alltag von meinen Helden um mich zu haben, eine Weihnachtskarte von Gottfried Benn, eine Telefonnummer von Harry Graf Kessler, und nun Schnitzler, der Schwerenöter, bei einem vorerst gescheiterten Schäferstündchen."

Florian Illies

 


"Es liebt sich so lieblich im Lenze!"

Das verschollene Manuskript zu Op. 71, Nr. 1 von Johannes Brahms

Brahms, Johannes, Komponist (1833-1897). Eigenhändiges vollständiges Musikmanuskript mit Widmung und Unterschrift "JBr."

Ohne Ort (Wien), 2. IV. 1877 "Ostermontag". Qu.-Kl.-4° (16 x 23 cm). 4 Seiten mit je 12 Notenzeilen. Doppelblatt. Unbe-schnittenes Bütten mit Wasserzeichen ("...E Co.").

38.000 €   → Anfrage

Prachtvolles Autograph! Die einzig bekannte vollständige eigenhändige Niederschrift des Liedes "Es liebt sich so lieblich im Lenze“, Op. 71, Nr. 1 (McCorkle, S. 303) für Gesang und Klavier, signiert und bezeichnet "Zum fröhlichen Ostermontag 1877. JBr." Geschrieben in schwarzer Tinte auf drei Systemen.

Das bisher verschollene Manuskript des vollständigen Liedes, hier mit dem Titel "Wiegenlied für Klein u. Groß frei nach H[einrich] H[eine] u. Jul[ius] St[ockhausen]" mit einigen textlichen Abweichungen zu den gedruckten Fassungen am Anfang der zweiten Strophe ("Das knospet u. quillt mit Duften der Lust" statt "Das knospet u. quillt u. duftet u. blüht") sowie zu Beginn der dritten Strophe ("Es reitet ein Reiter den Fluß" statt "Ein Reiter reitet den Fluß"), die Rhythmik der Gesangslinie weicht ebenfalls leicht ab und ist hier mit "Anmuthig bewegt" bezeichnet, einige Phrasierungszeichen finden sich erst in der Druckfassung.

Das Manuskript war ein Geschenk für Brahms' lebenslangen Freund Julius Stockhausen (1826-1906), der 1868 den Bariton-Solopart bei der ersten vollständigen Aufführung des "Deutschen Requiem" unter der Leitung von Brahms gesungen hatte. Stockhausen war der erste Sänger, der komplette Liederzyklen von Schubert (u. a. "Die schöne Müllerin" 1856) und von Schumann ("Dichterliebe" 1861, mit Brahms) aufführte. Die Uraufführung unseres Liedes fand am 8. April 1878 durch Louise Dustmann in Wien statt. Ähnlich wie das Manuskript zum "Geistlichen Wiegenlied" Op. 91, Nr. 2, das Brahms 1864 an Joseph Joachim schickte, ist auch dieses auf kleinem Papierformat geschrieben und ging möglicherweise per Post an den Widmungsträger in Berlin.

Der vorliegende Text des Gedichtes von Heinrich Heine unterscheidet sich in Teilen von den gedruckten Fassungen. Brahms selbst bezeichnet ihn in der Notenhandschrift als "frei nach H. H. u. Jul. St", denn auch Stockhausen vertonte das Gedicht. Die Vorlage stammt aus Heines "Neuen Gedichten" (1839) und findet sich dort unter Nr. 13 ("Frühling"). Laut McCorkle besaß Brahms ein Exemplar von Heines "Sämtlichen Werken" (1861-63), das ihm wohl als Inspiration für seine Vertonung diente.

Das Manuskript galt lange als verloren und war nur durch folgende Erwähnung in der Literatur bekannt: Julia Wirth (geb. Stockhausen), Julius Stockhausen. Der Sänger des deutschen Liedes. Frankfurt, 1927, S. 418. Andere Niederschriften oder Druckvorlagen existieren nicht.

Vollständige Liedmanuskripte von Brahms sind außerordentlich selten.

"Es liebt sich so lieblich im Lenze! Zum fröhlichen Ostermontag". Das verschollene Manuskript zu Op. 71, Nr. 1 von Johannes Brahms. Sonderkatalog. Tutzing, April 2021.

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