Autographen und Buecher

 

"Die übersandten Blätter sind mir von unendlichem Werth; denn da mir die sinnliche Anschauung durchaus unentbehrlich ist, so werden mir vorzügliche Menschen durch ihre Handschrift auf eine magische Weise vergegenwärtigt."

 

Johann Wolfgang von Goethe





Zur 56. Stuttgarter Antiquariatsmesse vom 27. bis 29. Januar 2017

Katalog 160. Autographen und Stammbücher

Freude und Ermut(h)igung zum Kauf schöner Autographen bietet unser neuer Katalog mit 292 Briefen, Manuskripten und Stammbüchern von Arthur Schopenhauer, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Aristide Maillol (mit Federzeichnung), Gottfried Benn, Otto Hahn, Hermann Hesse, Hugo und Christiane von Hofmannsthal, Ionesco, Horst Janssen, Kodály, Kokoschka, Kubin, Else Lasker-Schüler, Stefan George und Melchior Lechter, Erika, Heinrich und Thomas Mann, Adolph Menzel, George Sand, R. A. Schröder, Gustav Schwab, Richard Strauss, August Strindberg, Hugo Wolf, Stefan Zweig und vielen anderen Philosophen, Künstlern, Musikern und Literaten.

"Freude und Ermuthigung" - Autographen und Bücher. Katalog 160. Tutzing, Januar 2017. 100 Seiten. 292 Nummern. Illustriert.

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Highlights - "Freude und Ermuthigung"

Schopenhauer, Arthur, Philosoph (1788-1860).

Eigenh. Brief mit U. Frankfurt am Main, 27. II. 1854. Gr.-4°. 1 Seite. Mit rückseitiger Adresse. (€ 12.000,–)

An den Gymnasialprofessor Carl Schütz (1805-1893), der Schopenhauer zum Geburtstag gratuliert und ihm Bücher übersandt hatte: "[...] Empfangen Sie meinen herzlichen Dank für Ihre Theilnahme an meiner Philosophie und sogar an meinem Geburtstage, wie auch für Ihr schätzbares Geschenk. Bezeugungen dieser Art, und sogar von auffallender Aehnlichkeit der Gesinnung, sind mir in diesen letzten Jahren mehrfach zu Theil geworden und gereichen mir jedes Mal zu großer Freude und Ermuthigung, indem sie mir die Bürgen sind für den Anklang den meine Lehren in kommenden Zeiten finden werden, die ich freilich wohl nicht selbst erleben werde. Ihre Uebersetzungen aus dem Sanskrit sind mir, wie alles Indische, höchst interessant, und werde ich mich nächstens daran machen. Auch Ihre beiden Lesebücher werden mir manchen Genuß gewähren, da sie Vieles aus der neueren und neusten Litteratur enthalten, darin ich wenig bewandert bin und mir gern von Andern das Beste  aussuchen lasse. Sie von Herzen grüßend und zu den Meinigen zählend [...]" - Der Brief von Schütz muss Schopenhauer stark bewegt haben, denn er leitete ihn am 4. März 1854 zur Ansicht an Julius Frauenstädt weiter: "Dergleichen Huldigungen wollen etwas sagen. Ist also ein neuer Apostel. Habe ihm natürlich freundlichst geantwortet." Auch in einem Brief an Adam von Doss (11. März 1854) bemerkt er, die Gratulation sei "im ehrfurchtsvollsten Ton abgefaßt" gewesen. Schütz hatte Schopenhauer in seinem Brief als "den größten Denker" bezeichnet: "wie der müde Wanderer sich durch ein frisches Bad gekräftigt fühlt zu neuen Anstrengungen, so fühle ich mich gehoben und gestärkt, wenn ich, nach kurzem Verkehr mit Ihnen, zu den Alltagsgeschäften zurückkehre." - Der Brief von Schütz aus Bielefeld vom 19. Februar 1854 ist gedruckt bei Hübscher, Briefwechsel (1933) unter Nr. 492 und liegt im Schopenhauer-Archiv der UB Frankfurt. Seine Übersetzungen aus dem Sanskrit, "Bhatti - Kavya" (1837) und "Magha's Tod des Cicupala" (1843), haben sich ebenso in Schopenhauers Bibliothek erhalten (Hübscher 1975, Nrn. 1049 und 1145), wie seine Französischen und Englischen Lesebücher (ebenda, Nrn. 1253 und 1254). - Gedruckt bei Hübscher (1987) Nr. 318.

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Highlights - "cette belle femme, la peinture"

Ingres, Jean-Auguste-Dominique, Maler (1780-1867).

Eigenh. Brief mit U. Paris, 8. III. 1849. Gr.-8°. 6 Seiten auf einem Doppel- und einem Einzelblatt mit gepr. Bordüre. (€ 7500,–)

Prachtvoller großer Brief an einen Freund, in dem Ingres u. a. auf die politischen Wirren der Zweiten Republik eingeht. Um nicht verrückt zu werden habe er sich ganz auf die Malerei verlegt. Eben arbeite er an einem Porträt. - Le peintre remercie son ami  pour une lettre élogieuse, exprime longuement ses sentiments de "vraie et sincère amitié" envers lui et souhaite  que sa santé s'améliore. Il évoque avec horreur la vie politique en cette période troublée de la Deuxième République : "Vous parlerai je à présent de ces diables d'enfer sortis de nos pavés [...] se nourissant de cadavres,  planant comme des vautours sur des hommes féroces qui s'égorgent. Un âge de fer; c'est la ce qui a été, et ce qui est encore, voyez les provinces : ici nous respirons un peu, il est vrai, mais ils sont toujours là et épient le moment [...] belle france, comme ils l'ont traitée". Pour ne pas devenir fou, il s'est jetté "dans les bras de cette belle femme, la peinture et elle daigne me consoler et m'aimer". Il évoque encore un portrait en cours, ses rapports avec le duc de Luynes et le château de Dampierre, des amis communs dont Flandrin, ses multiples occupations, la santé de sa "bonne femme", sa propre santé ("je me porte à merveille [...] mon âme est toujours ausi jeune et plus qu'à vingt ans"). - Sehr inhaltsreiches Schreiben.

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Highlights - "Ein Buch ein Freund ein Glas ein wol gebiltes Weib"

Album amicorum

"Fautoribus atque Amicis hunc librum." Stammbuch des Conrad Friedrich Daumiller (Daumüller) aus Nürnberg. Nürnberg, Altdorf, Jena u. a., 1753-56. Qu.-8°. Mit Titel, 9 Seiten Register und 290 Eintragungen. Rötlich gefärbtes Pergament der Zeit mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung (verblaßt, Vergoldung oxydiert, Rücken unten beschädigt). (€ 2000,–)

Hochinteressantes und dicht besetztes Studentenstammbuch mit zahlreichen, zum Teil galanten und erotischen Beiträgen, Gedichten etc. in Deutsch, Lateinisch und Französisch. - Beispiele: "Ein Buch ein Freund ein Glas ein wol gebiltes Weib | Sind der Galanten Welt Vergnügter Zeitvertreib." - "Vivent les filles de quatre etages, | Jeunes, Belles, Riches, et Sages". - "Fällt ungesundes Wetter ein, | So lachen die Doctores. | In Jena sollen Jungfern sein? | O tempora o moresl" - "In Jena giebts keine Jungfer mehr, | Es sey denn eine Fremde." - "Der Priester Fluch, | Der Juristen Buch | Und das Ding unter dem Schürztuch: | Diese drey Geschirr | Machen die ganze Welt irr". - "Ein Mädgen Zehn Tausend reich, | An Thalern, nicht an Flöhen; | Soll diese Viertelstunde gleich | Mit mir zu Bette gehen." - "Ein Mädgen und ein Orgelwerk, | So fern ich dieses recht bemerck, | Vergleichen sich in Vielem: | Denn Beide muß man mit Bedacht, | Sowohl bei Tag als wie bei Nacht, | befingern und bespielen." -      Ferner fromme Sprüche, Zitate nach Klassikern und zeitgenössischen Dichtern (Gellert, Lessing) etc. - Conrad Friedrich Daumiller (Daumüller) stammte aus Nürnberg, studierte Theologie in Altdorf und Jena und starb bereits sehr jung 1761 als Predigtamtskandidat im Karmeliterkloster in Nürnberg. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar besitzt ein weiteres Stammbuch Daumillers mit ähnlicher Laufzeit, aber lediglich 28 Eintragungen (Stb 318; aus der Auktion Nürnberg 1811; vgl. Karlheinz Goldmann, Nürnberger und Altdorfer Stammbücher aus vier Jahrhunderten, Nürnberg 1981, Nr. 376). - Wenige Blätter in alter Zeit entfernt. - Gut erhalten.

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Sonderkatalog - "In vorzüglicher Hochachtung"

Thomas Mann und die Seinen

Neuigkeiten aus dem Hause Thomas Mann: Briefe, Geburtags- und Todesanzeigen von Erika, Golo, Heinrich, Katia und Thomas Mann, darunter eine frühe Briefkarte Thomas Manns noch aus der Münchener Konradstraße, Erika als des Vaters "Archivarin", Katia als dessen "Sekretärin", Heinrich auf dem Höhepunkt seines Erfolges und Golo mit einer Selbsteinschätzung: "Hielt oft mich für den ärmsten Scheich".

"In vorzüglicher Hochachtung" - Thomas Mann und die Seinen. Katalog 160A. Tutzing, Januar 2017. 22 Seiten. 28 Nummern. Illustriert.

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27. bis 29. Januar 2017

56. Stuttgarter Antiquariatsmesse

Wer nicht bis an den Starnberger See reisen möchte (Besuche nach vorheriger Anmeldung sind gern gesehen), trifft uns auf der 56. Stuttgarter Antiquariatsmesse. Wir freuen uns, Sie an Stand 35 begrüßen zu dürfen und senden Ihnen bei Interesse eine Freikarte oder einen Messekatalog. (→ E-Mail)

Herzlich, Ihre

Eberhard Köstler und Barbara van Benthem


Neuigkeiten vom Starnberger See

ACHTUNG, ACHTUNG!

„Nächsten Sonntag nachmittag um halb 21 Uhr findet im Starnberger See ein Karpfenrennen statt, mit darauf folgendem Brillantfeuerwerk. Zwölf zehnpfündige dressierte Karpfen schwimmen mit Motorboot und Musikbegleitung von Starnberg nach Seeshaupt; während des Rennens ist der See für Fußgänger und Radfahrer gesperrt.“

Karl Valentin

Die Oberbayern sind eine Seefahrernation. Der Churfürstliche Leibschiffmeister der Starnberger Flotte Heinrich Zimmermann reiste als Matrose auf James Cooks „Discovery“ um die Welt. Sein bayrischer Kurfürst stach auf der 18.269 Gulden teuren, 500 Personen fassenden, von 110 Ruderern bewegten und 34 Musik- und Küchenschiffen eskortierten „Bucentaur“ in die Starnberger See. Thomas Mann wagte die Alleinbefahrung vor der Feldafinger Küste ohne Rock, Weste und Hosenträger, eine für ihn „an Wollust“ grenzende Erfahrung. Täglich um 15.26 Uhr tauchen die Tutzinger auf der „Südlichen Rundfahrt“ der Bayerischen Seenschifffahrt Richtung Voralpenkette in die unendlichen Weiten zwischen Ammerland und Seeshaupt hinab.

Und vor einigen Tagen wurde bei uns eine Flaschenpost an Land gespült ...  

Wer hinter die Kulissen des Autographenhandels blicken möchte, findet ab sofort unter → autographen.blogspot.de Neuigkeiten vom Starnberger See.





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  Eberhard Köstler
Autographen & Bücher oHG
Traubinger Straße 5 (Postanschrift)
Kirchenstraße 8 (Ladenanschrift)
82327 Tutzing

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  info(at)autographs.de
vanbenthem(at)autographs.de

  www.autographs.de

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Eberhard Köstler und Dr. Barbara van Benthem

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Barbara van Benthem
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